Schweiz
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So schneidet die Schweiz im Korruptions-Ranking ab



Mit 85 von 100 Punkten steht die Schweiz im internationalen Korruptions-Ranking von Transparency International gut da. Trotz gleichbleibender Punktzahl rutschte sie aber vom Podest und belegt jetzt zusammen mit Schweden und Singapur Rang vier.

[EDITOR'S NOTE: Topical image, posed picture with fake money] A briefcase with bundles of fake banknotes of Swiss Francs, pictured on July 21, 2011. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Im Corruption Perceptions Index (CPI) liegt die Schweiz auf dem guten vierten Rang. Handlungsbedarf besteht aber unter anderem bei der Transparenz der Politikfinanzierung und der Geldwäscherei. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

An der Spitze liegen Dänemark und Neuseeland mit je 87 Punkten, gefolgt von Finnland mit einem Punkt weniger. Aber selbst diese Länder sind noch weit entfernt von der 100-prozentigen Integrität.

22 Länder haben sich seit 2012 verbessert, 21 haben sich verschlechtert. Gleich vier der G7-Nationen haben seit letztem Jahr Punkte verloren: Frankreich und die USA, die gemeinsam auf Platz 24 liegen, sowie Kanada und Grossbritannien.

Konkrete Chance zur Besserung

Die Schweiz tritt trotz gutem Resultat auf der Stelle, bedauert Transparency International in einer Aussendung vom Donnerstag. Es gebe noch erhebliche Defizite bei der Transparenz in der Politikfinanzierung, beim Schutz von Whistleblowern, bei der Geldwäschereibekämpfung und der Bestechung in Privatwirtschaft und Sport - Bereiche, welche vom Corruption Perceptions Index (CPI) gar nicht erfasst werden.

Doch Abhilfe ist möglich. «Die Politik hat 2020 die Chance, mit der Whistleblowing-Vorlage, der Revision des Geldwäschereigesetzes und der eidgenössischen Transparenzinitiative einige dieser gewichtigen Mängel anzugehen und konkrete Verbesserungen zu erzielen», sagt Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency International Schweiz.

Zwei Drittel liegen unter 50 Punkten

Der CPI 2019 der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International erfasst die Korruptionswahrnehmung für den öffentlichen Sektor von 180 Ländern. Er offenbart gemäss Mitteilung ein düsteres Bild: «2019 hat die Korruptionsbekämpfung weltweit keine Fortschritte gemacht; nach wie vor erreichen zwei Drittel aller Länder im CPI nicht einmal 50 von maximal 100 Punkten». Der Durchschnitt aller Länder liegt bei 43.

Als Region schneidet Westeuropa am besten ab, am schlechtesten platziert sind die Regionen Subsahara-Afrika sowie Osteuropa und Zentralasien. Die beiden Amerikas sowie Asien bilden das Mittelfeld. Schlusslichter sind Somalia mit 9, Südsudan mit 12 und Syrien mit 13 Punkten. (mim/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 23.01.2020 12:35
    Highlight Highlight Man könnte fast meinen, wir Schweizer bezahlen Transparency International.

    Bei uns beginnt die Korruption doch mit der täglichen Vetternwirtschaft und Verfilzung auf Gemeindeebene, geht über den Filz zwischen Militär und Wirtschaft, wird richtig extrem, wenn es sich um die Parteienfinanzierung handelt, wo selbst Parlamentarier und Bundesräte zu kaufen sind und hört bei internationalen Kriminalfällen wie den Cum-Ex-Betrügereien usw. auf.

    Wenn wir nicht als bestechlich gelten, wie schlimm muss die Korruption dann weltweit sein?
  • swisskiss 23.01.2020 11:24
    Highlight Highlight Der CPI misst NICHT die Korruption eines Landes, sondern die subjektive Wahrnehmung von Korruption: Erfassung durch Befragungen eine relativ kleinen Kreises von Geschäftsleuten, Länderexperten und Instituten.
    Verschiedene Wissenschaftler zweifeln die Gültigkeit und Verlässlichkeit der Datenbasis von Korruptionsindizes an.

