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Strom sparen: Wir zeigen, wo die Stromfresser in unserem Haus sitzen

Wir müssen Strom sparen, doch wie? Wir zeigen, wo die Stromfresser in unserem Haus sitzen

In unseren Häusern leuchtet und blinkt es überall. Du wirst kaum erraten, was am meisten Strom frisst und wie viel unnötig verbraucht wird.
01.09.2022, 05:2801.09.2022, 10:47
Bruno Knellwolf / ch media
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Mit einem Grad weniger Raumtemperatur verbraucht man 640 kWh weniger Strom pro Jahr und spart rund 130 Franken.Bild: shutterstock

Kommt zu wenig Strom aus beinahe leeren Stauseen oder aus dem Ausland, könnte es im Winter knapp werden. Da stellt sich die Frage, wie im eigenen Haushalt Strom gespart werden kann. Stromfresser hat es dort viele. Am gierigsten sind in Schweizer Häusern Elektroherde und Backöfen, die pro Jahr 1419 Millionen Kilowattstunden (kWh) verbrauchen, wie das Bundesamt für Energie (BFE) schreibt. Gefolgt von Kühlgeräten und Wäschetrocknern.

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Bild: az

Kleingeräte schenken nicht ein

Auf diese grossen Geräte im Haushalt müsse deshalb der Fokus beim Stromsparen gelegt werden, sagt Nadja Gross, Projektleiterin Energieeffizienz bei Topten. Das ist eine Plattform in Zürich, welche die effizientesten Geräte auflistet. Kleine Geräte wie Rasierapparat und Smartphone brauchen im Vergleich zu einem Kühlschrank viel weniger Energie. Nadja Gross sagt:

«Der Jahresverbrauch des Handys entspricht in etwa einmal duschen.»

Auch ein Rasierapparat braucht in einem Jahr etwa gleich viel Strom wie eine halbe Stunde Staubsaugen. Der Stromverbrauch in der Nutzungsphase sei bei solchen Kleingeräten deshalb vernachlässigbar. «Man sollte aber bei den Kleingeräten auf Reparierbarkeit achten. Denn der Energieverbrauch ist in der Herstellung und Entsorgung am grössten», sagt Nadja Gross.

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100 Kilometer E-Bike oder einmal Waschen

Um sich vor Augen zu führen, wo man selbst am besten Strom einsparen könnte, helfen Vergleiche. Die macht Andreas Kriesi von der Stiftung Umwelt Arena Schweiz. «Mit einer Kilowattstunde kann man zum Beispiel 100 Kilometer mit dem E-Bike fahren oder einen 60-Grad-Waschgang durchführen. Und wer drei Minuten lang duscht, hat gleich viel Energie umgesetzt wie zehn Stunden Fernsehen.» Kürzer duschen hilft also, wie das schon der deutsche Energieminister Robert Habeck gefordert hat. Auch die Hände mit kaltem statt mit warmem Wasser zu waschen, spart etwa 1.5 Liter Warmwasser und damit rund 0.3 kWh Strom.

Eine halbe Stunde Netflix streamen verbraucht 0.25 kWh Strom, ein Buch lesen keinen - ausser vielleicht fürs Licht. Wer dabei auf LED-Lampen setzt, braucht dafür wenig Strom.

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Mit effizienten Geräten spart man über Jahre Strom

Wichtig zu wissen sei aber, dass man auch viel Strom sparen könne, wenn man Geräte kaufe, welche die höchste Energieeffizienz aufweisen. «Damit spart man anschliessend über die gesamte Nutzungsdauer während vieler Jahre Energie, ohne dass es wehtut», sagt Gross.

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Gänzlich unnötig ist der Stromverbrauch für Geräte, die gar nicht laufen: Fernseher, Stereoanlagen, das WLAN-Netzwerk mit Modem und Router sowie Akku-Ladegeräte im Schlafmodus. Set-Top-Boxen oder Stereoanlagen verbrauchen im Stand-by jährlich mehr Strom, als sie im Betrieb verursachen.

Riesiges Sparpotenzial beim Stand-by

Der Stand-by-Verbrauch ist je nach Gerät zwar unterschiedlich, der Stromverlust gesamt aber beträchtlich. 160 Millionen Franken umfasst das jährliche Stand-by-Sparpotenzial der Schweiz, schreibt Energie Schweiz. «Hier gilt: ausschalten, wenn das Gerät nicht gebraucht wird. Vor allem auch nachts und in den Ferien», sagt Nadja Gross. Am einfachsten ist das, wenn alle diese Geräte an einer Steckerleiste hängen und zusammen ausgeschaltet werden können.

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Selbsttest mit der energybox 2.0
Die tägliche Routine muss hinterfragt und wohl gebrochen werden. Dabei kann es nicht schaden, seine eigene Stromnutzung zu überprüfen. Das kann man mit dem Schnellcheck in der energybox 2.0 (energybox.ch) tun. Nach einigen Klicks zum eigenen Stromverbrauch erhält man eine Note – von A bis G, so wie auf der Energieetikette.
Geräte werden effizienter
Immerhin verbrauchen Kühlschrank, Computer und Co. immer weniger Strom, wie das Bundesamt für Energie schreibt. Obwohl die Anzahl der Haushalt- und Elektronikgeräte zwischen 2002 und 2020 auf 49.5 Millionen Geräte deutlich zugenommen hat, ist der Stromverbrauch um 16 Prozent gesunken.

Drei Gründe sind gemäss dem BFE ausschlaggebend: zum ersten der technologische Fortschritt der Geräte, zum zweiten veränderte Wünsche der Käufer, weniger Desktops, dafür mehr Laptops und Tablets, und drittens die Einführung von Mindestanforderungen beim Stand-by-Verbrauch sowie die Wirkung der Energieetiketten.
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Adolf Ogi wollte bereits 1989 Strom sparen – das SRF machte sich über ihn lustig
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371 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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giguu
01.09.2022 06:14registriert Dezember 2015
Reicht stromsparen wirklich aus? Warum gibt es noch kein PV Obligatorium für Neubauten? Erleichterung für PV Nachrüstung? Fördergelder? Vereinfachung Einspeisung? Die Probleme sind grösstenteils Hausgemacht. In meiner Stadt z.B. gibt es aktuell ein Hype kleine Holzöfen einzubauen. Die Stadt lehnt Aussenrohre für Kamine kategorisch ab, weil es nicht zum Ortsbild passe. Gleiches bei PV Nachrüstungen. Wer zieht solche Leute zur Rechenschafty die die Energiewende verhindern?
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Dave1974
01.09.2022 06:42registriert April 2020
So langsam gehts in die richtige Richtung mit Aufzeigen, was Energie bedeutet. Vorallem die Vergleiche zu völlig Alltäglichem können vielleicht etwas bewegen im Mikrobereich.
Manche beachten solche Details seit Jahrzehnten und da muss man sich nicht ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass das ganz viele gar nicht intressiert.
Und nun weiter zu Gewerbe, Industrie, Bildungswesen, öffentliche Verwaltung, etc....
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bokl
01.09.2022 07:24registriert Februar 2014
Also wenn ich nicht dusche, kann ich dafür 8h mehr Fernsehen? Geil! 🤣
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