Schweiz
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Wermuth in der Nacht der langen Messer: «Wer jetzt hier ist, ist sicher nicht wichtig» ++ Hess sagt, was alle SVPler sagen

Am Tag vor der Bundesratswahl dampft im Bundeshaus die Gerüchteküche. Dennoch dürfte einer der drei SVP-Kandidaten das Rennen machen.



Unser Reporter-Team live dabei, an der «Nacht der langen Messer» in Bern. Rafaela Roth begleitete SP-Nationalrat Cédric Wermuth durch die Strassen und Bars der Hauptstadt, Maurice Thiriet heftete sich Erich Hess an die Fersen und spürte den Puls der SVP-Parlamentarier.

Morgen geht's weiter mit der Berichterstattung aus dem Bundeshaus. Was bisher passierte kannst du in diesem Nachrichtenticker nachlesen 👇

Ticker: Vor der Bundesratswahl

Die Ausgangslage

ZU DEN BUNDESRATSWAHLEN VOM MITTWOCH, 9. DEZEMBER 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - WEITERE BILDER FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSEITE

Wer wird ab 2016 im Bundesrats-Zimmer Platz nehmen dürfen?
Bild: KEYSTONE

Kaum ist die letzte Abstimmung an diesem Dienstagvormittag im Nationalrat vorbei, fahren die Handwerker ein. Die ehrwürdige Wandelhalle wird umgebaut für die grösste «Chilbi» in Bundesbern: Die Bundesratswahl vom Mittwoch.

Zuvor herrschte Hochbetrieb in den Vorzimmern des Parlaments. Knapp 24 Stunden vor der Wahl kursierten zahlreiche Mutmassungen, wer denn nun die Nachfolge von Eveline Widmer-Schlumpf antreten wird. «Alle fünf Minuten muss man ein neues Gerücht kommentieren», witzelte Balthasar Glättli, Fraktionschef der Grünen.

Für Gerede sorgte eine Meldung des «Blick», wonach die FDP Schaffhausen den SVP-Vertretern aus ihrem Kanton im Falle einer «wilden» Wahl Asyl gewähren würde. Also Ständerat Hannes Germann oder Nationalrat Thomas Hurter.

Hurter als Sprengkandidat?

Für Germann handelt es sich um die üblichen Spielchen im Vorfeld einer Bundesratswahl. Sie seien Ausdruck einer gewissen Frustration im Kanton, weil gleich beide Schaffhauser im SVP-internen Auswahlverfahren übergangen wurden.

germann hurter

Hannes Germann (l) und Thomas Hurter (r).

Sich selber nimmt Hannes Germann einmal mehr aus dem Rennen: «Ich bin nicht Kandidat, das ist vorbei.» Thomas Hurter dagegen will sich weiterhin nicht äussern. Der gross gewachsene Linienpilot ist an diesem Vormittag fast schon auffällig gut gelaunt. Weiss er, dass ohnehin alles gelaufen ist?

Vielleicht hat er schlicht andere Optionen im Auge. Mitte-Politiker verweisen darauf, dass Hurter als Sicherheitspolitiker ein idealer Nachfolger von Ueli Maurer im VBS wäre. Für einen Sprengkandidaten Hurter zeigen sie hingegen wenig Begeisterung.

Zurück zu geordneten Verhältnissen

«Es wird einer der drei Nominierten», sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay im Vorbeigehen. Der St.Galler Nationalrat Jakob Büchler sieht es genauso. Nach den acht Jahren mit BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf wolle man zurück zu geordneten Verhältnissen.

Guy Parmelin, conseiller national et candidat au conseil federal, parle lors de l'assemblee des delegues de l'Union Democratique du Centre, UDC, du canton de Vaud ce mercredi 11 novembre 2015 a Pully. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Guy Parmelin gilt als Favorit.
Bild: KEYSTONE

Linke und grüne Politiker machen sich im Gespräch wenig Hoffnung, dass sie einen Sprengkandidaten durchbringen können. Es fehlen die Partner in der Mitte. Ein führendes CVP-Mitglied lässt immerhin ein Türchen offen: «Falls die SVP Guy Parmelin im Verlauf der Wahl zum Rückzug zwingen sollte, fühle ich mich frei.»

Der Waadtländer Nationalrat gilt als Favorit, weil er gemässigter auftritt als seine Mitbewerber Thomas Aeschi und Norman Gobbi. Der St. Galler SVP-Nationalrat und AUNS-Präsident Lukas Reimann denkt – oder fürchtet –, dass Parmelin gewählt wird.

