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Der tragische Kindstod im Tessin: Jetzt brüllen sie wieder los, die Besserwisser(-Eltern)

Ein Fünfjähriges stirbt im Auto auf einem Parkplatz im Tessin. Ein Drama. Bis anhin ist unklar, was genau passiert ist. Aus den Foren und Facebook-Gruppen aber tönt es schon wieder: «So was würde mir nie passieren! Man weiss doch, dass in der Hitze ...» Elternbloggerin Kathrin Buholzer meint: Lieber den Mund halten, denn niemand ist unfehlbar. 

kathrin buholzer / elternplanet



Wer selber Kinder hat, weiss, wie schnell ein Kind aus den Augen verschwinden kann. Wer Kinder hat, weiss auch, wie schwierig es manchmal ist, auf alles gleichzeitig aufzupassen – Kinder, Verkehr, Verpflichtungen am Arbeitsplatz, ...

Ein Artikel von

Natürlich ist es die Pflicht von uns Eltern, auf unsere Kinder aufzupassen. Jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde. Wir müssen sie begleiten, sie über die Gefahren aufklären und wir müssen sie vor allem beschützen und auf sie Acht geben. Wir tun das, mit bestem Wissen und Gewissen. 

Und doch gibt es immer mal wieder einen kleinen Moment der Unachtsamkeit. Wir sind abgelenkt, mit den Gedanken kurz irgendwo anders, wir schauen kurz auf die andere Seite, leider sehr oft auch aufs Smartphönchen, wir plaudern kurz mit jemandem und schon ist es passiert: 

Das Kind ist weg. 

Das Gefühl der Ohnmacht

Jeder von uns hat das wohl schon mal erlebt. Dieses Gefühl der Ohnmacht. Dieser heisse Schauer, der einem über den Rücken jagt, einem fast den Atem raubt. Das Herz beginnt zu rasen, im Herz verspürt man einen Druck, als würde es gleich platzen, der Hals ist trocken und die Stimme versagt.

In den allermeisten Fällen dauert dieser Ausnahmezustand nur ein paar Sekunden, manchmal auch Minuten. Aber es scheint, als würde es ewig dauern, bis man sein Kind wieder in die Arme schliessen kann. 

Ich habe auch schon mal einen Moment eines unserer Kinder im Schwimmbad aus den Augen verloren. Gedacht, es sei beim Papa, und es dann vor dem grossen Schwimmbecken bei einem wildfremden Mann wiedergefunden. Nix passiert! Es hätte aber auch genauso gut in einer Katastrophe enden können. 

Ja, es gibt sie. Diese schrecklichen Unfälle oder Verbrechen, die manchmal passieren. Weil Eltern vielleicht einen Moment unaufmerksam sind, weil sie eben auch nur Menschen sind. Oder weil sie einfach nicht daran denken, dass etwas Schlimmes passieren könnte.

Dieser eine Moment, der das ganze Leben für immer verändert.

Die quälenden Fragen

Als Eltern oder als Erziehungsberechtigte stellt man sich dann sofort diese quälenden Fragen:

«Warum hab ich diese 20 Sekunden nicht aufgepasst?»

«Warum hab ich es nicht an die Hand genommen?»

«Warum sind wir nicht fünf Minuten später losgelaufen?»

«Warum hab ich mit meiner Freundin noch kurz geredet?»

«Warum hab ich nicht noch mal kontrolliert, ob ich die Bremse beim Kinderwagen richtig angezogen habe?»

«Warum habe ich es einfach dort schlafen lassen?»

Das Tamtam in den sozialen Medien

Gleichzeitig wird in den (sozialen) Medien mit grossem Tamtam dieses traurige Schicksal gepostet, diskutiert, ausgeschlachtet und es wird öffentlich getrauert.

Kathrin Buholzer

Elternplanet

ist der Schweizer Elternblog. Hier werden die wichtigsten Erziehungsfragen diskutiert. Es gibt ausserdem Tipps und Webvideos für den Erziehungsalltag, alles mit viel Fantasie und Humor. 
Die Betreiberin des Blogs, Kathrin Buholzer, ist Journalistin und Elternberaterin sowie Mutter von zwei Mädchen (13 und 11 Jahre).
Elternplanet ist auch auf Facebook

Es werden gut gemeinte Ratschläge erteilt, fremde Menschen ärgern sich darüber, warum man denn – wenn ein Kind verschwunden ist – um Himmelswillen nicht mit Hunden nach dem Kind sucht, oder die Suche in der Nacht unterbricht, warum denn diese oder jene nicht besser auf das Kind aufgepasst hat. 

Wenn ein Kind in einem Auto auf einem Parkplatz stirbt, dann wissen immer alle, «dass man das doch nicht macht, ein Kind im Auto zurücklassen».

Kerzenbilder – und Vorwürfe

Auf Facebook werden dann jedes Mal zig Kerzenbilder gepostet, mit denen man an die armen Eltern denkt. Doch zwischen den Kerzen und den Engelsbildern tauchen sie immer wieder auf. Wie kleine, spitze Nadeln: die Vorwürfe.

«Wenn ein Kind schläft, dann wartet man bis es wieder erwacht oder man weckt es, wenn man fort muss! als Mutter sollte man wissen, wie lange das Kind Mittagsschlaf macht!»

«Wahrscheinlich haben die einfach ein bisschen zu heftig gefeiert!»

«Typisch, schaut euch mal das Profilbild der Mutter an!» 

«Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der mit der Mutter zur Schule ging. Die war schon damals nicht sehr zuverlässig.» 

«Ich will ja nix sagen, aber wie kann ein Kind einfach so verschwinden? Die Eltern müssen doch aufpassen.» 

«Nicht böse gemeint, aber man lässt doch sein Kind keine Sekunde aus den Augen?»

«In der Zeitung stand, dass die schon ein Kind im Heim haben.»

Denken ist das eine – öffentlich kommentieren das andere

Natürlich macht sich jeder von uns bei Schlagzeilen rund um Unfälle oder Verbrechen von Kindern immer seine Gedanken. Wie so etwas passieren konnte. Ob man es nicht hätte verhindern können. Wer denn «Schuld» hat.

Das ist wohl menschlich.

Dass man so etwas DENKT, ist das eine. So was aber ÖFFENTLICH zu kommentieren und die Eltern und deren Umfeld zu verurteilen, ist einfach nur komplett daneben. 

Wie können wir uns anmassen, in sozialen Netzwerken oder in den Kommentarspalten der Onlinezeitungen öffentlich darüber zu urteilen, zu richten? 

Wie können wir über einen Unfall oder ein Verbrechen urteilen, wenn wir nicht alle Details kennen? Und auch wenn wir sie kennen, wer gibt uns das Recht, öffentlich Vorwürfe zu machen? 

Hätte das auch mir passieren können?

Ohne Frage, es ist schlimm, ganz furchtbar schlimm, wenn ein Kind stirbt. Vielleicht hätten die Eltern oder deren Umfeld es verhindern können. Vielleicht hätten sie sich anders verhalten können oder sollen und alles wäre gut ausgegangen. 

Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht wäre es auch trotz dem «hätte, wäre, sollte» passiert. Wir wissen es einfach nicht. 

Dass wir manchmal über andere urteilen, kann man, glaub ich, nicht verhindern. Dass wir aber ÖFFENTLICH und lautstark über andere urteilen, schon. 

Niemand von uns ist unfehlbar.

Deshalb mein Rat an alle, die sich ihre Gedanken machen. Also, lieber einfach nur ein Kerzenbild posten und den Mund halten. 

Oder gar kein Kerzenbild posten. 

