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Bekannte Medikamente gegen Sodbrennen sollen krebserregend sein

22.09.2019, 06:4922.09.2019, 14:16

Anfangs dieser Woche liess Swissmedic – die Schweizer Heilmittelbehörde – laut der «NZZ am Sonntag» drei Medikamente gegen Sodbrennen und zur Vorbeugung von Magengeschwüren zurückrufen. Der Grund war der Nachweis von geringen Mengen an Nitrosamin in den Arzneimitteln. Es besteht der Verdacht, dass Nitrosamin krebserregend ist.

Mepha, eine der rückrufenden Firmen, schätzt, dass im Jahr 2018 schweizweit circa 8000 Patienten eines der drei Medikamente genommen haben. Neben Mepha rufen auch Sandoz und Glaxosmithkline ihre betroffenen Arzneimittel zurück. Es handelt sich dabei namentlich um Ranimed, Ranitidin-Mepha und Zantic.

Medikamente gegen Sodbrennen sind laut neuer Analyse krebserregend. (Symbolbild)
Medikamente gegen Sodbrennen sind laut neuer Analyse krebserregend. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE

Die Schweizer Behörde reagierte deutlich schneller als die US- und die EU-Behörden. Das amerikanische Pendant FDA liess die Medikamente nicht zurückrufen – es seien noch weitere Analysen notwendig.

Werte deutlich über Grenze

Auf das Problem aufmerksam wurde die Online-Apotheke Valisure. Das Unternehmen testet die vertriebenen Produkte in eigenen Laboren auf Verunreinigungen. Dabei fiel in diesem Fall auf, dass die Grenzwerte von Nitrosamin deutlich überschritten wurden. «Der Wirkstoff selbst zerfällt bei Körpertemperatur im Magen mit seinen starken Säuren in Nitrosamin», wie Valisure-Chef David Light gegenüber der «NZZ am Sonntag» aussagte.

Swissmedic bestätigt jedoch auch, dass noch weitere Abklärungen nötig sind. Die Behörde ruft Patienten dazu auf, sich an den Arzt zu wenden.

Weit verbreitete Medikamente

In den USA untersucht derweil das bekannte Krebsforschungsspital Memorial Sloan Kettering einen allfälligen Zusammenhang zwischen Krebsleiden und der häufigen Einnahme von Medikamenten gegen Sodbrennen besteht.

Solche Medikamente wurden in den USA millionenfach verschrieben. Würden sich die Analysen von Valisure als korrekt erweisen, wäre es ein grösserer Skandal: Millionen von Menschen hätten demnach über Jahre hinweg krebserregende Medikamente eingenommen. (mim)

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