    Würde also das Ranking mit Vorsicht betrachten.
  • Political Incorrectness 23.01.2020 08:45
    Highlight Highlight Ist das ein Witz? Bei all den Beschaffung-Skandalen des Bundes soll die Schweiz nicht korrupt sein? Letztes Beispiel: 24 Mio. Franken für eine J+S Datenbank, um 37'000 Mitglieder zu verwalten. (Zur Info: selbst beim höchsten Stundenansatz für Entwickler sind das 100'000 Mannstunden. Damit könnte ein 10-köpfiges Team über 4 Jahre arbeiten.)
    • fireboltfrog 23.01.2020 11:31
      Highlight Highlight Das unser Bund in IT viel Geld für nix verpufft, hat in erster Linie nichts mit Korruption zu tun, sondern mit Inkompetenz. Wenn man eben mit einem Buch als Anforderungskatalog kommt und nirgends bereit ist Kompromisse zu machen wird es einfach Sau teuer...
    • Markus97 23.01.2020 13:54
      Highlight Highlight Das ist eher grobe Inkompetenz. Ich wünschte der Bund würde vermehrt Fachhochschulen für solche Projekte nutzen um mal zu sehen was soetwas realistisch kostet.
  • Der Rückbauer 23.01.2020 08:34
    Highlight Highlight Die fehlende Transparenz in der Parteienfinanzierung ist der Minuspunkt der Schweiz. Da sind wir auf Stufe Bananenrepublik. Seit Jahren.
  • Asmodeus 23.01.2020 08:28
    Highlight Highlight Die Schweiz steht supidupi dar mit 85 von 100 Punkten.


    Weil Politikfinanzierung, Geldwäscherei und Bestechung in Privatwirtschaft und Sport nicht erfasst werden.


    Was zum Geier wird da überhaupt überprüft?


    Und keine Sorge. Unsere Politiker sind nicht korrupt. Sie haben die Korruption in Lobbyismus umbenannt und legalisiert.
    • Ueli der Knecht 23.01.2020 14:34
      Highlight Highlight "Was zum Geier wird da überhaupt überprüft?"

      Es wird nur die gefühlte Korruption gemessen. Der Index heisst auch "Corruption Perception Index". Dabei wurden eine nicht bekannte Anzahl von nicht näher bezeichneten Länder-Experten und unbekannten Geschäftsleuten gefragt, wie korrupt sie das Land halten. Dazu wurden 13 nicht bezeichnete Datenquellen von 12 nicht genannten Institutionen verwendet.

      vgl. "Methology" (Seite 26):
      https://www.transparency.org/files/content/pages/2019_CPI_Report_EN.pdf

      Insofern fehlt es dem Report von Transparency International ausgerechnet an Transparenz.
  • Chili5000 23.01.2020 07:48
    Highlight Highlight Auch bei uns regiert nun mal das Geld, nur sind wir so schlau es schön zu verpacken....
  • Blaugrana 23.01.2020 07:43
    Highlight Highlight Hat Transparency International auch Sachverhalte unter dem Begriff „Vetterliwirtschaft“ untersucht?
    • Ueli der Knecht 23.01.2020 14:35
      Highlight Highlight Nein.
  • Influenzer 23.01.2020 07:28
    Highlight Highlight Gibt es eine Link zur Quelle, würd mich interessieren ob sich meine Wahrnehmung von da wo ich gerade hocke mit dem Index deckt.....
  • gecko25 23.01.2020 07:24
    Highlight Highlight In diesem Fall wäre es wohl besser, von nachweisbarer Korruption zu sprechen.
    • Ueli der Knecht 23.01.2020 14:37
      Highlight Highlight Der "Corruption Perceptions Index" von Transparency International basiert nicht auf nachgewiesener Korruption, sondern ausschliesslich auf der Wahrnehmung einer unbekannten Anzahl "Länder-Experten" und "Geschäftsleuten" sowie auf ein paar nicht näher spezifizierten "Datenquellen".

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