Lieber die eigenen Kinder in den Arm nehmen und froh sein, dass wir bis jetzt vielleicht einfach grosses Glück und die Kinder einen Schutzengel hatten und noch bei uns sein dürfen.

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • NatValCas 24.07.2015 15:02
    Highlight Highlight Ihr wisst aber schon dass dieser Artikel recycelt ist? Der wurde damals geschrieben weil tatsächlich kurz hintereinander zwei Kinder durch eine kurze Unachtsamkeit der Eltern ertrunken sind. Und es ist himmelgrosser Unterscheid, sogar für die/den Verfasser ob Du dein Kind eine Sekunde aus den Augen lässt, oder über drei Stunden einfach vergisst!
  • saukaibli 24.07.2015 13:08
    Highlight Highlight Ich finde es macht einen grossen Unterschied ob ein Kind irgendwo runterfällt oder sich sonst wie verletzt oder sogar stirbt weil man gerade nicht hingeschaut hat oder ob man ein Kind einfach vergisst. Sogar Tiermütter merken, wenn anstatt 4 plötzlich nur noch 3 Junge da sind und die haben nie gelernt zu zählen. Für mich ist das ganz einfach unverständlich wie so etwas passieren kann.
    • NatValCas 24.07.2015 15:02
      Highlight Highlight Stimmt.
  • hermeliene 24.07.2015 12:42
    Highlight Highlight All denen die solche Kommentare schreiben ,ich wünsche euch nur 10 Minuten lang den Schmerz , den eine Mutter ein Leben lang trägt wenn man sein Kind verloren hat !
    Wir verwaiste Eltern stehen immer in der Kritik , aber hier auf Erden ist mir noch niemand mit Flügeln begegnet.
  • hermeliene 24.07.2015 12:08
    Highlight Highlight Es berührt mich zu tiefst , wie hier fremde Menschen urteilen können .
    Ich selber habe meinen geliebten Sohn bei einem Unfall 2007 verloren .....
    und weiss das nach einem solchen Schicksalsschlag nichts mehr von deinem Leben bleibt !! Ihr alle vergesst dieses tragischen Unfall wieder und euer Leben geht weiter, aber wir verwaisten Mütter müssen damit leben und zwar lebenslänglich !!!
    In tiefen Gedanken nehme ich diese Mutter in die Arme und wünsche Ihr viel Kraft für Ihre Kinder und sich selbst .
  • Elternplanet 23.07.2015 22:52
    Highlight Highlight Wir müssen als Eltern alles tun, um unsere Kinder zu beschützen, über sie zu wachen und wir müssen uns immer bewusst sein, welch ungeheure Verantwortung wir jeden Tag tragen.









  • Elternplanet 23.07.2015 22:52
    Highlight Highlight Die Mutter des Mädchens wird sich vor Gericht verantworten müssen. Sie wird erklären müssen, warum es dazu kam und sie wird ihr ganzes Leben mit dieser Schuld leben müssen.
    Es geht nicht darum etwas schön zu reden, es ist ganz einfach furchtbar und unverständlich. Urteilen bringt aber genau so wenig, helfen kann da nur die Aufklärung.
    Man muss Eltern immer und immer wieder sagen, dass sie ihre Kids unter gar keinen Umständen alleine im Auto lassen sollen, auch wenn sie grad so schön schlafen.
  • Elternplanet 23.07.2015 22:51
    Highlight Highlight Auch ich bin fassungslos, wie man anscheinend ein kleines Kind 3 Stunden im Auto vergessen kann. Hier ging es nicht um eine kleine Sekunde der Unachtsamkeit.
    Auch ich behaupte, wenn ich mit meinem Umfeld diskutiere, dass mir so etwas nie im Leben passieren könnte. Und ich hoffe wirklich, wirklich sehr, dass es so ist.
    Wir wissen nicht, was GENAU passiert ist, wie so etwas Schreckliches passieren konnte. Warum sie das Mädchen im Auto liess. Ob sie die unzähligen Meldungen nicht gelesen hat, dass es lebensgefährlich ist, ein Kind nur ein paar Minuten im heissen Auto zu lassen.
  • Elternplanet 23.07.2015 22:51
    Highlight Highlight Einen Moment nicht aufgepasst, die kleinen Knirpse verschwunden und das Leben ist von einer Sekunde völlig aus der Bahn geworfen.
    Es geht aber hier nicht in erster Linie um die traurigen Schicksale, sondern um den wütenden Mob, der sich jedes Mal bei solchen Unfällen/Todesfällen aufbäumt und noch bevor ganz klar ist, was genau passiert ist, laut schreit und verurteilt.

