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Bundesrat

Antisemitismus in der Schweiz: Anstieg der Vorfälle

Anstieg antisemitischer Vorfälle wird zum Risiko für das Image der Schweiz

13.03.2026, 11:0413.03.2026, 11:04

Der Bundesrat hat den Anstieg antisemitischer Vorfälle hierzulande in einem Bericht als ein Risiko für das Image und die Aussenpolitik der Schweiz bezeichnet. Zusätzliche Massnahmen hält die Landesregierung gegenwärtig aber für nicht notwendig.

Denn derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Schweiz aufgrund der Situation auf ihrem Staatsgebiet besonders in der Kritik der internationalen Gemeinschaft stehe, teilte der Bundesrat am Freitag mit.

Herausforderung für sozialen Zusammenhalt

Den Bericht verfasste die Landesregierung in Erfüllung eines Postulats der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats (APK-N). Letztere sah die Wahrnehmung der Schweiz im Ausland auch von diesem Thema abhängig, nicht zuletzt aufgrund der Rolle des Landes als Depositarstaat der Genfer Konventionen zum humanitären Völkerrecht.

In dem Bericht bezeichnete die Landesregierung den zunehmenden Antisemitismus in der Schweiz aber auch als «ernsthafte Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt und die Sicherheit».

Die Entwicklung der Bedrohungslage verfolge der Bundesrat daher weiterhin aufmerksam. Der Schutz der Grundfreiheiten, der Menschenwürde und der Sicherheit aller Gemeinschaften in der Schweiz sei eine «zentrale Aufgabe des Staates».

Markante Zunahme – auch online

Seit dem Überfall der Hamas auf Israel im Herbst 2023 hatten antisemitische Vorfälle markant zugenommen. Dies sowohl im digitalen als auch im öffentlichen Raum.

Laut dem unlängst veröffentlichten Antisemitismusbericht des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) nahmen 2025 insbesondere die Vorfälle im digitalen Raum im Vergleich mit dem Vorjahr um 37 Prozent zu. Anfang 2024 war ein orthodoxer Jude bei einem Messerangriff in Zürich lebensbedrohlich verletzt worden.

Diese Entwicklung sei allerdings im internationalen Kontext zu sehen. Viele Länder Europas und Nordamerikas verzeichneten einen vergleichbaren Anstieg, schreibt der Bundesrat.

Die bestehenden Instrumente auf nationaler und internationaler Ebene hält er zum gegenwärtigen Zeitpunkt daher für angemessen. Dabei erwähnte der Bundesrat die zuletzt verabschiedete Nationale Strategie gegen Rassismus und Antisemitismus 2026-2031, die Erhöhung der Finanzhilfen für den Schutz besonders bedrohter Minderheiten sowie die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans 2023-2027, unter anderem zur Verhinderung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus. (sda)

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