DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV --- ZULASSUNG DES COVID-IMPFSTOFFES VON PFIZER BIONTECH DURCH SWISSMEDIC --- Vials of the Pfizer-BioNTech coronavirus disease (COVID-19) vaccine are displayed as staff await to be vaccinated at the Redwoods, a skilled nursing facility in Mill Valley, California, USA, 17 December 2020. EPA/DAVID ODISHO

In den nächsten Tagen wird in der Schweiz mit der Impfung begonnen, teilte Gesundheitsminister Alain Berset in einer Videobotschaft mit. Bild: keystone

Schweiz lässt ersten Corona-Impfstoff zu: Was du jetzt dazu wissen musst

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat den Impfstoff von Pfizer/BioNTech in der Schweiz zugelassen. Ob die Impfung obligatorisch ist und wann damit begonnen wird, beantworten wir dir in den 15 wichtigsten Fragen.



Wie begründet Swissmedic den Entscheid?

Die Schweiz ist das erste Land weltweit, das einen Corona-Impfstoff im ordentlichen Verfahren zulässt. «Das ist ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie», sagte Raimund Bruhin, Direktor Swissmedic, vor den Medien. Die Schweiz hat Tempo gemacht. Dennoch: Die Standards für eine Zulassung seien nicht gelockert worden, betont Bruhin. «Wir haben bis 300 Bundesordner Studiendaten geprüft.» In den letzten Tagen seien viele Daten angeliefert worden, darum habe sich die Zulassung zuletzt beschleunigt.

Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmenden betrage 50 Jahre. Die Wirksamkeit des Impfstoffs beträgt über 90 Prozent. «Das ist viel höher, als wir je erwarten konnten, so die Swissmedic-Vertreter. Ein Haken: Der Impfstoff wirkt erst vier Wochen nach der ersten Impfung.

Wann wird mit dem Impfen begonnen?

Die Kantone können noch im Dezember schrittweise mit den ersten Covid-19-Impfungen bei besonders gefährdeten Personen beginnen. Ab 4. Januar 2021 kann schweizweit in allen Kantonen mit den Impfungen der Risikogruppen begonnen werden.

Wer kann geimpft werden?

Gegen das Coronavirus geimpft werden könnten Personen ab 16 Jahren, wenn die offiziellen Impfempfehlungen des Bundes beachtet würden, hiess es weiter.

Wie viele Impfungen braucht es?

Damit die Impfung optimal wirke, würden zwei Impfungen im Abstand von mindestens 21 Tagen empfohlen. Gemäss den von Swissmedic ausgewerteten Studiendaten liegt der Impfschutz bei Erwachsenen sieben Tage nach der zweiten Verabreichung bei über 90 Prozent. Die Schutzwirkung tritt also erst vier Wochen nach der ersten Dosis ein.

Wer wird zuerst geimpft?

Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankung sollen zuerst geimpft werden. Auch das Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und das Betreuungspersonal und die engsten Kontakte der besonders gefährdeten Personen stehen in der ersten engen Reihe.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Erst nach den priorisierten Gruppen sollen die Impfstoffe allen anderen Erwachsenen zur Verfügung stehen, die sich impfen lassen möchten. Kinder und Jugendliche gehören noch nicht zu den Zielgruppen der Impfstrategie, da die entsprechenden Studiendaten für diese Altersgruppe noch nicht vorliegen.

Ist die Impfung obligatorisch?

Die Impfung ist nicht obligatorisch. «Wir empfehlen sie aber sehr», teilt Gesundheitsminister Alain Berset in einem Video mit.

Wie zuverlässig ist der Impfstoff von Pfizer/BioNTech?

Gemäss den vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic ausgewerteten Daten liegt der Impfschutz sieben Tage nach der zweiten Impfung bei über 90 Prozent. Auch Gesundheitsminister Berset sagt, dass der Impfstoff wirksam und sicher sei. «Der Impfstoff wurde genauso streng geprüft wie jeder andere Impfstoff auch.»

Swissmedic werde die Sicherheit des Impfstoffes wie bei allen neu zugelassenen Arzneimitteln auf dem Markt genau überwachen und wenn nötig Massnahmen ergreifen, «sollten Sicherheitssignale auftreten», heisst es in der Mitteilung.

Was sind die Nebenwirkungen?

Es sind Beschwerden wie bei einer Grippeimpfung: Übelkeit, Müdigkeit. Et cetera. «Man spürt im Körper, dass eine Abwehr gegen das Virus aufgebaut wird», so Bruhin. Das sei zwar eine Zeit lang unangenehm. Zeige aber, dass der Impfstoff wirkt. Im Vergleich zu anderen Impfungen spüre man die Sache schon. «Zum Vergleich: Wir reden hier eher von einem Bienen- als einem Mückenstich.»

Wo kann ich mich impfen lassen?