    Natürlich kann man den Tod dieses Mädchens nicht mit den anderen Ertrinkungs-Unfällen vergleichen.
  • Elternplanet 23.07.2015 22:50
    Highlight Highlight Hallo ihr lieben Kommentarschreiberinnen und Schreiber
    Ich melde mich hier auch noch kurz zu Wort und möchte noch ein paar Dinge dazu sagen.
    Es ist wichtig zu erwähnen, dass dieser Artikel bereits Mitte April geschrieben und auf Elternplanet erschienen ist und Anfang Mai dann auch noch auf watson veröffentlicht wurde.
    Hintergrund davon waren die beiden tragischen Ertrinkungsunfälle, bei denen 2 kleine Kinder ums Leben kamen.
  • magicfriend 23.07.2015 22:32
    Highlight Highlight Warum nimmt keiner die Familienverhältnisse als Mitschuld der Tragödie auf? Angeblich sind die Eltern in der Trennung. Vier Kinder als alleinerziehende Mutter. Es gibt nur Verlierer. Und die Mutter war wohl mit den vier Kids in den Ferien überfordert. Wenn der Papa auch da gewesen wäre, hätte es diese Tragödie nicht gegeben. Ich wünsche den Geschwistern und den Eltern der Verstorbenen, dass sie einmal über das Geschehene hinwegkommen.
    • JasCar 24.07.2015 21:40
      Highlight Highlight Weil auch bei diesem Kommentar eine vorgefasste Meinung beschrieben wird.
      Woher soll man wissen, ob sie mit ihren vier Kindern tatsächlich überfordert war? Und kann man sicher sein, dass es mit dem Vater nicht auch passiert wäre?
      Ich denke die Blitze gelten den Vermutungen, Beurteilungen aus Distanz, ohne näheres Wissen über die genauen Umstände.
      Ich möchte die Mutter nicht werten, ich wünsche der Familie, vorallem auch den Geschwistern, von Herzen viel Kraft auf ihrem weiteren Weg!
  • buco 23.07.2015 22:16
    Highlight Highlight Wie oft werden Kinder auf Autobahnraststätten vergessen!
  • buco 23.07.2015 22:10
    Highlight Highlight Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der ...... Und dann fällt das Beil!
  • Bischer Fettwarenfabrik 23.07.2015 21:02
    Highlight Highlight Eine Wertung ist sowieso erst nach Kenntnis der FAKTEN möglich. Diese zu ermitteln ist der Job der Polizei / Staatsanwaltschaft. Bis dahin ist jede Wertung eh haltlos.
  • zombie woof 23.07.2015 19:37
    Highlight Highlight Wie oft sind wir Eltern an einer ähnlichen Katastrophe vorbeigeschrammt? Es gibt so viele Beispiele die davon berichten dass nichts mehr gefehlt hat, und man hätte sein Kind verloren. Wer gibt uns das Recht, jetzt über diese Mutter zu richten?
  • FuriousPete 23.07.2015 18:46
    Highlight Highlight Ihr Artikel ist völlig deplatziert. Natürlich wird in der heutigen Welt "öffentlich" kommentiert. Und alle Details werden wir nie kennen, auf was also warten? Dass das Kind mind. 1 Stunde im Fahrzeug war scheint mir ziemlich erwiesen und reicht mir völlig um öffentlich zu sagen: "Was für Rabeneltern". Spielen sie das nicht herunter, sowas ist kein Versehen. Die Ausgangslage ist eine völlig andere, wenn ich mein Kind 30 Sekunden aus den Augen verliere und es fällt ins Wasser. Das ist ein tragischer Unfall. Aber sein Kind stundenlang bei dieser Bruthitze im Auto lassen - sorry, aber das ist fahrlässige Tötung. 99% ihres Artikels ist das Schönreden und ausradieren dieser Unterscheidung.
    • Bischer Fettwarenfabrik 23.07.2015 21:15
