Schweiz
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75 Jahre Kriegsende – eine Zeitreise mit meinen Grosseltern

Am 8. Mai 1945 endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Damals war die Schweiz eine andere. 75 Jahre blicken meine Grosseltern noch einmal zurück – in eine Schweiz ohne Penicillin, in der die Fahrstunde 5 Franken kostete und junges, fettes Kuhfleisch gefragt war.



«Manchmal», erzählt mir meine Grossmutter, «manchmal erinnert uns die aktuelle Coronakrise an die Zeit während des Zweiten Weltkrieges». Wir treffen uns auf dem Bauernhof meiner Grosseltern und sitzen auf der Veranda, zwei Meter sichere Entfernung, keine Umarmung, kein Händedruck, kein Körperkontakt.

Mein Grossvater (Jahrgang 1935) ist während und nach dem Zweiten Weltkrieg im Kanton Aargau aufgewachsen. Meine Grossmutter wurde mitten im Krieg geboren. 75 Jahre nach Kriegsende tauchen sie noch einmal in ihre Vergangenheit ein, in eine Schweiz, die vornehmlich auf dem Land lebte und tagelang an einer Angina litt – bis das Penicillin entdeckt wurde.

Ein Zeitungsverkaeufer, in der linken Hand die Faehnlein der alliierten Streitkraefte und der Schweiz haltend, verkauft die Abendausgabe des

«La Guerre est finie»: Ein Zeitungsverkäufer in Lausanne am 8. Mai 1945. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Beginnen müssen wir aber in der Gegenwart, in der sich die Schweiz «in der grössten Krise befindet, wie sie es in der Geschichte der Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat». So hat es Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga formuliert. Und auch meine Grosseltern sehen gewisse Parallelen.

Aus den Erinnerungen meiner Grosseltern:

«Auf der ganzen Welt gibt es nur noch ein Thema. Alle stellen sich die Frage: Wann geht diese Krise endlich zu Ende? Wie lange werden wir die Folgen davon noch zu spüren bekommen?

Bis heute kann ich mir kaum vorstellen, wie es für eine Mutter war, während des Krieges ein Kind zu gebären. Was für eine Zukunft erwartet mein Kind?»

Fast alle Aspekte des täglichen Lebens haben sich in den letzten 75 Jahren verändert. Viele davon sind in Geschichtsbüchern für die Ewigkeit festgehalten – einige Details bleiben in den Erinnerungen von Zeitzeugen.

Von der Land- zur Stadtbevölkerung

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Bild: watson

Gut vier Millionen Einwohner zählte die Schweiz, als im Jahr 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Es war ein Land, in dem zwei von drei Personen auf dem Land lebten. Darunter auch meine Grosseltern, die beide auf einem Bauernhof aufwuchsen. Das Leben in der Stadt bekamen sie damals selten zu sehen.

«Zum ersten Mal eine Stadt sah ich auf einer Schulreise in der 2. Klasse, wir besuchten den Zoologischen Garten in Zürich. Dort durfte ich zum ersten Mal einen Pfirsich probieren – so süss und ungewohnt, diesen Moment werde ich wohl nie vergessen.»

A farmer's wife brought in a basket food and drinks for the farm workers to the field. Pictured in Switzerland in the 1940s. (KEYSTONE/PHOTOPRESS ARCHIVE/Str)

Eine Bauersfrau hat Landarbeitern in einem Korb Verpflegung aufs Feld gebracht. Aufgenommen in den 1940er-Jahren in der Schweiz. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Eine Bäuerin bringt den Arbeitern auf dem Feld das Mittagessen. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Der Stellenwert der Religion

1945 gab es zwar sehr wohl Personen, die keine regelmässigen Kirchenbesuche machten. Auf dem Papier konnte man sie allerdings in jedem Fall einer Religion zuordnen. Heute gehört rund ein Viertel der Bevölkerung keiner Religion an – Tendenz steigend.

«Die Konfession spielte damals natürlich eine sehr grosse Rolle. In unserem Dorf lebten zwei Drittel Katholiken und ein Drittel Reformierte. Nach diesem Schlüssel mussten auch sämtliche Vereinsvorstände besetzt sein, etwas anderes war undenkbar.»

Religionszugehörigkeit

Bild: watson

Menschen versammeln sich am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation Deutschlands, vor dem Berner Muenster, um das Kriegsende in Europa zu feiern. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Menschen versammeln sich am 8. Mai 1945 vor dem Berner Münster, um das Kriegsende zu feiern. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Heiraten im Verlauf der Zeit

Die Familienplanung und damit verbunden die Hochzeit wurde früher in Angriff genommen als es heute bei vielen Paaren der Fall ist. Gründe dafür waren einerseits, dass die Ausbildung damals weniger lange dauerte (wenn sich denn überhaupt die Gelegenheit zu einer ergab) – andererseits führte die von der Kirche verlangte Enthaltsamkeit ebenfalls dazu, dass Paare jung heirateten.

