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Wenn der Mensch überflüssig wird – so beeinflusst die Digitalisierung die Versicherungen

Künstliche Intelligenz wird schon bald Tausende von Jobs kosten. Eine gewaltige Herausforderung – auch für Sozialversicherungen.

Sébastian Lavoyer



Das Ende der Dummheit naht. So prophezeit es Zukunftsforscher Lars Thomsen. Was er damit meint? Schon bald, in drei bis fünf Jahre, so seine Prognose, werden wir mit unseren Computern sprechen, Dialoge führen. Sie werden unsere E-Mails durchforsten, Wichtiges von Unwichtigem trennen, einzelne Anfragen gleich selbst beantworten, anderes dem Anwender zur Entscheidung überlassen. Maschinen werden lernfähig, wir impfen ihnen in Form von Software Intelligenz ein. Künstliche Intelligenz.

Die Digitalisierung, so Thomsen, sei längst in vollem Gange, der damit verbundene Umbruch am Geschehen. Künstliche Intelligenz, kurz KI, im Zusammenspiel mit der Robotisierung des Alltags wird den nächsten Bruch in der Geschichte der Menschheit markieren. «Routinetätigkeiten wie zum Beispiel das Ausfüllen der Steuererklärung wird künftig der Computer erledigen. Schneller, zuverlässiger und billiger, als es ein Mensch je machen kann», sagt der Zukunftsforscher im Rahmen des Arbeitgeberforums der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau (SVA).

ZUR POLITISCHEN BILDUNG AN DER KANTONSSCHULE GLARUS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A pupil of the 5th grade holds a smartphone in her hands during German lessons on the topic of women's strike at the gymnasium of the Cantonal School Glarus, in Glarus, Switzerland, on 17 June, 2019. The Cantonal School Glarus was founded in 1956 and consists of a gymnasium and a specialized upper secondary school (Fachmittelschule FMS). (KEYSTONE/Gaetan Bally)..Eine Schuelerin der 5. Klasse der Kantonsschule Glarus haelt waehrend des Deutsch-Unterrichts zum Thema Frauenstreik ein Smartphone in den Haenden, am 17. Juni 2019 in Glarus. Die Kantonsschule Glarus wurde 1956 gegruendet und bietet neben dem Gymnasium auch eine berufsbildende Fachmittelschule an. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Digitalisierung fegt wie ein Tornado durch die Wirtschaftswelt – nichts bleibt so, wie es war. Bild: KEYSTONE

Das tönt einerseits wahnsinnig verlockend. Andererseits wird es Folgen von kaum abschätzbaren Ausmassen haben. Was passiert mit all den Leuten, die heute ihr Geld mit solchen Tätigkeiten verdienen? Wie jede technologiegetriebene Veränderung werden auch KI und Robotik ihre Opfer fordern. Stellen werden gestrichen werden. Menschen werden ihre Arbeit verlieren und sich neu orientieren müssen. Da kommen grosse Herausforderungen auf unsere Gesellschaft, insbesondere auch auf die Sozialversicherungen. «Wir gehen ganz klar von steigenden Volumen aus», sagt Nancy Wayland Bigler, CEO der SVA Aargau.

Mit intelligenter Technologie die Zukunft meistern

Das liegt zum einen am technologischen Fortschritt. Zum anderen aber daran, dass sich die Sozialversicherungen durch verschiedene Revisionen auch selbst entwickelt haben. «Der Fokus liegt künftig auf jungen Menschen und Menschen mit psychischen Problemen», sagt Wayland. Schon heute machen psychische Probleme rund 40 Prozent aller «Eingliederungsmassnahmen», so der Fachbegriff, aus.

Allein 2018 hat die SVA Aargau 3000 derartige Massnahmen durchgeführt. In rund zwei Dritteln der Fälle mit Erfolg. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Massnahmen umso erfolgreicher sind, je früher man Fachleute der Sozialversicherungen involviert. Aber, so Wayland: «Wir werden in der Regel viel zu spät kontaktiert.»

Über die Gründe kann sie nur spekulieren. Wayland geht davon aus, dass es falsche Hemmungen gebe, die IV-Stelle in einem solchen Fall zu kontaktieren. Dabei wäre das Gesetz ziemlich deutlich: Nach vier Wochen Arbeitsunfähigkeit kann und soll man mit der IV Kontakt aufnehmen.

«Es geht nicht immer gleich um eine IV-Rente, wenn man mit uns Kontakt aufnimmt, im Gegenteil», sagt Wayland. Man habe eine Hotline für Arbeitgeber eingerichtet, weil diesen Veränderungen zuerst auffallen würden. Aber prinzipiell können sich bei Problemen alle melden. Kostenlos und ohne den ganzen IV-Apparat unwiederbringlich Richtung Rente rattern zu lassen.

Die drohenden Umbrüche durch den technologischen Wandel werden auch für die SVA zur Herausforderung. Wenn weniger Menschen Arbeit haben, zahlen weniger Steuern und zugleich werden mehr Menschen auf die Dienste der Sozialversicherungen angewiesen sein.