      Highlight Highlight Was, wenn z.B. das älteste Geschwister (gemäss Berichten scheinbar 15 Jahre alt) dem Mami angeboten hat, die Kleine zu hüten? Wäre das auch ein irrelevantes Detail? Ohne Faktenkenntnis: STFU
    • HerrGerold 23.07.2015 21:17
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Es gibt wie gesagt wohl einen unterschied zwischen 10sek wegschauen und ein kind 3h lang "vergessen". Mir völlig unbegreiflich wie man sein eigenes Kind im Auto vergessen kann, bei diesen Temperaturen noch dazu. Ist für mich vergleichbar wie vergessen zu Atmen, das kann doch einfach nicht sein. Ganz schlimme Story :-/
  • oxyqen 23.07.2015 18:02
    Highlight Highlight Die Familie tut mir wahnsinnig leid und ich bedauere ihren Verlust unendlich. Ich sage auch nicht, dass ich als Mutter unfehlbar bin. Aber das erst 5-jährige Kind über Stunden im Auto zu vergessen, das hat einfach nichts mit einer kleinen Nachlässigkeit zu tun. Deshalb finde ich den Artikel sehr unpassend.
  • Ich-meins-doch-nicht-so 23.07.2015 17:19
    Highlight Highlight Zum Artikel scheint mir alles gesagt zu sein, auch von mir herzliche Gratulation. Die Kommentare beweisen, mit wenigen Ausnahmen, dass ein solches Thema auch in Sozialen Medien durchaus differenziert diskutiert werden kann. Wir dürfen die Wortführerschaft in den neuen Medien nicht einfach einem wütenden Mob überlassen - zu gross ist deren Einfluss auf Entscheidungsträger in der Wirtschaft und Politik. Heute wird nicht nur an der Urne abgestimmt, sondern jeden einzelnen Tag in den Foren und Kommentarspalten dieses Landes. Macht den Mund auf und - Schweigen heisst zustimmen.
  • BeatBox 23.07.2015 17:10
    Highlight Highlight Nur noch so am Rande: Ich möchte die verständnisvollen Eltern in den Kommentaren hören wenn ein 11-jähriger auf einem Schulreisli in einem Fluss ertrinkt. Vielleicht sogar noch der eigene Sohn... Da packen sich die achso verständnisvollen dann sicher auch an der eigenen Nase und machen sich Vorwürfe wieso sie ihrem Kind nicht beigebracht haben, dass Flüsse gefährlich sind.
    • Anded 23.07.2015 18:21
      Highlight Highlight Ist schon sehr am Rande, dein Kommentar. Weil er weder mit dem Artikel, noch mit dem Fall im Tessin etwas zu tun hat. Es geht hier nicht um verständnisvoll oder nicht. Es gibt die, welche sich anmassen über den Fall und die Betroffenen öffentlich urteilen zu müssen, und es gibt die, welche das für sich selbst verarbeiten und die Klappe halten.
  • BeatBox 23.07.2015 16:52
    Highlight Highlight Ich könnte ko..en ab einem Artikel in dem man noch für Verständnis plädiert. Es ist einfach pure und krasse Dämlichkeit ein Kind im Auto schlafen zu lassen, ähnlich wie auf einem Boden mit Bodenheizung... Und es war ja der erste warme Tag im Jahr... Es sind auch viele banale Dinge, bei denen immer wieder Risiken genommen werden: Glas auf Tischecke stehen lassen, Papier auf dem Kochherd deponieren... Alles hat selten konsequenzen, "ich vergesse es schon nicht..." aber es gibt die Möglichkeit Risiken von Grundauf zu vermeiden! Das kann man lernen, das Auge dafür entwickeln. Aber wenn man etwas sagt ist man noch der Trottel im Umzug. Es ist egal ob die Geschwister das Kind aus dem Wagen holen sollten, es ist bei 30grad IMMER ein Blödsinn!!!