Erstheirat Alter

Bild: watson

So heiratete man 1945 im Schnitt noch mit 26 Jahren (Ehefrau), respektive 29 Jahren (Ehemann). In den 1970er-Jahren ist dieser schweizweite Schnitt sogar nochmals gesunken. Heute sind beide Ehegatten im Schnitt über 30 Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal heiraten.

Die Meisterin im Eiskunstlauf-Paarlauf und Schweizer Tennismeisterin Pierrette Dubois (1921-2013) heiratet am 25. November 1945 in Rapperswil Fredy Knie (1920-2003), den Pferdedresseur und Mitinhaber des Circus Knie. Das Paar, aufgenommen neben einem Auto stehend, am Tag der Hochzeit. Waehrend vieler Jahre ist Pierrette Knie-Dubois fuer die Zirkuskasse verantwortlich und bedient die Besucherinnen und Besucher persoenlich. Daneben betreut sie bei Knie jeweils Gaeste aus Politik, Wirtschaft und Showgeschaeft. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Walter Studer)

Die Eiskunstläuferin Pierrette Dubois heiratete im November 1945 im Alter von 24 Jahren den 25-jährigen Zirkus-Mitinhaber Fredy Knie (gestorben 2003). Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Das Leben in grossen Familien

Wer früher heiratet, hat länger Zeit, um Kinder zu bekommen. Viele Kinder. Grossfamilien mit fünf oder mehr Kindern gibt es heute kaum mehr – noch vor 75 Jahren war das keine Seltenheit.

Das Kriegsende war der Auftakt einer geburtenreichen Zeit – die zwischen 1946 und 1964 Geborenen werden heute Baby-Boomer genannt und sorgten jüngst für Schlagzeilen.

Geburten pro Frau

Bild: watson

Dass man heute kleinere Familien hat, widerspiegelt sich auch in der Geburtenziffer. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges brachte eine Frau in der Schweiz noch durchschnittlich 2,6 Kinder auf die Welt. Heute liegt der Wert bei etwa 1,5 Kindern pro Frau.

Aufnahme einer Grossfamilie. Bis zum Jahr 1945 hat diese Mutter 13 Kindern das Leben geschenkt. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Str)

Eine Schweizer Familie mit 13 Kindern aus dem Jahr 1945. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Sobald die vielen Kinder erst mal grösser waren, gab es immer weniger Platz im Haus – schliesslich hatte man oft auch noch Grosseltern zuhause. Mit dem religiösen Hintergrund der Gesellschaft wurde eine gemeinsame Wohnung mit dem Lebenspartner oder der Lebenspartnerin bekanntlich erst nach der Hochzeit Thema.

«Heute ziehen die jungen Leute einfach aus, weil sie alleine wohnen und frei sein wollen. Das gab's halt früher nicht. Man blieb zuhause, bis der Platz zu knapp für alle wurde – erst dann hat man über eine andere Lösung nachgedacht.»

Berufliche Perspektiven

Trotz der damals noch viel bedeutenderen Landwirtschaft war die Industrie vor 75 Jahren der grösste Arbeitgeber. Über die Jahre wandelte sich die Schweiz aber in eine Dienstleistungs-Gesellschaft. Rund drei Viertel aller Erwerbstätigen sind heute in diesem Sektor beschäftigt.

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Bild: watson

Interessant dabei: Parallel zum Ausbau des Dienstleistungssektors entwickelte sich die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Anfangs bildeten Dienstbotinnen in Privathaushalten sogar den allergrössten Teil des Dienstleistungssektors, später kam der Detailhandel dazu – und auch dort wurden anfangs vorwiegend Frauen eingesetzt.

Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts wuchsen aber auch das Gastgewerbe, die Post, Telekommunikation und die öffentliche Verwaltung.

Und: Eines der weltweit besten Gesundheitssysteme wurde aus dem Boden gestampft – heute sind über 400'000 Personen im Schweizer Gesundheitswesen tätig.

«Wirklich einschneidend war das Aufkommen von Penicillin. Vor dem antibiotischen Medikament litt man beispielsweise an einer Angina tagelang furchtbar. Mit dem Wundermittel Penicillin wurde vieles besser.»

