Schweiz
Gesellschaft & Politik

Mitte Schweiz will Blockade in Gesundheitspolitik beenden

Mitte Schweiz will Blockade in Gesundheitspolitik beenden

Die Mitte Schweiz hat an ihrer Delegiertenversammlung vom Samstag in Wettingen AG ein Manifest für eine für alle zugängliche und bezahlbare Gesundheitsversorgung verabschiedet. Als Ehrengast gab Bundespräsidentin Viola Amherd Einblick in ihr Präsidialjahr.
07.09.2024, 12:0707.09.2024, 13:36

Das Manifest «für eine für alle zugängliche und bezahlbare Gesundheitsversorgung» sieht vor, dass Apotheker sowie speziell ausgebildetes Pflegepersonal die Ärzteschaft in der Grundversorgung entlasten sollen. Hausarztmodelle sollen gefördert und vermehrt über die Kantonsgrenzen zusammengearbeitet werden.

Viola Amherd, Bundespraesidentin und Gerhard Pfister, Parteipraesident Die Mitte Schweiz begr�ssen sich anlaesslich der Delegiertenversammlung der Mitte Partei Schweiz vom Samstag, 7. September 2024 i ...
Präsident Gerhard Pfister begrüsst Mitte-Bundesrätin Viola Amherd.Bild: keystone

Weiter wird verlangt, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen, mit mehr Transparenz die Kostenkontrolle zu verbessern, die Vergütungen für Medikamente zu überdenken. Ausserdem soll die Selbstkompetenz der Patientinnen und Patienten gestärkt werden.

20 Prozent sparen ohne Qualitätsverlust

Das Sparpotenzial sei eigentlich seit langem bekannt, heisst es im Manifest. Gemäss einem Expertenbericht des Bundes könnten acht Milliarden Franken oder 20 Prozent der Kosten der obligatorischen Krankenversicherung ohne Qualitätsverlust eingespart werden, indem Verschwendung und Ineffizienz vermieden würden.

Mitte-Präsident Gerhard Pfister sagte, es dürfe nicht sein, dass die Versicherten die immer höheren Kosten eines reformunfähigen Gesundheitssystems bezahlen müssten. Das Manifest solle dazu beitragen, dass auch künftige Generationen «auf ein qualitativ hochstehendes, aber zugleich für alle zugängliches und bezahlbares Gesundheitswesen zählen dürfen.»

Ja zu einheitlicher Finanzierung

Die Delegiertenversammlung fasste am Samstag ausserdem einstimmig die Ja-Parole für die einheitliche Finanzierung von Gesundheitsleistungen (Efas). Das Schweizer Stimmvolk entscheidet am 24. November über die nötige Anpassung des Krankenversicherungsgesetzes. Efas soll einen Anreiz für die Verlagerung von stationären zu ambulanten Behandlungen schaffen und damit den Prämienanstieg eindämmen.

Bundespräsidentin Viola Amherd gab an der Delegiertenversammlung einen Einblick in ihr Präsidialjahr. Als markante Erlebnisse nannte sie die Besuche nach den Unwettern im Tessin, Graubünden und dem Wallis. Sie erlebe immer wieder spannende und wichtige Begegnungen, vom Kontakt mit der Bevölkerung bis zu offiziellen Staatsbesuchen.

Gerhard Pfister, Parteipraesident Die Mitte Schweiz, beantwortet die Fragen eines Journalisten anlaesslich der Delegiertenversammlung der Mitte Partei Schweiz vom Samstag, 7. September 2024 in Wetting ...
Gerhard Pfister gibt Auskunft.Bild: keystone

Sehr wichtig sei die Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock gewesen, mit der Teilnahme von über 90 Ländern, darunter viele Staatsoberhäupter und US-Vizepräsidentin Kamala Harris. «So etwas hat es in der Schweiz noch nie gegeben. Mir wird immer wieder gedankt, dass die Schweiz es gewagt hat, diese Konferenz zu organisieren», sagte Amherd.

Zur Sicherheitspolitik sagte die Verteidigungsministerin, die Schweiz müsse ihre Verteidigungsfähigkeit stärken. Länder wie Litauen erhöhten ihr Verteidigungsbudget von 3 auf 4 Prozent des Bruttoinlandprodukts. «Dann ist es nicht übertrieben, wenn wir jetzt von 0,7 Prozent auf 1 Prozent gehen», sagte Amherd. Es gebe Nachholbedarf und der Armee müssten mehr Mittel zur Verfügung stehen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das erste Telefonbuch der Schweiz
1 / 8
Das erste Telefonbuch der Schweiz
Das erste Telefonbuch der Schweiz wurde 1880 in Zürich herausgegeben und umfasst sechs Seiten. Bild: PTT-Archiv
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Einheimische wollen Touristen aus Barcelona weghaben – und greifen dazu zu drastischen Mitteln
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
44 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
44
Trübes Wetter? Keine Sorge, die Sonne kommt noch
Der Tag beginnt vielerorts noch bewölkt mit vereinzelten Regenschauern, doch im Laufe des Tages lockert es auf und die Sonne kommt zum Vorschein. In der Nacht von Ostern auf Ostermontag streift eine Kaltfront die Schweiz und bringt einzelne Regenschauer.
«Der bewölkte Start täuscht», schreibt SRF-Meteo. Der Tag beginnt an den meisten Orten mit typischem April-Wetter: einige Wolken, etwas Regen, ein paar Sonnenstrahlen. So richtig entscheiden kann sich das Wetter nicht, doch die gute Nachricht: Im Laufe des Tages setzt sich an den meisten Orten die Sonne durch.
Zur Story