Das hängt vom Kanton ab. In einigen werden grosse Impfzentren geplant, etwa in Kantonsspitälern oder Messezentren. Aber auch medizinische Praxen und Apotheken kommen infrage. Die Entscheidungen werden unter anderem davon abhängen, welche Impfstoffe zur Anwendung kommen.

Für wie viele Menschen reicht der Impfstoff?

Anfang Dezember hat der Bund einen Vertrag mit Pfizer über 3 Millionen Impfdosen unterzeichnet. Hinzu kommen rund 4,5 Millionen Impfdosen von Moderna und 5,3 Millionen Impfdosen von AstraZeneca.

Da es jeweils zwei Dosen pro Person braucht, können mit dem Pfizer-Impfstoff erst 1,5 Millionen Menschen geimpft werden.

Weil jede Person zwei Mal geimpft werden muss, dürfte die reservierte Menge von Pfizer für rund 1,5 Millionen Personen reichen. Gemäss der Impfstrategie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) haben dabei besonders gefährdete Personen und das Gesundheitspersonal Vorrang.

Was sagen Experten zur Impfung?

Video: watson/lea bloch

Wie werden die Impfdosen auf die Kantone aufgeteilt?

Die Planung dazu ist laut Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, noch nicht abgeschlossen. Es sei gut möglich, dass neben der Bevölkerungsgrösse weitere Faktoren einbezogen würden. Zum Beispiel könnten Kantone mit grossen, zentralen Spitälern und viel medizinischem Personal anteilsmässig mehr Impfdosen erhalten.

Was kostet mich die Impfung?

Die Covid-19-Impfung wird für die Bevölkerung gratis sein. Die Kosten für die Impfstoffe, die Impfung und das notwendige Material würden von Bund, Kantonen und der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) getragen. Die Impfung sei von Franchise und Selbstbehalt befreit.

Werden die Corona-Massnahmen mit der Impfung hinfällig?

Leider nicht. Die Impfung sei ein wichtiger Schritt aus dieser Krise, so Gesundheitsminister Alain Berset über Twitter. «Sie löst aber nicht alle unsere Probleme. Es wird lange dauern, bis genügend Menschen geimpft sind und wir die Lage besser im Griff haben.» Berset erinnert an die Wichtigkeit von Hygiene- und Distanzregeln. «Es liegt weiterhin an uns allen, das Virus zu bremsen.»

Wie lange hält die Wirkung der Impfung an?

Das ist eine offene Frage, da noch keine Langzeitstudien vorliegen. Bekannt ist, dass noch mehrere Monate nach einer Infektion sowohl Antikörper als auch sogenannte Gedächtniszellen, die bei einer Infektion zu einer raschen Reaktion des Immunsystems führen, nachgewiesen werden können. Das gilt als Hinweis, dass ein Impfschutz lange anhalten könnte.

Wie gelangen die Impfdosen zu den Impfzentren?

Die Beschaffung erfolgt über die Armeeapotheke. Sie liefert an eine kantonale Adresse. Von dort aus wird die weitere Verteilung kantonal organisiert.

Wie funktioniert die Covid-Impfung im Detail?

Video: watson/jah/lea

Hat der Impfstoff Nebenwirkungen?

Die Nebenwirkungen der Impfung von Pfizer und BioNTech sind gemäss einer im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Studie mit 44'820 Teilnehmenden moderat. 66 bis 83 Prozent gaben Schmerzen an der Einstichstelle an. Bei fünf bis sieben Prozent zeigten sich Rötungen oder Schwellungen an der Stelle.

Weitere Symptome waren Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Durchfall oder Muskel- und Gliederschmerzen. Besonders bei der zweiten Impfdosis bekam ein Teil der Teilnehmer Fieber. Diese Nebenwirkungen waren der Studie zufolge im Allgemeinen schwach bis mässig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab.

(ohe/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Putzen im Covid-Spital

1 / 8
Putzen im Covid-Spital
quelle: ch media / sandra ardizzone
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wie es aussieht, wenn du deinen Geschmackssinn wegen Covid verlierst

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kein Pardon von Parmelin: SVP-Bundesrat sieht Impfen als «Bürgerpflicht»

Entgegen der Linie seiner Partei steht der SVP-Bundesrat Guy Parmelin dem Covid-Zertifikat nicht kritisch gegenüber. Im Gegenteil: Seiner Meinung nach ist es richtig, dass Impfablehner mit den Konsequenzen ihrer Entscheidung leben müssen.

«Die eigene Freiheit stoppt dort, wo die Freiheit der anderen beginnt.» Diesen Satz sagte Bundespräsident Guy Parmelin am Dienstag im Interview mit dem «Blick». Die Aussage bezog sich auf seine Haltung zum Covid-Zertifikat und der damit verbundenen Debatte über Recht und Unrecht von Nachteilen gegenüber Ungeimpften.

Doch von Anfang an: Der Bund will in den nächsten Wochen das Covid-Zertifikat lancieren. Mithilfe dieses Zertifikats soll man vor Reisen oder Veranstaltungen nachweisen können, …

Artikel lesen
Link zum Artikel