Im Inselspital Bern ist wieder eine Lieferung des begehrten antibiotisch wirksamen Medikaments Penicillin aus den USA eingetroffen. Der Nachschub liegt weit unter dem Bedarf und fuehrt immer wieder zu Engpaessen in der Versorgung, aufgenommen am 6. Dezember im Kriegsjahr 1944. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Schmidhauser)

Eine Mitarbeiterin des Inselspitals Bern erhält eine Lieferung des begehrten antibiotisch wirksamen Medikaments Penicillin aus den USA (Dezember 1944). Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Was auf dem Teller landete

Auf dem Land waren 1945 die allermeisten Menschen Selbstversorger und bauten Gemüse, Salat und Kartoffeln an, während man sich in den Städten auf Märkten eindeckte.

Riesige Gemüseabteilungen, wie man sie aus den heutigen Läden kennt, gab es nicht. Bananen, Avocados und andere Importprodukte fanden erst Jahrzehnte später den Weg in unsere Läden.

«Gemüse und Früchte wurden in den Läden generell kaum angeboten – die Ware wäre auch schlicht zu schnell ‹überegheit›, schliesslich gab es keine Kühlregale. Heute ist ein Garten für die meisten ein Hobby, damals hatte er eine viel grössere Bedeutung.»

Um die knappen Güter wie Eier und Milch, aber auch Kleider und Brennstoff fair an die Bevölkerung zu verteilen, führte der Bund während des Zweiten Weltkrieges Rationierungsmarken ein.

«Gut in Erinnerung habe ich die Zeit, als die ‹Märkli› nach Kriegsende abgeschafft wurden. Auf einen Schlag konnte man wieder von allem so viel kaufen, wie man wollte! Aber die Rationierung war definitiv sinnvoll – damals gab es keine Hamsterkäufe, wie sie zu Beginn der Coronakrise zu sehen waren. Gut, wir brauchten natürlich auch kein WC-Papier, dafür reichten damals Zeitungsschnipsel...»

Eine Frau bezahlt im Lebensmittelgeschaeft mit Rationierungsmarken, aufgenommen im Maerz im Kriegsjahr 1942. Aufgrund der schwachen Wirtschaftslage im Krieg werden Lebensmittel und andere Gueter knapp, weshalb es zu einer Rationierung kommt. Um die Gueter gerecht an die Bevoelkerung verteilen zu koennen und Hamsterkaeufe zu verhindern, werden sogenannte Rationierungsmarken verteilt. Die knappen Gueter wie z.B. Brot, Milch, Brennstoff und Kleider sind in den Laeden nur noch durch die zusaetzliche Abgabe dieser Rationierungsmarken moeglich. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Im März 1942 zahlt eine Frau mit Rationierungsmarken in einem Schweizer Laden. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Deutlich gestiegen ist in den letzten 75 Jahren der Fleischkonsum. Heute isst eine Person in der Schweiz fast ein Kilogramm Fleisch pro Woche, 1945 war es noch nicht einmal die Hälfte.

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Bild: watson

«Auf dem Bauernhof landete bei uns naturgemäss reichlich Fleisch auf dem Teller. Weil es aber noch keine Tiefkühler gab, wurde vieles geräuchert oder gesalzen – alles schmeckte in etwa gleich. Heute schätze ich die Auswahl, die wir bei Fleischwaren haben in den Läden.

Übrigens wurde während des Krieges in Inseraten oft ‹junges, fettes Kuhfleisch› angepriesen: Die Leute waren auf kalorienreiches Essen angewiesen. Durch die Rationierungen und die körperliche Arbeit war sowieso niemand übergewichtig.»

A cow is taken to the slaughterhouse in Bern around 1940. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Walter Studer)

Eine Kuh wird in das Schlachthaus Bern gefuehrt um 1940. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Walter Studer)

Eine Kuh wird in das Schlachthaus Bern geführt (um 1940). Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Wie die Autos Fahrt aufnahmen

Lange war das Autofahren aus finanziellen Gründen der obersten Gesellschaftsschicht vorbehalten. Die Krise in den 1930er-Jahren verteuerte die Sache zusätzlich. Erst mit dem Konjunkturaufschwung der 1950er-Jahre begann die Massenmotorisierung. Über die damals noch ungeteerten Strassen ohne jede Signalisation rollten Jahr für Jahr mehr Autos.

Autos pro 1000 Einwohner

Anzahl Personenwagen pro 1000 Einwohner. grafik: watson / daten: bfs, statistisches jahrbuch der schweiz 1945

Während im September 1945 nur gerade 18'279 Personenwagen eingelöst waren, sind es heute 4,6 Millionen. In der Schweiz besitzt heute also mehr als jeder Zweite ein Auto – inklusive Kindern.

«Ein Auto hatte nach dem Kriegsende kaum jemand, in unserem Dorf nur gerade der Doktor, der Viehdoktor, der Gemeindeschreiber und der Posthalter. Musste jemand notfallmässig in den Spital, hat man halt eine dieser Personen um einen Fahrdienst gebeten – eine Ambulanz gab es natürlich noch nicht.

