Schweiz
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epa07627038 A woman rides an CIRC e-scooter (former FLASH) in Herne, Germany, 05 June 2019. Even before electric pedal-scooters are allowed nationwide on 15 June, a first provider will start a rental service in the Ruhr area. In the city of Herne, several dozens of electric scooters are to be put on the road from 05 June with the permission of local authorities.  EPA/SASCHA STEINBACH

E-Scooter erobern nun auch St.Gallen. Bild: EPA/EPA

Wie Schweizer Städte mit den umstrittenen Elektro-Flitzern umgehen



100 E-Scooter stehen ab heute in St. Gallen für die Bevölkerung bereit. Der Trend, der schon mehrere Städte erfasst hat, erreicht damit die Ostschweiz. Die Roller sind während eines dreimonatigen Pilotprojekts in der Innenstadt verfügbar. Für den Schwedischen Anbieter VOI ist St. Gallen die zweite Station in der Schweiz. Seit Juni bietet die Firma bereits in Winterthur einen Verleih an.

Doch die E-Trotti-Flut bringt viele Städte ins Grübeln. Für die Scooter gelten dieselben Regeln wie für Fahrräder. Das Fahren auf dem Trottoir ist nicht erlaubt. Die Alkohol-Obergrenze liegt bei 0.5 Promille, das Mindestalter bei 16 Jahren. Weil es zuletzt allerdings öfter zu Unfällen kam, und die abgestellten Scooter oft die Trottoirs blockieren und vollstopfen, überlegen sich die Städte, wie sie mit dem Boom umgehen sollen. Ein Überblick:

Zürich

View from the Quaibruecke on the Limmat River in Zurich, pictured on July 16, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Blick von der Quaibruecke auf die Limmat in Zuerich, aufgenommen am 16. Juli 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Allein in Zürich wurden über 1500 E-Scooter bewilligt. Weitere Anbieter drängen auf den Markt. Die Stadt setzt auf Prävention und die Sensibilisierung der Benutzer. Wie die Behörden mitteilen, gäbe es noch immer viele Leute, die auf dem Trottoir fahren oder zu zweit auf einem E-Scooter unterwegs sind.

Auch Autofahrern müsse klar werden, dass die Fahrzeuge auf die Strasse gehören. Dementsprechend sei es unangebracht, die Scooter-Fahrer anzuhupen, wenn sie richtigerweise die Strasse benutzen. Eine Helmpflicht gibt es nicht. Die Stadt Zürich empfiehlt den Nutzern allerdings, einen Helm zu tragen. Zuletzt mehrten sich die Stimmen, die eine offizielle Helmpflicht forderten.

Luzern

HANDOUT - BILDPAKET ZU 150 JAHRE POSTKARTE AM DIENSTAG, 30. JULI 2019 -- Die Stadt Luzern mit der Kappellbruecke und dem Wasserturm,eines der beliebtesten Schweizer Sujets im Sortiment des Postkartenverlags Photoglob. Postamtlich wurde die Postkarte am 1. Oktober 1869 offiziell, der Welttag der Postkarte wird aber schon am 30. Juli begangen. (PHOTOGLOB) *** ONE TIME USE ONLY, NO ARCHIVES, NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Bild: PHOTOGLOB

Auch auf die Stadt Luzern sind verschiedene E-Scooter-Anbieter zugegangen. Die Stadtbehörden sind aber auf die Bremse gestanden, wie im Mai bekannt geworden ist. Grund: In Luzern braucht es für die Benutzung des öffentlichen Grundes eine Bewilligung, und diese ist derzeit für das stationäre Velo-Verleihsystem Nextbike erteilt. Das Nextbike-System gibt es seit 2017 in Stadt und Agglomeration Luzern.

Die Nutzerzahlen haben sich seit dem Start verzehnfacht auf derzeit rund 152'000 Ausleihen. Diverse Gemeinden subventionieren die Ausleihe, deren Einwohner können die Velos während vier Stunden gar gratis benutzen. Die Trottinette-Anbieter müssen sich nun gedulden, in zirka zwei Jahren soll der Fahrzeugverleih auf öffentlichem Grund neu ausgeschrieben werden. Ein Mischbetrieb Velo und Scooter ist laut den Luzerner Behörden denkbar.

Zug

Seit einigen Monaten sind in Zug die elektrischen Trotti via Handy-App mietbar. Vereinzelt gibt es Reklamationen wegen zu wilden Parkierens, die Zuger Polizei hat mit der Publikation von Verhaltensregeln reagiert.

Basel

Das Muenster in Basel am Dienstag, 30. Juli 2013. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Bild: KEYSTONE

