Schweiz
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EDITORS NOTE : DIESES BILD DARF NUR IM ZUSAMMENHANG MIT DER MUTTERSCHAFTSVERSICHERUNG VERWENDET WERDEN - Die Muetter Gabrielle und Dragica, von links, hoffen dass die Mutterschaftsversicherung ueber die das Volk am kommenden 26. September 2004 abstimmen wird angenommen wird. Aufgenommen am Dienstag, 31. August  2004 in Bern.(KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Bei uns sind ganz viele Mütter glücklich. Bild: KEYSTONE

Wir sind das reichste Land der Welt. Mütter haben es in unseren Nachbarländern trotzdem besser (ausser in Frankreich)

Müttern geht es in der Schweiz «extrem gut»: Zu diesem Schluss kommt ein internationaler Vergleich der Organisation Save the Children. Ein genauer Blick zeigt: Eigentlich sind wir in Europa nur Mittelfeld.



Wie ist so die Lage der Mütter in der Welt? Diese Frage beantwortet jährlich ein Bericht dazu der weltweiten Organisation Save the Children. Verglichen werden dazu unter anderem die Indikatoren Müttersterblichkeit, Kindersterblichkeit, Schulbildung sowie wirtschaftlicher und politischer Status. Die Meldung, die am Dienstagmorgen über den Nachrichtenticker ging, stellt fest: Den Schweizer Müttern geht es «extrem gut». So weit, so gut?

Ein genauer Blick auf die Statistiken zeigt jedoch, dass die Situation für Mütter in der Schweiz nicht besonders gut ist. Im internationalen Vergleich belegt die Schweiz unter allen 179 untersuchten Ländern nur gerade mal den Platz 13 und erreicht damit nicht einmal die Top 10. 

Sämtliche Nachbarländer (mit Ausnahme von Frankreich auf Platz 23 und dem unrangierten Liechtenstein) belegen bessere Plätze. Auch Italien. Einmal mehr auf dem Podest stehen die skandinavischen Länder. Starke Defizite hat die Schweiz laut Ranking in folgenden Bereichen:

Sollte die Schweiz mehr für die Mütter tun?

Am anderen Ende der Liste rangieren fast ausschliesslich afrikanische Länder südlich der Sahara. Schlusslicht ist erneut das Bürgerkriegsland Somalia; hier würde eine von 18 Frauen an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt sterben.

Women and children rest at a shelter for displaced foreigners near Johannesburg, Friday, April 17, 2015, after overnight attacks between locals and immigrants in Johannesburg. Several shops and cars were torched overnight in continued anti-immigrant attacks by locals.  Several shops and cars owned by foreigners were torched in downtown Johannesburg overnight in continued anti-immigrant attacks. (AP Photo/Denis Farrell)

Die Mütter in den afrikanischen Ländern haben es schwerer.  Bild: Denis Farrell/AP/KEYSTONE

Mütter und Kinder in Slums gefährdeter

Die Organisation weist auf das Ungleichgewicht zwischen der Lage von Müttern auf dem Land und in den Städten hin. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebe heute in Städten. In Slums hätten Mütter und Kinder aber kaum Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung. In den Slums im indischen Delhi beispielsweise sei die Kindersterblichkeit dreimal höher als in reicheren Vierteln.

Die Ungleichheit beschränkt sich nicht nur auf die Entwicklungsländer. So sei die Kindersterblichkeit in Zürich und Bern merklich höher als im nationalen Durchschnitt, schreibt Save the Children.

Ursache sei der höhere Anteil an Ausländerinnen in den städtischen Gebieten. Sprachbarrieren und fehlendes Wissen über das Gesundheitssystem erschwerten vielen Frauen mit Migrationshintergrund den Zugang zu Gesundheitsversorgung – vor, während und nach der Geburt.

