DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fregatten-Affäre: Schweiz gibt Taiwan 266 Millionen Dollar Schmiergeld heraus



Die Schweiz gibt Taiwan 266 Millionen Dollar heraus. Die Summe stammt aus Schmiergeldern der sogenannten Fregatten-Affäre. Möglich wurde die Herausgabe, weil das oberste Gericht Taiwans Ende 2019 die illegale Herkunft des Geldes bestätigte und die Einziehung anordnete.

Die Affäre blickt auf eine jahrelange Geschichte zurück. Wie das Bundesamt für Justiz am Freitag mitteilte, ersuchte Taiwan in einem komplizierten Korruptionsverfahren 2001 die Schweiz um Rechtshilfe. Es drehte sich um Schmiergelder beim Verkauf von französischen Kriegsschiffen an den Inselstaat.

Die Schweiz sperrte daraufhin rund 900 Millionen Dollar vorsorglich und übergab 2005 Taiwan umfangreiche Unterlagen zu den betreffenden Bankkonten. 2007 flossen im Einverständnis mit den Kontoinhabern 34 Millionen Dollar an Taiwan zurück.

Ende 2019 ordnete die letzte Instanz in Taiwan die Konfiszierung der Fregattengelder an und machte damit den Weg zur Herausgabe der rund 266 Millionen Dollar frei. Für den Rest der gesperrten Gelder liess sich kein ausreichender Zusammenhang mit Korruption nachweisen. Die Sperrung wurde deshalb aufgehoben, wie das Bundesamt weiter mitteilte.

Korruption und Geldwäscherei

Die Fregatten-Affäre gilt als einer der grössten Korruptionsskandale in der französischen Geschichte. Dabei geht es um Schmiergelder und Geldwäscherei im Zusammenhang mit dem Verkauf von sechs französischen Kriegsschiffen der Firma Thomson (später Thales) an Taiwan.

Die sechs Fregatten kosteten 2.5 Milliarden Dollar, davon sollen 520 Millionen Dollar als Schmiergeld zurückgeflossen sein. Die Schweiz hatte im Verlauf der Ermittlungen seit 2004 Konten des Geschäftevermittlers Andrew Wang gesperrt.

Wang und sieben Personen aus seinem Umkreis wurden Ende September 2006 in Taiwan wegen Korruption angeklagt. Wang starb 2015 in London. Er hatte als Vermittler für einen glatten Geschäftsverlauf gesorgt, obwohl Thales sich eigentlich verpflichtet hatte, keine Mittelsmänner einzuschalten. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Erst Präsident, dann im Knast

Die glücklichsten Menschen leben in Finnland

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Das E-Auto gewinnt: Warum der Todesstoss für Benziner und Diesel nun viel früher kommt

Drohende Verkaufsverbote und strengere Abgasnormen beschleunigen das Ende von Benzin- und Dieselautos. Mehrere Hersteller haben angekündigt, ab wann sie keine «Verbrenner» mehr verkaufen. Die Pläne in der Übersicht.

Die Ansage von GM-Chefin Mary Barra glich einer Revolution. Ausgerechnet General Motors, Sinnbild der behäbigen US-Autobranche, preschte Anfang Jahr hervor und verkündete das Aus für den Verbrennungsmotor bis 2035.

Ford und Volvo stampfen Benzin- und Hybridfahrzeuge bis 2030 ein, BMWs Mini ist ab 2031 rein elektrisch unterwegs und Jaguar ab 2025. Den Smart gibt es schon jetzt ausschliesslich mit E-Antrieb und Audi und VW haben in den letzten Tagen angekündigt, keine neuen Verbrennungsmotoren zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel