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Vandalen werfen haufenweise E-Scooter in Schweizer Gewässer

Miet-E-Scooter flitzen seit knapp einem Jahr en masse durch Zürich und Basel. watson-Recherchen zeigen: Oft werfen Unbekannte die Gefährte achtlos in Schweizer Gewässer.
21.06.2019, 16:0818.12.2019, 20:43
Taucher haben kürzlich innert wenigen Stunden zehn Miet-E-Scooter aus dem Zürichsee gezogen.
Taucher haben kürzlich innert wenigen Stunden zehn Miet-E-Scooter aus dem Zürichsee gezogen.bild:zvg

Der Elektro-Trotti-Boom der letzten Monate in Zürich und Basel hat Folgen für die Umwelt. Zahlreiche Miet-Gefährte rollen nicht mehr durch die Städte, sondern landen auf dem Grund der Schweizer Gewässer.

Taucher fischten vor knapp einer Woche über zehn E-Scooter aus dem Zürichsee beim Utoquai – innert nur wenigen Stunden. Die Gegend ist beliebt bei Nachtschwärmern. Unter den E-Trottinetts solche von allen bekannten Leih-Firmen: Lime, Circ (ehem. Flash) und Bird. Die Tauchaktion war Teil eines freiwilligen Umweltschutz-Programms für Mitarbeiter von Google.

Wer die Trottis in die Gewässer wirft und aus welchem Grund, darüber lässt sich nur spekulieren. Die meisten zum Thema befragten vermuten, es handle sich um Akte von Betrunkenen.

Auch die Zürcher Wasserschutzpolizei muss seit der Miet-Trotti-Welle immer wieder E-Scooter aus der Limmat fischen. Judith Hödel, Sprecherin der Stadtpolizei sagt zu watson: «Wenn das Wasser klar ist kommt es auch vor, dass uns Passanten die Fälle melden.»

Bei der Stelle Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) ist das Problem seit dem E-Trotti-Hype ebenfalls bekannt: «E-Scooter und auch Velos und andere Gegenstände werden von uns fast täglich aus den Gewässern der Stadt Zürich entfernt», sagt Sprecher Pio Sulzer.

Die E-Trotti-Verleiher würden darauf informiert und könnten die E-Scooter abholen, sagen Polizei wie ERZ. Pio Sulzer: «Wir haben mit den Unternehmen WhatsApp-Gruppen, um eine schnelle, unkomplizierte Kommunikation zu gewährleisten.» Welche Massnahmen die Firmen daraufhin ergreifen, müssten diese selbst entscheiden. Wie viele Trottis insgesamt geborgen wurden, können weder die Stadtpolizei noch das ERZ sagen. Sie führen keine entsprechende Statistik.

Anders das vom Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt: Auf Anfrage sagt Sprecher Matthias Nabholz: «Die Rheinpolizei hat in diesem Jahr rund 10 E-Scooter aus dem Rhein gezogen.» Das Amt will dem nun nachgehen, um abzuschätzen, was das für den Gewässerschutz bedeutet.

Einige der aus dem Zürichsee geborgenen E-Scooter.
Einige der aus dem Zürichsee geborgenen E-Scooter.bild: zvg

Verleiher geben sich wortkarg

Auf die Funde angesprochen, geben sich die Trotti-Start-ups bedeckt. Die Firma Bird reagiert bis Redaktionsschluss gar nicht auf eine entsprechende Anfrage von watson. Von Lime ist eine Antwort noch hängig.

Circ-Sprecher Daniel Scherrer sagt: «Leider kommt es vor, dass E-Trottinetts im See landen». Da die E-Trottinetts im Sharing-Prinzip in der Stadt verteilt zur Verfügung stehen, können sie auch Personen entwenden und in die Gewässer werfen, die nicht Kunden sind. Deren Identität lässt sich im Gegensatz zu den Kunden nicht nachvollziehen.

Die Vandalenakte hielten sich im «überschaubaren Rahmen», sagt Scherrer. Circ hält die Nutzer an, die E-Scooter ordentlich hinzustellen und bei Ende der Fahrt ein Foto zu machen.

In Basel und Zürich sind die Flitzer fast an jeder Ecke anzutreffen. In der Limmatstadt sind inzwischen bereits 1600 Leih-Trottis registriert, wie Mathias Ninck vom Zürcher Sicherheitsdepartement kürzlich auf Anfrage von watson erklärte. In Basel sind es 800.

In Zürich haben Taucher auch ein Publibike-Velo aus dem See gefischt.
In Zürich haben Taucher auch ein Publibike-Velo aus dem See gefischt. bild: zvg
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74 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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RhabarBär
21.06.2019 16:42registriert Juni 2017
Oh, Mann, hey! 😔 Das ist sowas von bescheuert! Man kann die Scooter mögen oder nicht; sich darüber ärgern, dass sie überall herumliegen oder sich in Rage reden, dass niemand sie braucht. Aber sie ins Wasser werfen, sie zerstören oder beschädigen, geht gar nicht. Stellt sie doch rasch zur Seite, wenn sie im Weg stehen. Da habt ihr anderen noch geholfen.
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Nelson Muntz
21.06.2019 16:35registriert Juli 2017
Um 534 endete die Herrschaft der Vandalen mit der Niederlage gegen den oströmischen Kaiser Justinian I. Nach fast 1500 Jahren sind die Vandalen nun wieder aufgetaucht, und das in der Schweiz!
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bokl
21.06.2019 16:55registriert Februar 2014
"Oft werfen Unbekannte die Gefährte achtlos in Schweizer Gewässer."

Nicht achtlos, sondern absichtlich. Ob betrunken oder nicht ist dabei unerheblich.

Die "Verleiher" verschmutzen den öffentlichen Raum, die Vandalen die Gewässer. Beider ist eigentlich nicht tolerierbar.
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