  • Triple 23.07.2015 16:20
    Highlight Highlight Sehr guter Bericht. Habe vor Jahren meinen Sohn beinahe in einem Fluss verloren. Dieser Moment hat mich nie losgelassen und lässt mich heute noch erschauern.
    All die ganzen Besserwisser haben keine Ahnung.
  • Alex23 23.07.2015 16:13
    Highlight Highlight Im Netz einen Riesen Shitsturm zu entfachen, ist sicher daneben. Das gilt für alle Shitstürme. Unsere Empörungsgesellschaft maßt sich da generell ziemlich viel an.

    Ich denke aber, dass die Autorin des Artikels da zu viel Generalisierendes von sich gibt, immer vor dem Hintergrund: Viel kann passieren, wenig braucht es dazu. Keiner ist unfehlbar. Das ist richtig.
    Und trotzdem, in diesem spezifischen Fall muss auch gesehen werden, dass es sich hier eben nicht um den kleinen Moment der Unaufmerksamkeit handelt, sondern um eine unbegreifliche Dummheit, die durchaus angeprangert werden soll. Einfach, damit sowas nicht mehr passiert!
    Es braucht schließlich kein Studium der Physik, um zu wissen, wieviel Grad in einem geschlossenen Auto entstehen können, wenn die Außentemperatur über 30 Grad ist. Selbst wer nicht an das Schlimmste denkt, nämlich den Tod, wird sich unschwer die Qualen vorstellen können, die eine solch klaustrophobische Situation hervorrufen.
  • Hessmex 23.07.2015 15:45
    Highlight Highlight Ein treffend geschriebener Artikel. Ich habe wärend meiner "Kinderzeit" nie eine Solche Situation erleben müssen, aber, habe einmal auf dem Rückweg vom Waldspaziergang meinen Hund vor dem Coop angebunden und nach dem Einkaufen vergessen, das
    • Hessmex 23.07.2015 15:59
      Highlight Highlight Fortsetzung von oben: das zeigt doch auf, das man sich durchaus so ablenken lassen kann, das man etwas kurz aus den Augen verliert! Bei mir war es jetzt "nur" mein Hund und der war 2 Std. später immer noch dort und hat in stoischer Ruhe auf mich gewartet!
  • amberli 23.07.2015 15:28
    Highlight Highlight Ganz unabhängig davon, ob irgendwann mal noch ein Richter über die Mutter urteilen wird; die Höchststrafe hat sie schon bekommen. Ich finde es grotesk, wie Leute ohne Fachwissen dazu kommen hier mögliche Straftatbestände zu nennen. Ich habe drei Kinder und auch mir ist es ein Rätsel, wie einem das passieren kann. Ein solcher Fehler kostete das machen ihr Leben. Das ist das schlimmste, was passieren kann. Aber ich würde mir bitte anmaßen über die Mutter zu urteilen.
    • amberli 23.07.2015 16:15
      Highlight Highlight kostete das Mädchen ihr Leben.
      ich würde mir niemals anmassen...
      blöde Autokorrektur :-/
  • Baba 23.07.2015 14:55
    Highlight Highlight Danke Elternplanet für diesen Artikel und danke watson, dass ihr ihn nochmals in den Fokus rückt! Mich dünkt es wichtig, wenn ich so gewisse Kommentare lese :'(.
  • Walter Sahli 23.07.2015 14:39
    Highlight Highlight @Trader & beatz: Ihr habt keine Ahnung, was genau passiert ist und inwiefern sich Mutter und die drei anderen Kinder möglicherweise missverstanden haben, wer das Kind rausholt und zum Spielen resp. zum Zelt mitnimmt. Und wenn man keine Ahnung hat, dann einfach mal die Fresse halten! (Zitat D. Nuhr)
  • Alidan 23.07.2015 14:24
    Highlight Highlight Der erste Artikel zum ganzen Drama, bei dem ich jede einzelne Zeile unterschreiben könnte!
    Kein Mensch ist fehlerlos! Meistens haben unsere Fehler aber kaum Konsequenzen und all jene Besserwisser, die hier auf die Mutter eindreschen sind entweder weltfremd oder haben noch nie auf ein Kind aufgepasst!
  • beatz 23.07.2015 14:00
    Highlight Highlight Was soll dieses Elaborat?

