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Die Unfallstelle in Tiefencastel: Der Kranwagen soll die Waggons auf die Schienen hieven.
Die Unfallstelle in Tiefencastel: Der Kranwagen soll die Waggons auf die Schienen hieven.Bild: KEYSTONE
Nach Zugunglück

Am Mittwoch war der Streckenabschnitt Tiefencastel-Thusis noch kontrolliert worden – nur zwei Stunden vor dem Unfall

Das Zugunglück vom Mittwoch ist glimpflich verlaufen: Keiner der verletzten Passagiere schwebt in Lebensgefahr und die Waggons sind kaum beschädigt. Ursache für den Unfall war ein überraschender Erdrutsch, der die Gleise verschüttete. 
14.08.2014, 18:5015.08.2014, 09:11
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Maurice Thiriet
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Die Gleise liegen nicht mehr unter dem Erdrutsch begraben, der Kranwagen steht zum Einsatz bereit: Einen Tag nach dem Zugunglück in Tiefencastel sind die Aufräumarbeiten bereits weit fortgeschritten. «Es läuft alles nach Plan», sagt Ralph Rechsteiner, Leiter des Bahndienstes. Und dieser Plan sieht so aus: Mit einem Helikopter werden Seile an den Waggons befestigt, der Kranwagen hievt sie zurück auf die Schienen.

Komplex wird vor allem die Bergung des Waggons, der im Wald steckengeblieben ist. Er wird vom Kran zuerst mit Seilwinden näher ans Trassee gezogen, dann auf die Gleise gehoben und wegtransportiert. Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, wird am Freitagnachmittag die Bahntechnik wieder installiert und am Sonntagmorgen der Betrieb aufgenommen.

Hergang des Unglücks noch völlig unklar

RhB-Direktor Hans Amacker und der Leiter der Infrastruktur, Christian Florin, äusserten sich an der Pressekonferenz am Donnerstag ausführlich zu den Sicherheitsvorkehrungen der Rhätischen Bahn: Jeder Streckenabschnitt werde ein Mal wöchentlich von einem RhB-Mitarbeiter kontrolliert, erklärte Florin.

Wann diese Kontrolle stattgefunden hatte, war zunächst nicht bekannt. Am späteren Donnerstagnachmittag hiess es dann, die Unfallstelle sei nur zwei Stunden vor dem Erdrutsch im Rahmen der wöchentlichen Kontrolle besichtigt worden. Wenig später waren 15 Meter Schiene verschüttet, die Rüfe türmte sich an manchen Stellen auf bis zu drei Meter.

«Weder deuteten Analysen und Modellierungen auf eine heikle Stelle hin, noch war der Unfallort aus subjektiver Sicht gefährlich», sagte Christian Florin. Der genaue Unfallhergang werde untersucht. Unklar sei, ob der Zug auf den Erdrutsch auffuhr, ob er vom Schutt von der Seite getroffen wurde, oder ob sich eine Kombination von beidem ereignete. 

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Die offenen Fragen zu klären, versuchen nun einerseits die Unfalluntersuchungsstelle (Sust) des Bundes sowie andererseits die Bündner Staatsanwaltschaft. Beim Ereignis habe es sich eher um einen langsamen Erdrutsch gehandelt, sagte Florin.

«Das konnten wir unmöglich voraussehen»

Schuld am Erdrutsch war der überdurchschnittlich starke Regen der letzten Tage und Wochen. Der Boden im Bündnerland ist übersättigt, zusätzlicher Niederschlag kann jederzeit im ganzen Kanton Hänge ins Rutschen bringen. Trotzdem bezeichnet Christian Wilhelm vom kantonalen Amt für Wald und Naturgefahren den gestrigen Erdrutsch als «Spontanereignis».

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«Das konnten wir unmöglich voraussehen», sagte Wilhelm auf Anfrage von watson. Die Stelle sei nicht als besonders gefährlich bekannt. Und werde in Zukunft auch nicht als «scharfe Lage» gelten.

Da die Unfallstelle nicht in Siedlungsgebiet liegt, ist sie nicht relevant für die Gefahrenkarte. Diese verzeichnet langfristige potenzielle Gefährdungen. Für Verkehrsträger gilt der Ereignis-Kataster, der die jeweils aktuelle Situation zeigt – beispielsweise wenn viel Schnee auf die Geleise fällt. 

Ein Kran soll diesen RhB-Wagen wieder auf die Geleise hieven.
Ein Kran soll diesen RhB-Wagen wieder auf die Geleise hieven.Bild: AFP
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