Basel zählte mit Zürich zu den ersten Schweizer Städten, welche von E-Scooters erobert wurden. Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht: Wie schon in St. Gallen will der Anbieter VOI als dritter aktiver Verleiher bis zu 200 Trottis aufstellen. Insgesamt wären dann 600 im Verkehr. Dabei haben die einzelnen Gefährte eine kurze Lebenszeit von nur einem Monat. Das stört den Kanton Basel-Stadt. Die Verleiher haben aber Verbesserungen angekündigt. In anderen Städten wie in Bern stehen die Anbieter in den Startlöchern. (aargauerzeitung.ch)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Serge Künzli 30.07.2019 11:33
    Highlight Highlight Ich habe mal Soziologie studiert. Es gibt Studien, die belegen, dass Menschen, die Körperteile ersetzen, sich psychisch verändern. Räder wurden durch die Evolution zu eine Art Körperteilen, die die Füsse langfristig ersetzen werden. Was heisst das nun? Es ist eine durch das Tempo euphorisierte Scheinbeweglichkeit. Neuerdings mit Strom. Autos, Velos, Trottinets. Ein Trug! In Wahrheit wird der Mensch aggressiv, weil seine Füsse und sein Spaziertrieb verkümmern. Menschen auf Rädern werden zu rohen Primitivlingen. In Zürich kann man dieses Phänomen sehr gut beobachten.
  • Thomas G. 30.07.2019 11:01
    Highlight Highlight Dieser völlig bescheurte Trend gehört verboten. Die Dinger sind gefährlich, nicht für den Strassenverkehr geeignet. Dass die Behörden da mitmachen ist einmal mehr der völlig falschen Anbiederungspolitik zu verdanken. Man glaubt man müsse jeden Mist mitmachen um "cool" zu sein.
  • Rissle 30.07.2019 10:58
    Highlight Highlight Die Städte könnten das ‚Problem‘ ja als Chance für umwelveträglicheren Langsamverkehr ansehen und entsprechende Velo-(etc)Bahnen schaffen, getrennt von den Strassen sowie Trottoirs. Davon würden alle Verkehrsteilnehmer profitieren. Konstruktiv denken!
  • Stinkstiefel 30.07.2019 10:07
    Highlight Highlight Ich hoffe man hat bei VOI eine topografische Karte angeschaut, bevor der Entscheid zur Einführung in St.Gallen gefällt wurde. Bin mal gespannt wie die Trottis mit den steilen Strassen zwischen Freudenberg und Rosenberg zurechtkommen. Und falls ja, ob sich die Dinger dann mit leerem Akku bei der Uni stapeln, weil abwärts kann man ja laufen.

    Grundätzlich auch lustig, dass man den Städten die Dinger als grüne Alternative zum Individualverkehr andreht, damit aber effektiv den ebenfalls steuerfinanzierten ÖV konkurriert.

    Und: Die kurze Lebensdauer ist dann endgültig ökologischer Wahnsinn.
  • Magnum 30.07.2019 09:58
    Highlight Highlight Das Problem ist wie so oft nicht das Verkehrsmittel, sondern seine Nutzer. Ich hatte als geübter Velofahrer schon mehrere Fast-Kollision, weil diese Klientel mit elementarsten Verkehrsregeln (Rechtsfahrgebot, Rechtsvortritt als Beispiele) genauso wenig vertraut scheint wie mit dem Gebot, die Dinger nicht hinter schlecht einsehbaren Kreuzungen in 30er Zonen mitten auf der Fahrbahn abzustellen.
    Als ich vergangene Woche einen Geisterfahrer wegen seines gefährlichen Verhaltens verbal zusammengestaucht habe, wollte sich der Muckibudenklops mit mir prügeln. Ich habe die Schnauze voll.
  • Kevinsvadde 30.07.2019 09:36
    Highlight Highlight Ich muss regelmäßig durch die Europaallee laufen in Zürich, dort wimmelt es nur von diesen E-Trottis. Ich halte mich für ein lieberaler Mensch, dennoch verstehe ich den Reiz nicht, mit diesem absurden Ding durch die Stadt zu flitzen. Ich meine, ist man wirklich so viel effizienter unterwegs als zu Fuss bzw mit dem ÖV? Gibt es einem ein besonderes Lebensgefühl?

    (Ich bezweifle es)

    Und ja, es stört mich dass ich als Fussgänger in der Stadt ein Slalom machen muss um diesen wandernden erlektroschrottkonstrukten mit Räder...

    Ihr könnt mich gerne ins Nirvana blitzen, ich fände es ohne schöner
  • PC Principal 30.07.2019 09:18
    Highlight Highlight Merkwürdig, in den Städten stehen gefühlt 50 mal mehr Velos umher als Elektroscooter, ein Velo braucht sogar mehr platz als so ein Scooter. Ein parkiertes Auto braucht noch viel mehr Platz. Aber niemand beklagt sich über zu viele Autos oder Velos. Ich glaube in der Schweiz ist man einfach grundsätzlich gegen alles, was neu ist.
    • Stinkstiefel 30.07.2019 09:48
      Highlight Highlight Gruss aus Schweden, wo du jeden Tag mehrere Beinahe-Unfälle erlebst wo so ein Trotti Zentimeter vor deinen Zehen oder Knöcheln doch noch gestoppt hat. Was erlaubt ist und was praktisch gemacht wird sind eben zwei paar Schuhe. Auch hier werden die Leute auf die Idee kommen leise aber mit 30 km/h durch die belebte Fussgängerzone zu brettern. Ebenfalls super ist, wenn die Dinger quer auf dem Trottoir oder Veloweg stehen, man sie aber nichtmal selber umstellen kann, ohne dass der Alarm losheult.

      Schweizer Städte sind sehr offen gegenüber dem Konzept. Klare regulierung ist aber unerlässlich!!

Offen gesagt

«Liebe Frau Amherd, wir müssen reden ...»

Sollte die Schweizer Stimmbevölkerung die Beschaffung neuer Kampfjets Ende September auch im zweiten Anlauf ablehnen, wäre das gut für die Schweiz. Sie könnte dann die längst überfällige sicherheitspolitische General-Debatte führen.

Liebe Frau Amherd

Herzliche Gratulation zu den jüngsten «Polls», wie man in Amerika sagen würde. 58 Prozent der Stimmberechtigten gedenken laut einer Tamedia-Umfrage, den Kredit für die Kampfflugzeuge mit «Ja» oder «Eher Ja» anzunehmen.

Aber wie sagt man so schön? «It's not over, until it's over», und solche Abstimmungsbarometer wirken ja eher mobilisierend auf das Lager, das gerade im Rückstand ist.

Für Sie hoffe ich natürlich, dass Sie Ihr erstes grosses Geschäft als Verteidigungsministerin …

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