Tabakprävention in Europa: Die Schweiz landet auf den Schlussrängen
Die Schweiz steht in der europäischen Skala zur Tabakkontrolle schlecht da. Sie belegt unter bewerteten 37 Ländern Europas den zweitletzten Platz, wie die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz am Mittwoch mitteilte.
Die Schweiz befindet sich gemäss der Skala in Gesellschaft von osteuropäischen Staaten, Italien und Balkanländern. Noch schlechter platziert ist einzig Bosnien und Herzegowina, während Irland, Grossbritannien und die Niederlande die ersten drei Plätze belegen.
Defizite ortet der Bericht beim Werbeverbot, beim Schutz vor der politischen Einflussnahme der Tabakindustrie, bei der Regulierung neuer Nikotinprodukte sowie im Bereich der Prävention. Zudem sei die Schweiz das einzige bewertete Land, welches das WHO-Rahmenabkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs nicht ratifiziert habe.
Trotzt Anpassungen in jüngerer Zeit würden in der Schweiz nach wie vor Gesetze mit erheblichen Schlupflöchern und Ausnahmen zugunsten der Tabakindustrie verabschiedet, heisst es im Bericht.
Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz (AT Schweiz) bezeichnet das Ranking als «deutliches politisches Warnsignal». Sie fordert ein umfassendes Werbeverbot, eine strikte Regulierung neuer Nikotinprodukte, eine Erhöhung der Tabakpreise, einen Ausbau der Prävention sowie die Ratifikation des Rahmenübereinkommens der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs. (sda)
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