Meine Familie legte sich erst Jahre nach dem Kriegsende das erste Auto zu. Für eine Fahrstunde habe ich 5 Franken bezahlt. Hätte ich das schönere Auto meines Fahrlehrers genommen, hätte es sogar 7 Franken gekostet – aber dieses Geld wollte ich lieber sinnvoller investieren.»

Taxi-Chauffeure im Dienst in winterlichen Zuerich haben ihre Fahrzeuge auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof Zuerich stehen, aufgenommen im letzten Kriegsjahr am 25. Januar 1945. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Hermann Schmidli)

Taxis gab es in der Stadt schon damals: hier direkt beim Hauptbahnhof Zürich (Januar 1945). Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Die Auswirkungen auf das Klima

Nicht nur wegen, aber auch dank der Motorisierung hat der Klimawandel in den letzten 75 Jahren seine Spuren hinterlassen. So ist es beispielsweise in Bern heute im Schnitt fast zwei Grad wärmer über's ganze Jahr gesehen.

«Dass die Winter weniger kalt sind, fällt mir schon auf. Ich kann mich gut erinnern, dass der Zürichsee regelmässig gefroren war im Winter – viele Seen und Weiher in der Region waren begehbar. Das sieht man heute kaum noch.»

Jahresmitteltemperatur Säntis und Bern

Bild: watson

Auch in den höheren Lagen ist es wärmer geworden: Im Säntis war es im vergangenen Jahrzehnt jeweils noch knapp unter Null im Jahresschnitt. In den 1940er-Jahren war es im Jahresschnitt noch -1,8 Grad Celcius.

Jahresmitteltemperatur Säntis und Bern

Bild: watson

Von schneereichen Wintern

Vor 75 Jahren erlebte die Schweiz ein aussergewöhnlich warmes Jahr – und das trotz eines kalten Jahresstarts. Im Witterungsbericht des Jahres 1945 von MeteoSchweiz liest sich: «Der Januar zeichnete sich allgemein durch ungewöhnlich niedrige Temperaturen aus. [...] Die Niederschläge sind im Mittelland fast ausschliesslich als Schnee gefallen.»

«Schneit es heute mal, ist die weisse Pracht nach zwei Tagen verschwunden. Wir konnten wenigstens einige Tage auf Holzskis den Hang runter rutschen.»

With a large crowd watching, a skier rides up onto Monts Chevreuils mountain with the ski-lift on the day of its inauguration, pictured on February 10, 1945 in Chateau-d'Oex in the canton of Vaud, Switzerland. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Walter Studer)

Am Tag der Einweihung des Skilifts faehrt ein Skifahrer von vielen Zuschauern beachtet mit dem Skilift - der mit Gurten und ohne Buegel funktioniert - auf den Monts Chevreuil, aufgenommen am 10. Februar 1945 in Chateau-d'Oex im Kanton Waadt. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Walter Studer)

Ein neuer Skilift in Chateau-d'Oex VD wird eingeweiht – er funktioniert mit Gurten und ohne Bügel. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

In Bern fiel in den 1940er-Jahren im Schnitt 70,9 cm Schnee über den ganzen Winter. In den letzten 10 Jahren waren es noch knapp 60 cm – der schneelose Winter, der direkt hinter uns liegt, noch nicht mit eingerechnet.

Schneemengen

grafik: watson / daten: meteoschweiz

Ebenfalls im Witterungsbericht vermerkt sind «mehrere bedeutende Lawinen» in der Zentralschweiz.

In Andermatt, Kanton Uri, werden am 8. Maerz 1945 bei einem Lawinenniedergang grosse Gebaeudeteile von Kasernenbauten (im Vordergund) voellig zerstoert. Dabei fanden elf Soldaten den Tod und wurden viele verletzt. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Am 8. März 1945 riss eine Lawine grosse Teile einer Kaserne mit sich. Elf Soldaten kamen dabei ums Leben, viele wurden verletzt. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

«Schon mein Vater sagte zu mir: ‹Früher hatten wir noch richtige Winter mit viel Schnee› – aber ich muss das Gleiche zu dir sagen. 30 cm Schnee waren zu dieser Zeit keine Seltenheit im Mittelland. Mit einem Gespann von vier Pferden, die ein V-förmiges Holzgestell hinter sich her zogen, schob man die dicke Schneeschicht zur Seite, wenn's nötig war auch mehrmals pro Tag.»

Das emotionale Kriegsende

Als «Tag der Befreiung» wird der heutige 8. Mai in vielen europäischen Ländern gefeiert. Damit gedenkt man der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Wer diesen 8. Mai 1945 miterlebt hat, verbindet damit viele Emotionen.

