Schweiz
Bern

Gaza-Demo in Bern: Polizei fahndet nach ehemaliger EDA-Mitarbeiterin

Protesters gather in front of the train station during an unauthorized demonstration for Gaza in Bern, Switzerland, Saturday, October 11, 2025. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Palästina-Demonstration in Bern am 11. Oktober 2025.Bild: keystone

Gaza-Demo in Bern: Polizei fahndet nach ehemaliger EDA-Mitarbeiterin

Eine Westschweizer Feministin gehört zu den 31 Personen, die von der Polizei wegen der unbewilligten Palästina-Demonstration vom Oktober 2025 gesucht wird.
31.03.2026, 14:3431.03.2026, 16:57
Kurt Pelda / ch media

Schon bald sechs Monate dauern die Ermittlungen gegen mutmassliche Straftäter im Zusammenhang mit der unbewilligten Palästina-Demonstration vom 11. Oktober. Damals hatte eine Minderheit der mehreren Tausend Kundgebungsteilnehmer in Bern Sachschäden in Millionenhöhe angerichtet. Mit der juristischen Aufarbeitung sollen die Täter nicht nur bestraft werden – die Behörden wollen auch die Kosten auf sie überwälzen.

Auffällig an der äusserst gewalttätigen Kundgebung war der hohe Anteil von Frauen. Die meisten von ihnen versteckten ihre Gesichter hinter Masken und Sonnenbrillen. Die Polizei kesselte deshalb einen Teil der Demonstranten ein und kontrollierte mehr als 500 Personen. Anders als erhofft, befanden sich im Kessel aber keine Führungsfiguren der linksextremen Szene.

Was wird Sandrine B. vorgeworfen?

Deshalb hat die Staatsanwaltschaft nun Fotos von 31 Personen im Internet veröffentlicht, wobei die Gesuchten teilweise an der Demonstration fotografiert oder von Sicherheitskameras in der Umgebung aufgenommen wurden. Die gezeigten Personen würden dringend verdächtigt, Straftaten begangen zu haben, schreibt die Polizei.

Zu den so ins Netz gegangenen Personen gehört auch die Freiburgerin Sandrine B. (Name geändert). Was der Feministin genau vorgeworfen wird, bleibt unklar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Mittdreissigerin hat vor Jahren als Praktikantin auf der Schweizer Botschaft in Tunesien gearbeitet und war später für kurze Zeit beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) angestellt. In einem Instagram-Video sagt sie, dass sie ihre Stimme gegen Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Sexismus, Rassismus und jede Form von Unterdrückung erhebe.

Schuld sei die Polizei

Sandrine B. ist Mitgründerin beziehungsweise Mitglied mehrerer feministischen Organisationen, die sich auch für den «palästinensischen Widerstand» und gegen den «zionistischen Kolonialismus» einsetzen.

Den Anruf dieser Zeitung nimmt sie betont freundlich entgegen – ganz anders als viele Linksextremistinnen, die mit Journalisten nichts zu tun haben wollen. Sie habe das von der Berner Polizei veröffentlichte Bildmaterial noch nicht gesichtet und wisse deshalb nicht, ob das betreffende Foto tatsächlich sie selbst zeige. Allerdings gibt die Frau unumwunden zu, an der Demonstration vom 11. Oktober teilgenommen zu haben. Sie habe jedoch keinerlei Straftaten zu verantworten. Die Schuld für die Eskalation schiebt sie der Polizei in die Schuhe. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
25 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Raki
31.03.2026 14:51registriert Januar 2024
Es ist gut und richtig, dass die Fotos nun unverpixelt veröffentlicht wurden. Die Menschen, denen verschiedene Dinge vorgeworfen werden, hatten genug Zeit sich bei den Behörden zu melden und dazu Stellung zu nehmen bzw. sich entlastend zu äussern. Wer meint sich hinter dem Schleier der Anonymität vor der Verantwortung für sein Handeln zu drücken ist schlicht feige und verhält sich asozial.
9019
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tom Garret
31.03.2026 15:08registriert Juli 2014
"Sie habe jedoch keinerlei Straftaten zu verantworten"

Naja, zumindest an einer illegalen Demo hat sie teilgenommen... Jetzt sicherlich keine Straftat die eine solche Fahndung rechtfertigt, da wird ihr sicherlich noch mehr vorgeworfen...
7217
Melden
Zum Kommentar
avatar
jyperion
31.03.2026 15:21registriert März 2015
Niemand ist überrascht.
539
Melden
Zum Kommentar
25
Strom aus dem Ausland: Die Schweiz überschreitet die neuen Grenzwerte massiv
Das Stromgesetz deckelt ausländischen Strom im Winterhalbjahr auf 5 Terawattstunden. Dieses Ziel verfehlt die Schweiz bereits im ersten Jahr.
Über diesen Grundsatz stritt das Parlament lange. Wie unabhängig vom Ausland soll die Schweiz beim Strom sein? Unter dem Eindruck einer drohenden Energiemangellage debattierten National- und Ständerat monatelang ein neues Gesetzeswerk, das die Schweizer Energieversorgung sicherstellen soll. Am Ende stand darin die Maxime:
Zur Story