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Asiatische Touristen in Luzern.
Asiatische Touristen in Luzern.Bild: KEYSTONE

Die Invasion der Chinesen in Luzern – 13 Fragen und Antworten

In den nächsten Tagen wird die Schweiz von einer gigantischen Reisegruppe aus China besucht. Das musst du dazu wissen.
10.05.2019, 18:0111.05.2019, 13:08

Kommen wirklich so viele?

Ja. Sehr viele. Bis zum 28. Mai werden 12'000 Personen aus China eingeflogen. Und das nur von einer Firma. Die üblichen China-Touristen sind natürlich auch noch hier.

Wann kommen sie an?

Die ersten der Reisegruppe trudeln seit gestern ein.

Werden alle zusammen an den gleichen Ort strömen?

Nein. Die Touristen werden gestaffelt an die Sehenswürdigkeiten chauffiert. Allerdings zeichnet sich kommenden Montag eine grosse Zusammenkunft ab. 4000 Chinesen werden sich dann gleichzeitig Luzern anschauen.

Wirklich? 4000 aufs Mal?

Ja. Das wird wohl wirklich passieren. Die Gäste werden mit 95 Cars nach Luzern gebracht, welche vor allem auf dem «Inseli» parkieren werden.

Was machen sie in Luzern?

  • Eine Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee
  • In geführten Gruppen die Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken
  • Shoppen
  • Und am Abend gibt es ein Galadinner auf der Luzerner Allmend, wo die Gäste eine Multimedia-Show zur Region erwartet.

Und welche Firma steckt schon wieder dahinter?

Das ist Jeunesse Global. Ein weltweit tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in Florida, welches unter anderem Beauty-Produkte verkauft. Die Firma hat sich entschieden, die erfolgreichsten Verkäuferinnen und Verkäufer in China zu einer sechstägigen sogenannten «Incentive-Reise» einzuladen.

Ursprünglich rechnete man damit, dass etwa 3000 Personen die gesteckten Ziele erreichen würden. Jetzt sind es aber plötzlich 12'000. Läuft bei denen.

Und so sieht eine Reise der Jeunesse-Familie aus.Video: YouTube/Craig Schulze

Sind sie nur in Luzern unterwegs?

Nein. Das Grüppli geht auch noch an den Rheinfall in Schaffhausen, danach soll ein Ausflug nach Vaduz folgen. Ausserdem werden Ausflüge in die Aare-Schlucht und nach Interlaken BE angeboten. Zudem werden Shopping-Touren nach Bern und Zürich empfohlen.

Bild: KEYSTONE

Was!? Sie kommen auch nach Zürich?

Ja, und das nicht zu knapp: «Wir gehen von rund 60'000 Logiernächten aus. Verteilt über alle Hotels der Stadt», sagt Ueli Herr von Zürich Tourismus zum «Tages-Anzeiger».

Muss ich jetzt zu Hause bleiben, wenn ich Menschen hasse?

Nein, in Zürich wird's nicht so schlimm. Die Reisegruppen kommen in drei «Wellen». Der Verkehr sollte nicht überlastet sein, meint Ueli Herr. Er sei sich nicht einmal sicher, ob man überhaupt etwas merken werde.

Ok. Und was bringen solche «Incentive»-Reisen?

So einiges. Einem Sprecher von Schweiz Tourismus zufolge stiegen die «Incentive»-Reisen aus Asien in den letzten fünf Jahren um 64 Prozent auf 76'000 Übernachtungen. Der Umsatz stieg um 62 Prozent.

Das heisst?

Wir sprechen hier von einem Umsatz von 25 Millionen Franken. MILLIONDOLLAR$MILE, würde eine gewisse Luzernerin meinen.

Wie viele «Incentive»-Reisen gibt's pro Jahr?

Mehr, als du denkst! Im Jahr 2017 unterstützte Schweiz Tourismus 245 Reisen, im Jahr darauf waren's schon 376.

Aber die waren nicht alle so gross oder?

Nein, durchschnittlich sind es 100 bis 200 Gäste pro Gruppe. Die bis anhin grösste Gruppe bestand aus 3000 Gästen. Der Sprecher von Schweiz Tourismus sagt: «Incentive-Reisen bilden für den Schweizer Tourismus eine wichtige Stütze, besonders in der touristischen Nebensaison.»

(cma/jaw)

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Video: srf

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81 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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pascii
10.05.2019 18:30registriert Januar 2015
…mit Kontrabass? Mwahahaaha
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Ganjaflash
10.05.2019 20:17registriert Dezember 2015
Gibt es irgend wo ein livestream von diesem Ereignis?
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B-Arche
11.05.2019 00:17registriert Februar 2016
Ich finde es keine Glanzleistung das Wort "Invasion" zu benutzen.
Es sind Touristen die legal mit einem Visum fürs den Schengen-Raum in die Schweiz reisen und auch Geld ausgeben.

Der Rechtspopulismus hat das Wort "Invasoren" geprägt und wir vergessen dass dies Menschen sind.

Das letzte Mal in Schanghai, Peking und Hong Kong habe ich Busladungen mit Europäern gesehen die dort als Touristen das Land besuchen.
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