«Wir hatten selbst kein Radio zuhause, gingen aber während des Krieges oft zu den Nachbarn und hörten uns die markante Stimme von Hitler an. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben – ich würde seine Stimme aus Hunderten heraushören.

Als der Krieg vorbei war, strömten alle Familien im Dorf aus ihren Häusern und man diskutierte auf der Strasse über die Nachrichten. Mitten am Tag läuteten schweizweit alle Kirchenglocken – ein sehr emotionaler Moment, der unter die Haut ging.»

Die Muensterbruecke in Zuerich, Schweiz, am Abend des Kriegsendes am 8. Mai 1945. Die Bevoelkerung nutzt den freien Nachmittag und die sommerliche Witterung fuer spontane Volksfeste. Im Hintergrund die Fraumuensterkirche. Im ganzen Land laeuten die Kirchenglocken. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Auf der Münsterbrücke in Zürich versammelt sich die Bevölkerung zu einem spontanen Volksfest am 8. Mai 1945. Im ganzen Land läuten die Kirchenglocken. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

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    Alle Leser-Kommentare
  • Namenloses Elend 09.05.2020 10:43
    Highlight Highlight Das Taxi auf dem Bild vor dem HB ist übrigens ein Mercedes Benz 170 VG mit Holzvergaser.

    "Sein Motor leistet 22 PS (16 kW) bei 3200/min, die Höchstgeschwindigkeit betrug 80 km/h. Das Reserverad wurde auf dem Dach befestigt. Der Verbrauch: 15 Kilogramm Holz auf 100 Kilometer, Reserve 30" Kilogramm. 😬

    Toller Artikel. 👍😊
  • Bruno Wüthrich 09.05.2020 10:26
    Highlight Highlight Folgende Vergleiche wären ebenfalls interessant:
    - Anzahl Smartphones pro 1'000 Personen 1945 und heute,
    - die Art zu kommunizieren 1945 und heute,
    - die Anzahl Flugreisen pro 1'000 Personen und Jahr 1945 und heute,
    - die Anzahl Fernseh- und Radiogeräte pro 1'000 Personen 1945 und heute,
    - die Veränderung im Dating-Verhalten zwischen 1945 und heute,
    - der Umgang mit sog. "Randgruppen" 1945 und heute,
    - wie gestaltet/e sich der Ausgang 1945 und heute,
    - für was gab/gibt man sein Geld aus 1945 und heute,
    - die Veränderung der teuerungsbereinigten Kaufkraft zwischen 1945 und heute.
  • DanielaK 09.05.2020 07:54
    Highlight Highlight Ist immer sehr spannend. Meine Grrossmutter mütterlicherseits wuchs in der Stadt auf, ihr Vater war einer der wenigen, der zu dieser Zeit ein Auto hatte- als Milchmann. Trotz der vergleichsweise guten Stellung der Familie war die Kriegszeit sehr arbeitsreich. Der Bericht über die Quarantäne meiner Uroma wegen Scharlach brachte mir viele Punkte bei meiner Geschichtslehrerin ein. Heute ist das kaum schlimmer als eine Erkältung.
  • Mia_san_mia 09.05.2020 05:57
    Highlight Highlight Ein sehr spannender Artikel 👍🏻
  • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 03:43
    Highlight Highlight Teil 2:

    ... englischer Rasen, Stein"gärten" etc. überzogen.

    Kürzlich erschien (mal wieder und wieder) eine Studie dazu (wurde, mal wieder und wieder wie immer kaum beachtet, im Tagi irgendwo mit 4 Sätzen auf Seite 19) und der Befund ist katastrophal.
    Die Arten, Biodiversität usw. haben ganz dramatisch abgenommen. Zitat: "Wie es vor 100 (oder 75 - m. Anm.) aussah, kann man heute nicht mehr annähernd vorstellen."

    Und dann wundern, warum unfassbar katastrophale 80% Insekten und 50% Vögel weg sind...

    Es muss dringenst endlich sehr viel ändern. In 75 J. darf der Befund nicht fatal sein!
  • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 03:32
    Highlight Highlight Etwas was auch ganz anders war und eines der essentiellsten, dringensten und viel, viel zu wenig beachteten Themata ist, ist die Natur/Mitwelt.

    Vor 75 Jahren gabs noch viel mehr Blumen, Sträucher, Büsche und Natur an sich.

    Einerseits wurde die Agrarwirtschaft masslos extensiviert "Flurbereinungung", also ja keine Grünstreifen, Bäume etc. mehr, sondern kahle leere Felder mit Monokultur. Tote Fettwiesen überall. Übergüllung usw. in immer höhere Lagen. Pestizide usw. usf.
    Andererseits wird heute von Privaten/Gemeiden jeder qm gemäht, gestuzt und mit leblosen Monohecken, Zierpflanzen ...
  • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 03:26
    Highlight Highlight Puh, da könnte man so viel dazu schreiben.