Überraschungspotential bleibt bestehen

Das letzte Wort ist aber nicht gesprochen. Alles schaut gebannt auf die «Nacht der langen Messer», in der angeblich Bundesräte «gemacht» werden. Auch wenn dies nur selten der Fall war, bleibt ein Überraschungspotential bestehen.

Definitiv über die Strategie entschieden aber werde erst um 7 Uhr morgens, sagte SP-Nationalrat Cédric Wermuth. Dann treffen sich die Fraktionen zur letzten Sitzung vor der Wahl. Die Grünen, die eigentlich keinen SVP-Vertreter wählen wollten, halten sich je nach Verlauf der Wahl alle Optionen offen, meinte Balthasar Glättli.

Vielleicht wird am Ende doch ein Mr. X aus dem Hut gezaubert.

Die Top 10 der möglichen Kandidaten für einen zweiten SVP-Bundesratssitz

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jjjj 09.12.2015 06:59
    Highlight Highlight Wow... Fehlen nur noch Katzen gifs... :/
  • Bowell 09.12.2015 06:35
    Highlight Highlight Typisch Wermuth...zuerst 10x behaupten, dass man morgen schauen wird wen man wählt um dann im letzten Satz zu sagen, dass die Meinungen weitgehend gemacht sind...was denn nun?
  • HugoHabicht 08.12.2015 23:57
    Highlight Highlight Hmmm, beim Lego-Video fehlt der Ständerat, der jeweils hinter dem Nationalrat auf diesen Klappstühlen sitzt... 😁
  • Flowjow 08.12.2015 22:06
    Highlight Highlight Hess ist nun mal eine richtige Knalltüte. Aber trotzdem noch sympathischer als Brunner.
  • Ich mein ja nur 08.12.2015 21:25
    Highlight Highlight Am besten für unser Land wäre, wenn die Parlamentarierinnen und Parlamentarier diese rechtsnationalistische antidemokratische gruppierung ganz aus der Landesregierung werfen würden, solange sie noch können. Aus der Geschichte zu lernen ist schliesslich nicht verboten.
    • atomschlaf 08.12.2015 21:40
      Highlight Highlight Die grösste Partei mit fast 30% Wähleranteil ausschliessen... tolle demokratische Einstellung. Echt.
    • Tobias K. 08.12.2015 21:46
      Highlight Highlight Wird ein Land nur rechts oder links regiert, ist's kein weiter Weg zur Diktatur. Sei es eine sozialistische oder eine nationalistische. Wenn uns die Geschichte was gelehrt hat, dann das beide extreme in die Regierung gehören. Eben die Zauberformel. Ich möchte weder nur von der SVP noch nur von der SP regiert werden.
    • Thanatos 08.12.2015 21:46
      Highlight Highlight Dann solltest du aber wissen, dass es auch nicht besser ist, alle Andersdenkenden von einem demokratischen Prozess auszuschliessen. Denn das endet unweigerlich in einer Diktatur.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MaskedGaijin 08.12.2015 20:20
    Highlight Highlight einfach nicht aeschi.
    • atomschlaf 08.12.2015 21:44
      Highlight Highlight Aeschi wäre das fleischgewordene Worst Case-Szenario.
    • Flowjow 08.12.2015 21:58
      Highlight Highlight Könnte schlimmer sein - mit Hess zBsp.
    • atomschlaf 08.12.2015 22:23
      Highlight Highlight Klar, schlimmer geht immer. Aber Hess ist kein offizieller Kandidat.
  • Triumvir 08.12.2015 19:02
    Highlight Highlight Echt jetzt, Thiriet heftet sich an die Fersen von Hess. Es ist schliesslich schon eine Schande, dass so ein Typ überhaupt in unserer Parlament nach Bern geschickt wurde! Weiss Hess überhaupt, was er dort morgen machen muss...😆
    • Mortimer 08.12.2015 20:26
      Highlight Highlight Ja, sie haben ihm dafür extra eine Zeichung gemacht.
    • Sching 08.12.2015 21:04
      Highlight Highlight @Simply smarter