    Im konkreten Fall ging es um eine Mutter, die ihr Kind bei grosser Hitze im Wagen gelassen hat. Da gibt es nichts zu beschönigen, nichts zu relativieren, keine anderen Szenarien herbeizudichten.
    • Anded 23.07.2015 14:39
      Highlight Highlight Bei einer Mutter, die ihr (Klein-)Kind in der Badi aus den Augen lässt gibt es auch nichts zu beschönigen. Dieser Artikel richtet sich gegen Kommentarschreiber, welche meinen: a) die Mutter anzugreifen und zu verurteilen bringe das Kind zurück und/oder b) Kommentarleser bräuchten diese Kommentare (im Gegensatz zu gesundem Menschenverstand) um solche Fälle in Zukunft zu verhindern.
    • Hans Jürg 23.07.2015 16:27
      Highlight Highlight Genau. Ist mir übrigens mal passiert. Ich liess meine damals 2jährige Tochter nur ca. 10 Sekunden aus den Augen im Vertrauen, dass die ältere Tochter (damals 5) schon auf sie aufpasse. Sie war weg! Ich in Panik. Eine gefühlte Ewigkeit später (nur 2, 3 Minuten) kam eine (zu Recht!) sehr erboste Bademeisterin mit meiner kleinen an der Hand und schiss mich so was von zusammen. Die kleine war offenbar zum Bassin gerannt und reingesprungen. Zum Glück hat das die Bademeisterin gleich bemerkt und hat sie rausgezogen. Ich will mir gar nicht vorstellen, was hätte passieren können. Schnell passiert es.
  • Tobias K. 23.07.2015 13:57
    Highlight Highlight Meistens kommen doch diese Kommentare von Leuten, die keine eigenen Kinder haben. Hab mich auch schon mal dabei erwischt, als ich mich über ein weinendes Kind im Bus nervte. Seit 6 Monaten bin ich nun selbst Vater und man sieht die Dinge aber sowas von anders. Auf die Mutter einzudreschen bringt einfach nichts. Sie ist genug gestraft mit dem was ihr passiert ist. Und man sollte immer daran denken: So etwas macht niemand mit Absicht. Die meisten Hater sollten erst mal selber Kinder haben und mal das Gefühl kennen überall und immer auf das Kind fokussiert zu sein.
  • Malin 05.05.2015 17:49
    Highlight Highlight Ich hab meine Tochter in der Garderobe vom Schwimmbad aus den Augen verloren. Wir waren nach dem Babyschwimmen am plaudern, die Kleine hat sich in den Garderobenkästen versteckt und war plötzlich weg! Im Hallenbad, draussen, richtung Garage haben wir gesucht und sie schlussendlich im Restaurant in der Spielecke gefunden. Sie ist mit einer anderen Gruppe Mamis mitmarschiert als diese nach oben gingen...
    • Elternplanet 06.05.2015 00:22
      Highlight Highlight Ich kann dir nachfühlen. Das Blut rauscht im Kopf, ein heisser Schauer jagt durch den Körper. Es ist einfach so schnell passiert, auch wenn man aufpasst.
  • sas 05.05.2015 12:29
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel! Betrifft übrigens auch viele andere Themen, manchmal lieber die Klappe halten und sich den Kommentar sparen!
  • weisse Giraffe 05.05.2015 10:36
    Highlight Highlight Ich frage mich immer, woher dieser Drang kommt, auf Leute einzudreschen, die eh schon am Boden liegen. Da haben Eltern schon ihr Kind verloren, was ein Horror für sich ist - und dann "muss" man sie auch noch sozial ächten und fertigmachen? Warum? Selbst wenn sie tatsächlich schuld wären... ist dieser Schmerz nicht stark genug?