    Definitv waren die Menschen viel weniger verwöhnt und degeneriert, also wohlstandsverwahrlost.

    Die Zahl der Autos (viele noch extraschädliche Strassenpanzer/PS-Monster. Und wir haben ja nun wirklich schlechten ÖV in unserem riesigen Land, wo man mit Velo & Co. echt nirgends hinkommt) und die der ausgebeuteten, gequälten und getöteten Tiere zum reinen verf*** Genuss ist einfach nur kranker, trauriger Irrsinn.

    Wohlstand für alle, ja. Luxus solls auch geben. Aber die Gier heute kennt bei vielen keine Grenze. Einfach weil mans kann...
  • Hüendli 08.05.2020 23:31
    Highlight Highlight Ein spannender Augenzeugenbericht mit aufschlussreichen Vergleichen, Danke!
    Das Taxi-Bild zeigt übrigens noch eine Besonderheit der Kriegsjahre: Holzvergaser-Umbauten, da Benzin Mangelware war.
  • dämittemgröschte 08.05.2020 22:18
    Highlight Highlight Meine Grossmutter erzählte mit ab&zu von der riesigen Erleichterung, als Glockengeläut das Ende des Krieges verkündete: das sei gewesen, als würde ein riesiger schwarzer Schleier weggelupft, und dann sei die Welt wieder hell gewesen.
    Das war irgendwo in der Zentralschweiz. Wie muss das wohl in schlimmer betroffenen Gebieten gewesen sein?
    • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 03:12
      Highlight Highlight Mein Grosi hat ab und an erzählt, wie man beim Heulen der Sirenen die Fenster verdunkeln musste, Lichter löschen.

      Und einmal ist ein, ich glaube russischer (bin mir aber grad überhaupt nicht mehr sicher, hat jewohl kein Deutsch gesprochen) Pilot mit dem Flieger abgestürzt/"not"gelandet und man hat ihn gefunden und er wurde dann in der Bäckerstube verarztet, war nicht zu schwer verletzt. Das blutige Bein hat mein Grosi beindruckt und wie ängstlich, unsicher der junge Mann war.

      Wie das in den betroffenen Gebieten war? Hölle auf Erden. Horror. Unvorstellbar. Tod, Leid und Angst pur.
  • Snowy 08.05.2020 17:57
    Highlight Highlight Dass zu Lebzeiten unserer Grosseltern noch Vereinsvorstände paritätisch nach den Glaubensrichtungen aufgeteilt werden mussten, kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen.

    Es sind aber genau solche Dinge, die helfen die damalige Zeit zu verstehen.

    Ich liebe solche Reportagen!
    • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 03:53
      Highlight Highlight Und nicht nur zu verstehen, sondern auch daraus zu lernen und Bilanz zu ziehen.

      Sogar meine Mutter wurde noch gemobbt, weil sie reformiert in einem katholischen Katon war.

      Und dass z.B. die Autorin des Artikels auch mitabstimmen darf, ist gerade mal 50 Jährchen her...

      Schon unvorstellbar. Die krasse Rückständigkeit noch vor "kurzem".
      Aber dann auch der schnelle Fortschritt, so dass diese Sachen heute völlig unvorstellbar scheinen.

      Das ist eine grossartige Erkenntnis; wenn wir wollen, dann können wir vieles schnell total zum Positiven verändern.

      Packen wirs weiter zusammen an.
    • Snowy 09.05.2020 11:13
      Highlight Highlight Bin ebenfalls als Reformierter (mittlerweile ausgetreten) in einem katholischen Ort aufgewachsen.

      Zu meiner Kindheit waren wir "die Reformierten" im Ort.

      Heute unvorstellbar. Und ich bin 38...
  • Ihre Dudeigkeit 08.05.2020 17:42
    Highlight Highlight Sehr schöner Artikel. Also früher war nicht alles besser, nur anders.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 08.05.2020 18:47
      Highlight Highlight Wenn man vermögend ist, ist es zu jeder Zeit und an jedem Ort besser vermögend zu sein als eine arme Kirchenmaus.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 08.05.2020 17:04
    Highlight Highlight Das ist ja alles gut und recht. Wie sieht es mit dem Glücklichsein aus? Wie haben alle mehr Fleisch, mehr Autos, mehr Fernsehkanäle, mehr Arbeit. Ist der Schweizer von 1945 glücklicher gewesen als 2020? Und wie sieht es mit der Einsamkeit aus? Hat der Schweizer von 1945 mehr Freundschaften gepflegt als 2020? Und wie sieht es mit der Liebe aus? Gab es 1945 mehr Liebe im Land als jetzt 2020? Und zu guter letzt, wenn der Schweizer nicht glücklicher und zufriedener geworden ist und der Liebe kaum noch fähig ist, wozu dann dieser Aktionismus und Schufterei, ausser dass das BIP steigt?
    • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 03:19
      Highlight Highlight "ausser dass das BIP steigt?"