Die Organisation verweist dabei auf eine Untersuchung, wonach die Müttersterblichkeit bei italienisch-, spanisch- und türkisch-stämmigen Frauen in der Schweiz zwischen 2000 und 2006 viermal höher lag als bei Schweizerinnen. (pma/feb/sda)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amboss 05.05.2015 10:23
    Highlight Highlight Also wenn ich mir diese "starken Defizite" anschaue, dann muss ich mich schon fragen...
    - Kindersterblichkeit: Wäre interessant, die Gründe zu erfahren. Aber: Bei den Schlusslichtern beträgt diese 20%?, 30%?, noch mehr? Da ist 0.28% oder 0.42% wohl definitiv Peanuts.
    - Ökonomischer Status: 90'000 oder 102'000? Beides ist komfortabler Mittelstand.
    - Frauenanteil im Parlament: Ich frag mich immer noch, was ein höherer Frauenanteil im Parlament für ein Nutzen für die Mütter hat.

    Also: Ich finde allenfalls minimalste Defizite gegenüber dem Spitzenplatz. völlig unsinniges Ranking.
    • Ilovepies 05.05.2015 10:46
      Highlight Highlight 90'000 ist komfortabler mittelstand? Empfindest du das so? Ich nicht.
    • Amboss 05.05.2015 14:03
      Highlight Highlight Mit 90'000 macht man als Familie keine grossen Sprünge.
      Aber es reicht gut
    • Ilovepies 05.05.2015 15:59
      Highlight Highlight Es reicht fürs nötigste. Aber was wenn mal was unvorgesehenes kommt? Eine hohe arztrechnung? Übersee ferien? Etwas auf die seite legen? Vorsorgen? Ev. mal eigenheim? Sport/musik unterricht? Hobbies (einige kosten). Tagesausflüge (auch die sind nicht immer gratis)? Auto kaputt undneues muss her? Umziehen? Ev GA? Etc etc
      Es gibt so krass viele kosten hier.

      Eine familie mit 90k, da muss man doch zuerst überlegen ob dies oder das drinliegt. Total stressig. Aber ich hab hier auch keine wirkliche erfahrung drin. Ich mach mir schon gedanken bei tot fam budget von >200k.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Anded 05.05.2015 09:47
    Highlight Highlight In der Schweiz also nur 28.5 % Frauen im nationalen Parlament... aber was hat dies mit "Mütter" zu tun? Wenn schon müsste man die "Mütterquote" vergleichen.
  • Ilovepies 05.05.2015 09:38
    Highlight Highlight Ich finde nicht dass die schweiz es den müttern besonders attraktiv macht. Den vätern schon gar nicht. Kinderzulage ist wenig, krippenplätze rar und sau teuer, öv ist besch*** für kinderwägen (wenig platz, eng), bürokratie nicht unerheblich, flexible arbeitsmodelle vielerorts nahe im mittelalter. Gemessen am reichtum der schweiz finde ich es peinlich was alles nicht gemacht wird. Teils situationen erlebt man fast schon als kinderfeindlich hier.
  • MasterPain 05.05.2015 08:23
    Highlight Highlight Bei den Vätern sähe es wohl etwas anders aus.
    • stadtzuercher 05.05.2015 08:43
      Highlight Highlight Ach, die Väter. Wen interessieren die schon. Die sind ja beliebig austauschbar, und bald ersetzt das Reagenzglas diese auch noch. Frohe feministische Zukunft.
    • Bowell 05.05.2015 12:34
      Highlight Highlight Genau, das Reagenzglas zahlt ja (noch) keine Alimente.
    • smoe 05.05.2015 16:38
      Highlight Highlight @EvilBetty
      Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vater bei der Kindsgeburt stirbt oder es aufgrund Mangelernährung nicht stillen kann dürfte deutlich niedriger sein als bei Müttern.

      Das wage ich mal zu behaupten, ohne auf entsprechende länderübergreifende Langzeitstudien verweisen zu können.
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