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Mit den abgewählten Parlamentariern gehen auch die Badges flöten: Diese Lobbyisten müssen sich einen neuen «Götti» im Bundeshaus suchen



Für die Nationalrats- und Ständeratskandidaten hat der Wahlkampf am Sonntag geendet – für die Lobbyisten beginnt der Kampf erst jetzt so richtig. Das Buhlen um die begehrten Badges der Parlamentarier, die den unkomplizierten Zugang zum Bundeshaus ermöglichen, gehört zum neugewählten Parlament dazu, wie das Schachern um die Kommissionssitze.

Die Transparenzorganisation Lobbywatch hat am Montag eine Liste der abgewählten Nationalräte und ihrer Gäste veröffentlicht. Wenig überraschend ist jetzt vor allem die Umweltlobby gefordert. Mit dem miserablen Abschneiden der Grünen und Grünliberalen verlieren die Vertreter der Umweltorganisationen Badges und Einfluss unter der Bundeshauskuppel. Aber auch die Wirtschaftslobby und die Gewerkschaften müssen Einbussen verzeichnen.  

Umweltlobby

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Die Umweltorganisation Greenpeace verliert mit dem Ausscheiden der Co-Präsidentin der Grünen, Adèle Thorens, einen ihrer zwei Badges im Nationalrat. Für Anne Koch, Expertin für Energiepolitik bei Greenpeace, stellt sich die Frage nach dem Badge jedoch nicht – noch nicht. «Ich gehe davon aus, dass Luc Recordon im November bei den Ständeratswahlen wiedergewählt wird, womit Adèle Thorens auf der Liste nachrücken würde.» 

Ebenfalls einen Badge los sind die Umweltallianz, der WWF, Pro Natura, Swissolar und die Allianz Atomausstieg.

Wirtschaftsvertreter 

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bild: Pd

Dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse gehen gleich drei Badges flöten. Thomas Pletscher, Mitglied der Geschäftsleitung, Cristina Gaggini, Direktorin Romandie und Susanne Brunner, Leiterin Bundeshausgeschäfte Economiesuisse, müssen sich nach der Nicht-Wiederwahl von Christoph Mörgeli (SVP ZH), Fathi Derder (FDP, VD) und Daniel Stolz (FDP BS) einen neuen Zugang zum Bundeshaus verschaffen. 

Selbiges gilt für Martin Schläpfer, Lobbyist der Migros. Mit der Abwahl von Jean-René Germanier (FDP VS) muss sich der Cheflobbyist des grössten Schweizer Detailhändlers anderweitig orientieren.

Gewerkschaften

Logos des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) an der 289. Delegiertenversammlung am Freitag, 23. Mai 2014 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Bild: KEYSTONE

Auch die Gewerkschaften trifft das schlechte Abschneiden der Grünen und Linken bei den Wahlen empfindlich. SGB-Chefökonom Daniel Lampart ist mit dem Ausscheiden von Aline Trede (Grüne BE) seinen Badge vorerst los. Dasselbe Schicksal ereilte Véronique Polito und José Corpataux, die bisher im Schlepptau von Jean Christophe Schwaab (SP VD) ins Bundeshaus gelangten. Lampart wollte sich auf Anfrage von watson nicht zum Verlust des Badges äussern.

Flüchtlingshilfe

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bild: pd

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH, Dachverband der Flüchtlingshilfen- und Menschenrechtsorganisationen, ist ebenfalls um einen Badge ärmer. Hier gestaltet sich die Situation allerdings ein wenig komplizierter. Beat Meiner, Inhaber einer der zwei Zugangskarten der abgewählten Anne Mahrer (GLP ZH), ist mittlerweile nicht mehr bei der SFH tätig. Auf der Liste der Zutrittsberechtigten für den Nationalrat ist er jedoch nach wie vor als Vertreter der SFH geführt. Die Medienstelle der Flüchtlingshilfe sagte auf Anfrage, man werde den Sachverhalt abklären.

Für die Alliance Sud hält sich der Schaden in Grenzen. Alliance Sud, eine Arbeitsgemeinschaft von sechs grossen Schweizer Hilfswerken, verliert zwar mit dem Ausscheiden des CVP-Urgesteins Jacques Neirynck einen Zugang, hält aber immer noch vier Badges. 

Wer sonst alles noch eine Zugangskarte los ist: Lobbywatch Schweiz hat hier die vollständige Liste aller abgewählten Nationalräte und ihrer Lobbyvertreter aufgeschaltet. 

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