Wie soll das aufgehen? «Das ist eine Frage, die uns sehr beschäftigt», sagt Wayland. Man sei bestrebt, möglichst viele Prozesse zu automatisieren, Plattformen anzubieten, auf denen sich die Kunden selbst helfen können. «Wir versuchen, uns mit intelligenter Technologie auf den Weg zu machen, damit die Sozialversicherungen trotz allem bezahlbar bleiben», beteuert die SVA-Geschäftsführerin. So habe man zum Beispiel das Prämienverbilligungsverfahren automatisiert. Seit 2016 könne man Prämienverbilligung online beantragen. Seit 2018 werde das sehr oft genutzt.

Bei der Sozialversicherung gibt es nur gut oder schlecht

Das tönt alles vernünftig, gut und schön. Doch googelt man die SVA, kriegt man ein differenzierteres Bild. Von «An Besprechungen wird geheuchelt, dass man sich das kaum vorstellen kann» bis «Sehr kompetente Beratung» finden sich unterschiedlichste Bewertungen.

Nancy Wayland sagt, dass sie sich die Rezensionen regelmässig anschaue. Weil sie auf Feedback angewiesen sei. Wayland sagt: «Spannend ist, dass es eigentlich nur sehr gut oder sehr schlecht gibt.» Die Vermutung liegt nahe, dass die Beurteilung eng damit zusammenhängt, ob jemand Unterstützung bekommt oder nicht. Daran dürfte auch das Ende der Dummheit kaum etwas ändern. Denn so intelligent Maschinen auch werden, der Mensch bleibt Mensch. (mim/aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nik G. 09.09.2019 10:49
    Highlight Highlight Wir wollten das Grundeinkommen nicht! 50% des Lohnes sind Grundeinkommen des Staates, finanziert zum teil durch die Roboter in den Firmen. Jeder Roboter, KI was auch immer, der einen Menschen zahlt muss 50% dem Staat zahlen um das Grundeinkommen zu finanzieren.
  • Vecchia 09.09.2019 08:55
    Highlight Highlight Theorie und Praxis ................

    Erfolg zu Gunsten der Versicherung oder der Patienten? (".....zwei Dritteln der Fälle mit Erfolg.")

    Fehler mit Ursprung in automatischen Technologien sind erfahrungsgemäss nicht leicht zu beheben und verursachen nicht selten grosse Probleme für Betroffene.

    Wer gleicht die fehlenden Finanzen der Versicherungen aus, wenn Maschinen keine AHV und Steuern bezahlen?
  • ingmarbergman 09.09.2019 07:55
    Highlight Highlight Auch das RAV wird von der Digitalisierung überrollt werden. Die RAV-Berater haben praktisch keine Ahnung von modernen Jobs. Wie sollen sie da Leute wirkungsvoll beraten?
    Bald wird man merken, dass das RAV Leute nur beschäftigt. Ein intelligentes Programm wird diese Low-Key Aufgaben besser können.
  • wolge 09.09.2019 07:53
    Highlight Highlight Was wir benötigen sind neue Systeme die nicht Wachstum und Konsum nachrennen sondern den Sinn stärker in den Mittelpunkt stellen.

    Ich empfehle allen das herausragende Buch
    Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit von Frederic Laloux.

    Er zeigt auf dass es bereits diverse Unternehmen aller Grössen und Branchen gibt die sehr gut damit fahren...

    https://www.evolve-magazin.de/blog/reinventing-organizations-von-frederic-laloux/

    Play Icon

  • Lilamanta 09.09.2019 07:17
    Highlight Highlight Warum melden sich die meisten Menschen erst zu spät? Liegt es vielleicht daran, dass jeder erst Mal als potentieller Betrüger angesehen wird? Vielleicht?
  • fools garden 09.09.2019 07:10
    Highlight Highlight Wir werden endlich mehr Zeit haben und logo bleibt uns auch mehr Geld.
    Na ja für die Meistens von uns hier wohl kaum, aber einer gewinnt immer.
  • iisprinzässin 09.09.2019 06:57
    Highlight Highlight Zitat: "Schon heute machen psychische Probleme rund 40 Prozent aller «Eingliederungsmassnahmen», so der Fachbegriff, aus."
    Ich hoffe doch nicht! Dieser Satz, so wie er da steht, bedeutet dass man psychische Probleme als Eingliederunsmassnahme erhält.
  • neutrino 09.09.2019 06:29
    Highlight Highlight Der Artikel ist etwas enttäuschend - da werden einfach Sozialversicherungsbegriffe mit den altbekannten Schlagworten (Digitalisierung! KI!, etc.) vermischt.

    Bei der Digitalisierung in der Versicherungsindustrie geht's nicht drum, dass man einen Prämienverbilligunganträge online ausfüllen kann (hoffentlich kann man das - offenbar ist das Internetzeitalter auch 2018 bei der SVA Aargau angekommen), sondern um Herausforderungen wie Smart Insurance Contracts, KI-unterstützte Schadenabwicklung, etc.
  • Eidgenoss1291 09.09.2019 06:09
    Highlight Highlight Deshalb wäre ein gesichertes Grundeinkommen wichtig! Andrew Yang macht es vor! #YANGGANG #YANG2020
    • Niknaim 09.09.2019 12:01
      Highlight Highlight Hashtags ohne Funktion stehen exemplarisch für die Digitalisierung der Eidgenossenschaft...

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