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Polizeikontrollen und schlechtes Wetter – 7 Erkenntnisse aus der Wintersport-Saison

Die Schweizer Skigebiete blicken auf durchzogene Festtage zurück. Zwar strömten Tausende in die Berge, doch die Umsatzausfälle sind beträchtlich. Nun rufen sie nach Entschädigungen.

S. Ehrbar, G. Jordan, N. Vontobel und S. Kunz / ch media



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Die Skisaison 20/21 wird anders (Symbolbild). Bild: shutterstock

Die Schweiz bildet das gallische Dorf in Europa: Während überall rundum die Skigebiete geschlossen sind, können Wintersportler hierzulande ihrem Vergnügen frönen. Graubünden oder das Wallis hatten ihre Skigebiete schon länger geöffnet, in den letzten Tagen folgten auch St. Gallen, Schwyz oder Glarus. Sieben Erkenntnisse aus der bisherigen Wintersportsaison.

Die Gäste sind zurückhaltend

Die Skigebiete registrieren weniger Eintritte. Adelboden-Lenk (BE) rechnet mit einem Rückgang im Vergleich zu den letzten zwei Jahren von über 20 Prozent, ähnlich wie die Region Meiringen-Hasliberg (BE). Die Destination Arosa Lenzerheide (GR) registrierte über die Festtage an Weihnachten und Neujahr ein Minus von etwa 25 Prozent im Vergleich zum «sehr guten Vorjahr».

Je etwa ein Drittel weniger Eintritte verzeichneten Andermatt-Sedrun (UR/GR) und die Bergbahnen im Saastal (VS). Ein Minus von etwa 40 Prozent setzte es in Laax (GR) ab, gar eines von 42 Prozent seit dem 19. Dezember verzeichnen die Oberengadiner Bergbahnen (GR). Allerdings hatte auch das in vielen Regionen schlechte Wetter seinen Anteil. In Zermatt (VS) heisst es, die Zahlen seien im Vergleich mit Schlechtwettertagen im Vorjahr «leicht tiefer».

Auch die Hotels leiden

Die Flaute auf den Pisten trifft den ganzen Tourismus. Zwischen 20 und 30 Prozent tiefer sei die Auslastung in den Hotels im Vergleich zum Vorjahr gewesen, sagt Hotellerie-Suisse-Präsident Andreas Züllig. Das liege am Fehlen der ausländischen Gäste, aber auch an der Konstellation der Feiertage. Zudem hätten externe Gäste aus Ferienwohnungen gefehlt, die üblicherweise an Silvester einen wesentlichen Teil zum Umsatz der Restaurants, Bars, Cafés oder Wellnessanlagen beisteuerten. «Der Tourismus in den Schweizer Ferienregionen konnte im Gegensatz zu unseren Nachbarn funktionieren. Dafür sind wir dankbar», sagt Züllig. «Für einen funktionierenden Tourismus braucht es aber das gesamte Angebot am Berg, im Tal, auf und neben der Piste.»

Der Umsatz bricht ein

Konkrete Zahlen nennen nur wenige Gebiete. Die Flumserberge rechnen im Vergleich zum Vorjahr mit einem Loch von 4 Millionen Franken, das die behördlich angeordnete Schliessung in die Kasse gerissen hat. In etwa um 20 Prozent sei der Umsatz über die Festtage gesunken, heisst es in Meiringen-Hasliberg und Adelboden-Lenk. Grösser sind die Einbussen in Laax und Andermatt-Sedrun. Während das Innerschweizer Skigebiet auf gerade einmal 30 Prozent des Vorjahres kam, berichtet Laax im Vergleich zum Vorjahr von 7 bis 8 Millionen Franken weniger Umsatz - «vor allem aufgrund der drastischen Kontingentierung der Tageskarten», wie eine Sprecherin sagt.

Einige sind zufrieden, andere nicht

Ein einheitliches Bild gibt die Branche nicht ab. «Wir haben uns im Vorfeld etwas mehr erhofft», sagt ein Sprecher der Bergbahnen Arosa Lenzerheide. Unter den gegebenen Umständen müsse man aber zufrieden sein. Die Bilanz falle «durchzogen» aus, heisst es in Adelboden-Lenk. Man sei dankbar, dass man fahren dürfe, aber es seien auch deutlich weniger Gäste gekommen. Von einer «sehr zurückhaltenden Festtagsbilanz» sprechen die Oberengadiner Bergbahnen. In Meiringen-Hasliberg hingegen heisst es, man sei «den Umständen entsprechend zufrieden». Die Jungfrau-Region gibt sich «zufrieden»: Neben Ski- und Snowboard-Fahrern seien auch viele Schlittler und Winterwanderer gekommen.

Die Schutzkonzepte funktionieren

Die Schutzmassnahmen seien «von den Gästen sehr gut umgesetzt worden», heisst es bei den Flumserbergen. Die Saastal Bergbahnen teilen mit, nur in Ausnahmefällen müsse noch auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht werden und die Abstände würden grösstenteils eingehalten. Eine Konzentration der Besucher am Morgen zwischen 9 und 10 Uhr wie in den Vorjahren finde nicht mehr statt.

Etwas zurückhaltender äussern sich die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg: «Im Grossen und Ganzen» hätten die Massnahmen funktioniert, sagt ein Sprecher. «Ab und zu mussten die Gäste vor Ort nochmals an die Massnahmen erinnert werden. Die Umsetzung wurde von zusätzlichen Mitarbeitenden kontrolliert. Zudem hat auch die Polizei Kontrollen durchgeführt.»

Die Skigebiete wollen Entschädigungen

Es sei klar, dass die Bergbahnen von Kanton und Bund entschädigt werden müssten, hiess es kürzlich in einer Medienmitteilung der Bündner Bergbahnen. «Verhandlungen sind im Gange, Details aber noch nicht spruchreif.» Laut den Bergbahnen Arosa laufen aktuell Gespräche zwischen den Verbänden, dem Bund und den Kantonen für eine Entschädigung.

«Wir hoffen, dass dieser Austausch ein positives Ergebnis bringen wird», sagt Sprecher Stefan Reichmuth. Denn es fehle sehr viel Geld. «Neben den fehlenden Einnahmen sind die Ausgaben durch die Umsetzung der Schutzmassnahmen deutlich höher als in den Vorjahren.» Im Winter erwirtschafte Arosa den Hauptteil des Umsatzes, nämlich 80 Prozent und mehr.

«Somit ist der aktuelle Verlust doppelt hart und kann nicht mit dem sehr guten Sommer wettgemacht werden.» In einer ähnlichen Situation sind viele Bergbahnen, besonders in den Wintersportkantonen Wallis und Graubünden.

Die Gebiete bleiben offen

Der Kanton Graubünden hat die Bewilligung für seine Gebiete vorerst bis 22. Januar erteilt, die Kantone St. Gallen und Bern «bis auf Weiteres», wobei in Bern laut den Bergbahnen Meiringen-Hasliberg voraussichtlich schon am Mittwoch ein nächster Entscheid fallen dürfte. Anzeichen für eine Schliessung gibt es aber nicht - und bis dann heisst es überall: Pulver gut. (aargauerzeitung.ch)

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