      Schauen Sie sich doch mal das Video von Hess auf Facebook an auf dem er seinen Wählern erklärt, wie man Brieflich abstimmt und dabei eine Briefmarke auf den Umschlag klebt... no comment ;)
    • Tobias K. 08.12.2015 21:51
      Highlight Highlight Sching: finde Hess extrem unsympathisch. Hast du Hollande bei der Wahl in Frankreich gesehen? Der hat nicht mal die Urne getroffen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 08.12.2015 18:12
    Highlight Highlight So richtig wichtig ist die Wahl des neuen SVP-BR nicht, ob einer aus dem Ticket oder ein Sprengkandidat ist nicht entscheidend. Entscheidend ist ob sich die beiden BR der FDP in Zukunft emanzipiert verhalten können und nicht der SVP nacheifern. Kommt diese Emanzipation wird der BR sich nicht stark ändern. Schwenken die FDP BR auf die Linie der SVP ein dann wird es düster, denn der Ständerat alleine kann nicht immer korrigierend einwirken. Damit ist auch klar das die SVP nicht das Mass aller Dinge sein muss; es liegt in der Hand der anderen 5 BR die MEHRHEIT der Schweizer zu vertreten.
    • Triesen 08.12.2015 20:20
      Highlight Highlight Gerne würde ich Deine Hoffnung auf die FDP teilen, aber leider brauchen diese die SVP bei der erneuten Unternehmersteuerreform. Erst hat die FDP ihr OK gegeben, dass bei der Landwirtschaft nicht gespart wird, im Gegenzug werden dann die Unternehmen entlastet. Fazit: Weniger gespart und weniger Einnahmen. 🤔 Stellt sich die Frage: Geht diese Rechnung auf? Nein. Bleibt nur die Bildung welche voll eingespart werden kann und ersatzweise sanieren dann die Bauern unsere Bundeskasse... 😆 Finanzplanung 2016.... 😂
    • FrancoL 08.12.2015 21:26
      Highlight Highlight Es ist mir sonnenklar dass die FDP die SVP braucht! Aber ich zähle darauf dass die FDP nicht nur engstirnig ist und ständig der SVP folgt. Es gibt Bereiche bei denen eine emanzipierte FDP das Händlein der SVP verlassen könnte. Es geht darum; aus dieser Konstellation 2 SVP + 2 FDP den Schaden für die Zukunft zu minimieren. In den Gemeinden erlebe ich FDP-ler die weit von der SVP nahen Linie abweichen und mit vernünftiger Sachpolitik unter Einbindung der linken Kräfte zukunftsträchtige Lösungen für die Gemeinden ermöglichen. Dies im Bereich der Planung und des massvollen Umgangs mit der Natur.
  • Mortimer 08.12.2015 18:11
    Highlight Highlight Eine Wahl zwischen Pest und Cholera, dieses 3er Ticket
    • Mortimer 09.12.2015 00:42
      Highlight Highlight Ich glaube eher das die bürgerlichen Aeschi oder Gobbi favorisieren. Meiner Meinung nach sollte Parmelin bloss die mittel-links NR ablenken.
      Von daher, immer noch Pest oder Cholera. Mal schauen was der morgie Tag bringt und danach, wie die Schweiz in ein bis zwei Jahren aussieht. Eine gute Nacht wünsche ich allen.
  • PetitBeurre 08.12.2015 18:11
    Highlight Highlight ich hoffe Gobbi wird nicht gewählt. und ich bin tessinerin.
    • Sverige 08.12.2015 18:52
      Highlight Highlight Und ich hoffe auf Gobbi. Endlich einer der auf den Tisch haut, nicht kuscht und dann hoffentlich für Sommaruga.
    • Alex23 08.12.2015 19:47
      Highlight Highlight Sverige: "....... , nicht kuscht und dann hoffentlich für Sommaruga."
      Hä??
    • FrancoL 08.12.2015 19:55
      Highlight Highlight @Sverige? kannst Du Deine Sätze beenden oder machen wir ein Ratespiel? wolltest Du sagen dass er nicht kuscht und dann das Departement von Sommaruga übernimmt? und dann alle Flüchtlinge nach Stampanamo bringt? na ja dann sage es doch!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mario Conconi 08.12.2015 16:59
    Highlight Highlight Echt jetzt? Das ist euch eine Pushnachricht wert?
  • Eman Kcin 08.12.2015 16:30
    Highlight Highlight Mein Vorschlag: Toni Brunner im ersten Wahlgang. Damit hat das Parlament seine Souveränität bewiesen, die SVP muss die Unsägliche Klausel wieder streichen (2/3 Mehrheit usw...) , und die SVP hat 2 ganze Bundesräte und kann wieder Konstruktiv mittun.
    • Charlie Brown 08.12.2015 17:35
      Highlight Highlight Brunner würde nicht mal unter Folter annehmen... My two cents.
    • _kokolorix 08.12.2015 19:12
      Highlight Highlight vielleicht würde ein bisschen folter dem tony guttun, der ist doch immer für die härtere gangart.

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