Schweiz
Bern

Unbewilligte Anti-WEF-Demo verursacht Grossaufgebot in Bern

Anti-WEF-Demonstranten beim Berner Bahnhof rasch eingekesselt

17.01.2026, 16:0617.01.2026, 18:34
Protestors hold "Smash WEF" banners while members of the police watch the demonstration against the World Economic Forum WEF in Bern, Switzerland, Saturday, January 17, 2026. (KEYSTONE/Peter ...
Vorerst sind es nur wenige Demonstranten, die (unbewilligterweise) durch Bern marschieren.Bild: keystone

Die Polizei hat am Samstagnachmittag eine unbewilligte Anti-WEF-Demonstration in Bern am Besammlungspunkt auf dem Bahnhofplatz eingekesselt. Einige Dutzend Demonstrierende standen einem massiven Polizeiaufgebot gegenüber.

Einsatzkräfte in Vollmontur sperrten den Bahnhofplatz während rund zwei Stunden weiträumig ab, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Der Verkehr war eingeschränkt, zeitweise auch der Zugang zum Bahnhof. Im Kessel kam es immer wieder zu Unruhen.

Am Samstagabend dauerte die Kontrolle der Eingekesselten noch an. Die Polizei habe ihnen mobile Toiletten und Verpflegung zur Verfügung gestellt, teilte diese auf X mit. Hinter der Polizeisperre solidarisierten sich zahlreiche Menschen mit den Demonstrierenden.

Protestors hold banners and flags while members of the police watch the demonstration against the World Economic Forum WEF in Bern, Switzerland, Saturday, January 17, 2026. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und kesselte die Demonstranten rasch ein.Bild: keystone

Hintergrund des Einsatzes war eine unbewilligte Kundgebung gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF). Linke und linksautonome sowie pro-palästinensische Gruppierungen hatten dazu aufgerufen. Dem Aufruf folgten wenige hundert vorwiegend junge Personen, die sich im Verlaufe der Kundgebung teilweise zurückzogen.

Polizei stellte Ultimatum

Vor der Einkesselung hatte die Polizei via Lautsprecher darauf hingewiesen, dass eine friedliche Platzkundgebung toleriert werde - nicht aber ein Umzug. Die Demonstrierenden reagierten mit Buhrufen. Daraufhin zogen teilweise vermummte Demonstrierende Runden über den Bahnhofplatz. Schliesslich forderte die Polizei die Teilnehmenden auf, den Platz zu verlassen, ehe sie die Verbliebenen einkesselte.

In der gesamten Innenstadt waren Polizistinnen und Polizisten aus zahlreichen Kantonen präsent. Auch ein Wasserwerfer war vor Ort, kam aber nicht zum Einsatz. Der Bundesplatz war abgesperrt und vor dem Bundeshaus standen zahlreiche Einsatzfahrzeuge.

Stadt riet von Teilnahme ab

Die Stadt Bern hatte im Vorfeld von einer Teilnahme an der Kundgebung abgeraten. Das grosse Polizeiaufgebot war angekündigt worden. Dies mit Verweis auf «vergangene ähnlich gelagerte Kundgebungen» und eine zeitgleich stattfindende, bewilligte Demonstration vor der iranischen Botschaft. Diese verlief friedlich.

Erst vor gut drei Monaten war in der Stadt Bern eine Kundgebung aus dem Ruder gelaufen. An der denkwürdigen Gaza-Demonstration vom 11. Oktober entstand Sachschaden im hohen sechsstelligen Bereich, es wurden Einsatzkräfte und Demonstrierende verletzt.

Die Stadtregierung veröffentlichte am Donnerstag einen Bericht zur politischen Aufarbeitung dieser Geschehnisse und verteidigte darin ihre Vorgehensweise. Sie hält es demnach weiterhin für richtig, dass sie die unbewilligte Demonstration nicht im Keim hatte ersticken lassen. (sda)

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56 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
17.01.2026 16:41registriert Oktober 2019
Wie lange will man diese linken Krawallmacher noch gewähren lassen??
Was haben Palästinafahnen dort zu suchen?

Das Anliegen für welches demonstriert werden soll scheint völlig egal zu sein, Hauptsache man kann Radau machen und sich beschäftigen.
Arbeiten werden die wenigste, welche dort mit Marschieren.

Man stelle sich einmal vor, Anstelle von Vermummten, wären Glatzen zu sehen, welche in solch einem Ausmass "Demonstrieren" würden..
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GrandLou
17.01.2026 16:44registriert April 2023
Haben die heute Nachmittag in der Psychy Freigang.
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gutherz
17.01.2026 16:28registriert Januar 2021
Unverständlich, wie Bern mit dem Gesetz umgeht. Eine unbewilligte Demo ist weder zuzulassen noch gewähren zu lassen.
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