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Pegida-Demo am letzten Montag in Dresden.
Pegida-Demo am letzten Montag in Dresden.Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS
Islamgegner machen mobil

Pegida will am 16. Februar erstmals in der Schweiz demonstrieren – SVP-Politiker begrüssen die Idee

11.01.2015, 10:1611.01.2015, 13:20

Der Terror in Paris gibt den Schweizer Islamgegnern Auftrieb. Sie wollen Demonstrationen nach dem Vorbild der deutschen Bewegung «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) organisieren. Am letzten Freitag gründeten ein Dutzend Personen aus christlich-rechten Kreisen in Zürich den Verein Pegida Schweiz, berichtet die SonntagsZeitung.

Auf Facebook existieren bereits Schweizer Pegida-Gruppen mit jeweils mehreren Tausend Anhängern, darunter auch Neonazis. Nun soll am 16. Februar die erste Pegida-Demonstration stattfinden. Den Ort wollen die Veranstalter geheim halten, bis eine Bewilligung der Behörden vorliegt. Als Rednerin soll unter anderem Tatjana Festerling, Mitgründerin der rechtspopulistischen Partei «Alternative für Deutschland» (AfD) auftreten. 

Anonyme Anführer

Die Vereinsgründer geben sich noch bedeckt. Sie misstrauen den Medien wie ihre deutschen Vorbilder, die immer wieder gegen die «Lügenpresse» hetzen. «Wir müssen die Islamisierung in der Schweiz stoppen», sagte ein anonymer Anführer der Pegida Schweiz gegenüber der «SonntagsZeitung». Mit Rassismus habe das nichts zu tun. «Es geht darum, dass wir in der Schweiz weiterhin nach christlichen Werten leben dürfen.»

Deutsch und deutlich an der Pegida-Demo in Dresden.
Deutsch und deutlich an der Pegida-Demo in Dresden.Bild: EPA/DPA

Während die etablierte Politik in Deutschland die Pegida ablehnt, signalisieren in der Schweiz SVP-Kreise Unterstützung. «Nach dem Attentat müssen wir zusammenstehen und unsere Freiheit gegen den radikalen Islam verteidigen – wenn nötig auf der Strasse», meint Nationalrat Walter Wobmann. Auch bei der Jungen SVP stossen die Islamfeinde auf offene Ohren. «Ich begrüsse es, wenn auch in der Schweiz Pegida-Demos stattfinden», sagt Präsident Anian Liebrand.

Linke Gegenaktionen

Die Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, die frühere FDP-Nationalrätin Martine Brunschwig Graf, ist besorgt: «Antimuslimische Proteste zum jetzigen Zeitpunkt sind gefährlich. Es darf auf keinen Fall mit Hass oder Intoleranz auf die Attentate reagiert werden.» Die Pegida-Bewegung werfe alle Muslime in einen Topf und fördere so Diskriminierung und Ausgrenzung. 

Auf Facebook künden linke Aktivisten Gegenaktionen an. «Sollte es in der Schweiz zu solchen Demonstrationen kommen, werden wir uns dagegen wehren», schreibt die Gruppe «No Pegida», die ebenfalls schon existiert.

Die Pegida Deutschland hat ihr Zentrum in Dresden, wo sich jeden Montag Zehntausende an den Demonstrationen beteiligen. An der morgigen Kundgebung wollen die Teilnehmer wegen des Anschlags in Paris mit Trauerflor aufmarschieren. Ausserhalb der sächsischen Landeshauptstadt hielt sich die Resonanz bislang in Grenzen. (pbl)

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