    Klar, die meisten der Ächterinnen und Schwätzer sitzen einem Fehlglauben auf - sie wollen glauben, dass schlechte Dinge nur schlechten Menschen passieren; dass man Schicksalsschläge durch eigene Schuld "verdient". Wenn sie sich vergewissern, dass jene, denen das Unvorstellbare passiert, "nicht so sind wie wir", glauben sie, davor geschützt zu sein. Sie glauben, dass ihnen "so etwas" nicht passieren kann, als würde das Schicksal nicht bisweilen zufällig zuschlagen.

    Beruhigend - aber ein Irrglaube. Und für jene, die Mitgefühl benötigen würden, brutal.
    • Elternplanet 06.05.2015 00:25
      Highlight Highlight Und diese Kommentare und Feedbacks bleiben auf ewig im Netz gespeichert. Man wird immer wieder darüber stolpern. Für die Betroffenen ist das wirklich, noch zusätzlich zum Schmerz, ganz schlimm.
    • beatz 23.07.2015 14:01
      Highlight Highlight Vielleicht lernen ja andere daraus...
  • Sagitarius 04.05.2015 22:44
    Highlight Highlight Keiner soll mir damit kommen: Mir passiert doch so etwas nicht!

    Vor Jahren haben wir unseren Älteren (mittlerweile 22) in der IKEA "verloren". Ich dachte meine Frau schaut, sie dachte ich schaue.

    Es waren wie oben beschrieben nur ein paar Sekunden..... aber ich kann nicht beschreiben wie gross unsere Erleichterung war als wir ihn einen WC-Besen schwingend und singend zwischen den Gestellen wieder fanden!

    Im Nachhinein lustig; aber ich möchte dieses Gefühl nie, nie wieder erleben!!



    • Elternplanet 05.05.2015 13:50
      Highlight Highlight 1000 Steine fallen einem vom Herzen, wenn man die Kids wieder in die Arme schliessen kann...
    • Hans Jürg 23.07.2015 16:33
      Highlight Highlight Oh ja, das sind die wohl schrecklichsten Momente im Leben. Wer als Vater oder Mutter hat das nicht auch schon erlebt? Und wir alle können glücklich sein, wenn unsere Geschichte glücklich endet.
    • BeatBox 23.07.2015 16:57
      Highlight Highlight Hier geht es nicht um ein paar Sekunden!
  • 2sel 04.05.2015 22:28
    Highlight Highlight Sehe ich genauso, danke!
    • Elternplanet 06.05.2015 00:25
      Highlight Highlight Immer gerne. :-)
      Freut mich, dass du hier mit liest.
  • Jeanne Doe 04.05.2015 22:24
    Highlight Highlight Danke für den Artikel... Leider ist es heute wirklich zu einfach, man kann anonym urteilen und verurteilen... :( ich wünsche allen Eltern Kraft, die durch eine solch schwere Zeit gehen, die sich den Rest ihres Lebens Vorwüfe machen...
    • Elternplanet 06.05.2015 00:25
      Highlight Highlight Danke für dein Feedback!

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