DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Superspion im Dienste ihrer Majestät der Königin: Schauspieler Daniel Craig als MI6-Agent James Bond.
Der Superspion im Dienste ihrer Majestät der Königin: Schauspieler Daniel Craig als MI6-Agent James Bond.
bild: sony pictures

Du wolltest schon immer mal ein Spion sein? Jetzt hast du (vielleicht) eine Chance

Ein Job, so schillernd wie verschwiegen: Ein Quellenführer beim Nachrichtendienst des Bundes arbeitet in der Schattenwelt. Aber wie kommt man dazu?
14.03.2021, 04:37
Sven Altermatt / ch media

Dass die Stelle keine wie jede andere ist, zeigt sich schon daran, wer sie anbietet: der Nachrichtendienst des Bundes (NDB). Und spätestens nach dem ersten Satz der Jobausschreibung wird klar, wie ungewöhnlich die Affiche ist. «Sie suchen mittels menschlicher Quellen nach Informationen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind», steht da. Tatsächlich hält der NDB nach einem eigentlichen Superspion Ausschau.

Zu vergeben ist die Stelle «einer Verantwortlichen oder eines Verantwortlichen für die Quellenführung». Wer den Job antritt, arbeitet im ältesten Metier der Geheimdienste; in einer Schattenwelt, über die sich selbst die per se verschwiegenen Spione am liebsten ganz ausschweigen. Quellenführer arbeiten im Verborgenen. Was im Geheimdienstjargon als «menschliche Quellen» oder «Human Intelligence» (kurz «Humint») bezeichnet wird, nennt der Volksmund auch Verbindungsleute oder Spitzel.

Quellenführer rekrutieren externe Personen, um Informationen zu beschaffen. Anders als klassische Informanten liefern menschliche Quellen dem Nachrichtendienst regelmässig Informationen. Sie werden im Umfeld gewalttätiger und extremistischer Personen oder auch bei terroristischen Organisationen eingeschleust, um deren Milieu zu infiltrieren und auszuforschen. Offiziell ist die Rede von «Personen, die über Zugang zu sensitiven, für die Schweiz besonders relevanten Informationen beziehungsweise Informationsträgern verfügen».

Das Gegenteil von James Bond

Ein Doppelleben ist quasi das Schicksal des Spitzels. Der Quellenführer dient ihm als fester Ansprechpartner im Nachrichtendienst, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis ist unerlässlich. Das Gesetz erlaubt den Einsatz privater Verbindungsleute und Tarnidentitäten, um deren wahres Ich gegen aussen geheim zu halten. Aufgrund des Personenschutzes sei in diesem Bereich «besondere Geheimhaltung erforderlich», heisst es beim NDB.

Bösewichte, Schiessereien und ganz viel Action. Im Alltag hat die Geheimdienst-Arbeit nur wenig mit den Bond-Filmen gemeinsam.
Bösewichte, Schiessereien und ganz viel Action. Im Alltag hat die Geheimdienst-Arbeit nur wenig mit den Bond-Filmen gemeinsam.
bild: keystone

Vor vier Jahren sorgte der Fall eines Schweizer Spitzels für Aufregung. Daniel M. sollte für den NDB deutsche Steuerfahnder ausspionieren und flog auf. Kritiker bemängelten daraufhin unter anderem eine mangelhafte Quellenführung.

Dass die Stelle eines Quellenführers öffentlich ausgeschrieben wird, ist ungewöhnlich. Oft werden entsprechende Posten intern mit langjährigen Geheimdienstlern besetzt. Ein guter Quellenführer, so erklärte Ex-Nachrichtendienstchef Markus Seiler einmal in dieser Zeitung, sei das Gegenteil von James Bond: komplett unauffällig. «Er sollte sich auch im Ausland wie ein Fisch im Wasser bewegen können.»

Interessenten sollen über ihre Bewerbung schweigen

Eine Quellenführer müsse überdies die «zwingende Einhaltung der rechtlichen und institutionellen Richtlinien» garantieren, wie es im aktuellen Stellenprofil heisst. Bewerber sollten über einen Hochschulabschluss oder eine Polizeiausbildung verfügen.

Ansonsten ist die Ausschreibung dürr gehalten, nähere Informationen werden Interessenten nur auf telefonische Anfrage hin mitgeteilt. Bewerbungen nimmt der NDB aus Sicherheitsgründen lediglich per Post entgegen. Und Interessenten werden schon vorab gebeten, mit niemandem über ihre Bewerbung zu sprechen.

Zu weiteren Details will sich der NDB gegenüber dieser Zeitung nicht äussern. Auch nicht dazu, wie viele Interessenten sich schon für die Spionagestelle gemeldet haben. Top secret.

Lieber auf der anderen Seite? Dieser Bond-Bösewicht wärst du

Quiz
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Ranking: ALLE Bondfilme – von grottenschlecht bis hammergeil

1 / 27
Ranking: ALLE Bondfilme – von grottenschlecht bis hammergeil
quelle: thejamesbondsocialmediaproject.com / thejamesbondsocialmediaproject.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Zum Verwechseln ähnlich

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Die EU ist knallhart»: Wo die Nadelstiche der EU der Schweiz so richtig weh tun

Die EU kann die Schweiz im Strommarkt ins Abseits laufen lassen und die Versorgungssicherheit wäre gefährdet. Denn nirgends sonst ist die Schweiz so sehr vom Ausland abhängig wie bei der Energieversorgung. Hilft eine Strom-Neat, wie sie die Mitte fordert? Oder doch nicht?

Das Herz des europäischen Stromnetzes begann im Aargauer Hinterland zu schlagen. Das Städtchen Laufenburg ging als der Ort in die Geschichte ein, wo das europäische Stromnetz geboren wurde. 1958 schaltete man dort erstmals die Netze von Deutschland, Frankreich und der Schweiz zusammen.

Der «Stern von Laufenburg» ermöglichte Importe und Exporte, brachte Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Und bescherte der Schweizer Strombranche später goldene Jahre: Den Strom aus den Stauseen in den …

Artikel lesen
Link zum Artikel