      Was, es gibt noch etwas anderes das wichtig ist?

      Ach ja, dass das eigene Konto (sorry, die Konti) möglichst fett ist.
      Und Status durch Besitz/Materialismus/Karriere...

      Natürlich überspitzt, gibt natürlich intelligente, herzliche SchweizerInnen aber von der allgemeinen Richtung her, besonders auch der Politik, hats leider schon viel Wahres...
    • Stefan Morgenthaler-Müller 09.05.2020 07:44
      Highlight Highlight Fortschritt ist wichtig, aber Fortschritt darf nicht zu neuen Formen der Sklaverei führen. Was nützen einem die materiellen Dinge, wenn man innerlich leer, kein Glück, keine Liebe empfindet? Intelligenz und Herzlichkeit machen einen nicht imun dagegen.

      Wenn man stirbt, wird man sich wohl kaum fragen, ob man mehr hätte arbeiten sollen, um denn BMW mit fünf statt drei Türen kaufen zu können. Was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Macht?

  • Gibus "der Knopf" 08.05.2020 16:18
    Highlight Highlight Vieles in dem Artikel erinnert mich an das was unsere Mutter erzählt hat. Als zweitjüngstes Kind einer Schar von 13, waren auch sie auf den Gemüsegarten angewiesen um annähernd genug zum Essen zu haben. Besonders eindrücklich war es wenn sie vom Interniertenlager, der ausserhalb des Dorfes stand, erzählt hat. Der endlos scheinende Vorbeimarsch der Geflohenen.
    Benutzer Bild
  • greeZH 08.05.2020 15:38
    Highlight Highlight Für einen Moment habe ich wohl die Religionsstatistik falsch interpretiert. Mein erster Gedanke, "hmm da wurden wohl mehr Reformierte konfessionslos als Katholiken." Es wird doch eher an der katholischen Einwanderung liegen.
  • Maya Eldorado 08.05.2020 15:31
    Highlight Highlight 2) Bei der anderen Grossmutter waren es 10 Kinder. Sie wohnten ganz abgelegen ausserhalb des Dorfes. Der Schulweg war mehrere Kilometer und dauerte länger als eine Stunde von der ersten Klasse an.

    Dem Grossvater mütterlicherseits starb sein zweiter Elternteil als er knapp 14 Jahre alt war. Er ging in die Fabrik arbeiten und schaute seinen drei jüngeren Geschwistern.

    Der Grossvater auf Vaters seite starb als mein Vater noch nicht gehen konnte und sein jüngerer Bruder noch gar nicht geboren war. Ausserdem waren da noch zwei ältere Geschwister.
  • Maya Eldorado 08.05.2020 15:28
    Highlight Highlight 1)
    Bei meinen Grosseltern ging es noch viel weiter zurück. Sie sind so ungefähr um 1885 geboren.
    Bei meiner Grossmutter mütterlicherseits waren es 14 Kinder. Immer zwei mussten sich ein Bett teilen.
    Meine Grossmutter war das 3.jüngste Kind. Ihre beiden ältesten Schwestern gingen, bevor sie geboren war mit 14 und 15 Jahren in die USA, ganz allein - Wirtschaftsflüchtlinge. Davon gab es früher jede Menge. Die Schweiz war damals ein sehr armes Land.
  • Cirrum 08.05.2020 14:56
    Highlight Highlight Super Artikel. Total anderes Leben und noch gar nicht so lange her. Dass zeigt doch, dass wir alles nicht immer so ernst nehmen sollten, denn die Realitäten verändern sich stetig. Was heute "normal" ist, sieht in ein paar Jahren wieder anders aus..
    Der Grossvater kann sich noch erinnern wie die saftigen Pfrisiche geschmeckt haben:-) Da hat man die Dinge noch geschätzt, weil man eben nicht so viel hatte. Heute haben wir alles und schätzen sehr wenig. Das Geheimnis denke ich, sind die Erwartungen wieder ein wenig zurückzuschrauben:-)
    • Madita 08.05.2020 19:00
      Highlight Highlight Wunderschön geschrieben. Sehr vieles was für uns heute „normal“ scheint, ist eigentlich nur aus der Not unserer Grosseltern entstanden. Grossartiges haben sie geleistet.
    • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 04:01
      Highlight Highlight Madita, ja, wir können sicher dankbar sein.

      Jedoch muss man dabei leider auch zwingend die andere Seite der Medallie erwähnen, dass das ausbeuterische System, welches rasant unsere (Mit)Welt und Zukunft zerstört, auch sie mitaufgegleist haben.
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      Cirrum: Hat was, doch wenn man es nicht ernst nimmt und für stetig und unermüdlich für Verbesserungen kämpft, dann kanns auch in eine andere, dunkle Richtung gehen...

      Und Füsse rauf und denken, in 75J. wirds dann schon auch gut, wird angesichts der Klimakatastrophe/Naturvernichtung definitv rein gar nicht funktionieren, im Gegenteil...
  • B0bbleeeee 08.05.2020 14:18
    Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel.

    Ich finde es echt krass wie gut es einem hier in der Schweiz eigentlich noch ging im Vergleich zu anderen Ländern...

    Meine Grossmutter musste damals aus Schlesien (Heutiges Polen) über den Osten nach Bayern fliehen, da ihre Heimat komplett zerstört und besetzt wurde. In der Nachkriegszeit musste gebettelt und auf engstem Raum mit der 7 köpfigen Familie in halb weggesprengten Häusern und auf engstem Raum geschlafen werden...
    Im Gegensatz zu heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen.

    Zum Glück haben wir "nur" Corona...
    • DanielaK 09.05.2020 07:47
      Highlight Highlight Da kann man wirklich nicht mehr von 'wohnen' sprechen. Deshalb empfinde ich auch jeden Krieg als idiotisch. Denn die, welche Krach miteinander haben, sind meist nicht die, welche wirklich darunter leiden müssen. Bloss 'alle andern'.
  • Liselote Meier 08.05.2020 13:53
    Highlight Highlight Ist das Bild vom Berner Münster wirklich vom 8. Mai 1945?

    Die korrekte Bezeichnung wäre dann aber "Feier während des Krieges zum herannahenden Kriegsende".

    Offiziell Schluss mit Krieg war am 8. Mai um 23:01, erst zu diesem Zeitpunkt kapitulieren fast alle Wehrmacht und SS-Einheiten, so lautetet der Befehl des OKW's. Und bis dahin wurde auch gekämpft vor allem gegen die Rote Armee in Deutschland und Österreich.



  • Rosesarered 08.05.2020 13:37
    Highlight Highlight Ich vermisse meine Grosseltern.. von ihnen habe ich so viel mehr gelernt, als von sonst jemandem. Das werde ich nie vergessen 💚!
    Das war schön zum lesen, danke Frau Senn und Grosseltern 😃👍🏻!!
  • Frohes Locken 08.05.2020 13:21
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel. Der eigene Garten war damals auf dem Land meist ein ärmlicher Bauernhof ohne viel Land. Meine Urgrosseltern lebten von Subsistenzwirtschaft, während der Vater zusätzlich noch Vollzeit in der Papierfabrik oder Holzwerk arbeitete. Trotzdem reichte es nicht dafür, dass die Familien nicht hungern mussten.
  • De-Saint-Ex 08.05.2020 13:20
    Highlight Highlight Danke Frau Senn, dass Sie uns daran erinnern, dass heute eigentlich ein nicht ganz unwichtiger Gedenktag ist. Auch wenn es mich jetzt in diesem Zusammenhang weniger interessiert, wie teuer damals eine Fahrstunde war, insbesondere wenn ich daran denke, wie stark der Auftrieb von Rechtsradikalismus wieder ist...
    nun in einer Zeit und Welt in der die „news“ dass Grande und Biber zusammenspannen etwa gleich wichtig zu sein scheint, darf das wohl nicht erstaunen... schade.
  • BoomBap 08.05.2020 13:04
    Highlight Highlight Super Artikel, sehr spannend. Ich liebe so alte Fotos.

    Mir ist aufgefallen, das es früher für sehr vieles ein riesiges Volksfest gab.

    Ich sammle alte Ansichtskartenvon meiner Region, weil ich mir einfach gerne ein Bild mache, wie es da wo ich wohne mal ausgesehen hat.

    Auf einem Foto sieht man das ganze Dorf auf der Strasse, als ein Militärregiment eine Parade gemacht hat.
    Noch besser find ich aber, dass das ganze Dorf ein Fest gemacht hat, als auf zwei Wagen mit Pferdegespann die neuen Glocken für die neue Kirche herangekarrt wurden.😊
    • BoomBap 08.05.2020 21:30
      Highlight Highlight Hab die Ansichtskarte noch gefunden. Zum Glück ist die Aufnahme schwarz-weiss. Dann sieht man nicht, dass unsere evang. Kirche rosa ist. ^^
      Benutzer Bild
  • Oh du goldigs Sünneli 08.05.2020 12:37
    Highlight Highlight Ein sehr spannender und gelungener Artikel.

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