Schweiz
International

Islamwissenschaftler Ramadan wegen Vergewaltigung verurteilt

Swiss Islamic scholar Tariq Ramadan leaves the Geneva courthouse at the start of the appeal trial as part of a sexual assault investigation, in Geneva, Switzerland, Monday, May 27, 2024. (KEYSTONE/Val ...
Prediger Ramadan erhält wegen Vergewaltigung 18 Jahre Haft.Bild: keystone

Islamwissenschaftler Ramadan wegen Vergewaltigung verurteilt

25.03.2026, 21:4325.03.2026, 21:43

Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist vom Pariser Strafgericht wegen Vergewaltigung von drei Frauen zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht urteilte am Mittwoch in Abwesenheit und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Der 63-Jährige mit ägyptischen Wurzeln wurde wegen Vergewaltigung und Vergewaltigung einer schutzbedürftigen Person für schuldig befunden. «Einwilligung in sexuelle Handlungen bedeutet nicht, dass man jeder sexuellen Handlung, egal welcher Art, zustimmt», betonte die Vorsitzende Richterin Corinne Goetzmann.

Sie ordnete an, dass Ramadan acht Jahre lang unter gerichtliche Aufsicht gestellt wird, wobei ihm insbesondere untersagt wird, Kontakt zu den Opfern aufzunehmen, aber auch, Werke, audiovisuelle Beiträge oder öffentliche Äusserungen zu verbreiten, die sich auf diese Straftat beziehen. Zudem verhängte die Richterin gegen Ramadan ein endgültiges Einreiseverbot für Frankreich nach Verbüssung seiner Strafe.

Drei Taten zwischen 2009 und 2016

Tariq Ramadan, ein in Genf geborener Enkel von Hassan al-Banna, dem Begründer der ägyptischen Muslimbrüder, der bereits von der Schweizer Justiz wegen Vergewaltigung einer Frau verurteilt worden war, stand seit dem 2. März in Paris wegen Vergewaltigungen vor Gericht, die zwischen 2009 und 2016 an drei weiteren Frauen begangen worden sein sollen.

Dabei handelt es sich um eine schwere Vergewaltigung mit Gewaltanwendung an einer schutzbedürftigen Person, begangen in Lyon im Oktober 2009, eine Vergewaltigung, die sich 2012 in Paris ereignet haben soll, an einer ehemaligen Salafistin, die zur säkularen Aktivistin wurde und den Fall ins Rollen brachte, indem sie im Oktober 2017 Anzeige erstattete, sowie eine weitere an einer dritten Frau aus dem Jahr 2016.

Vergewaltigung auch in der Schweiz

Aber der Islamwissenschaftler war zuvor auch schon in der Schweiz wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt worden. Im Sommer 2025 wies das Bundesgericht einen Rekurs Ramadans gegen das Urteil des Genfer Kantonsgerichts ab.

Die Richter waren zum Schluss gekommen, dass Ramadan der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung einer Frau schuldig sei, mit der er im Oktober 2008 in einem Genfer Hotel zusammengekommen war. Sie verurteilten Ramadan zu drei Jahren Gefängnis, davon eines auf Bewährung. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
30 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
SC90
25.03.2026 22:32registriert Juli 2025
3 Jahre für Vergewaltigung? Das ist absurd, die Strafmasse stimmen einfach nicht bei uns...
1094
Melden
Zum Kommentar
avatar
KOHL
26.03.2026 01:37registriert März 2019
"Sie verurteilten Ramadan zu drei Jahren Gefängnis, davon eines auf Bewährung."
Schwierig dazu noch etwas zu schreiben, bin zu beschäfrigt mit Kopfschütteln.
683
Melden
Zum Kommentar
avatar
Knäckebrot
26.03.2026 06:16registriert Juni 2017
Ist etwas zynisch seinerseits dafür, dass er die Sharia anstrebte, nach welcher er hingerichtet werden müsste - selbst für den Fall, dass die Angelegenheiten einvernehmlich waren.

Das stört mich enorm, dass er als star-Islamwissenschaftler sich dermassen für ein islamisches System engagierte und seine Kreise sich dermassen über unser System überheben, tun aber Dinge, bei denen sie froh um unser System sind.
590
Melden
Zum Kommentar
30
Bei der Atomkraft kommt es in der «Arena» zur verbalen Kernschmelze
In der «Arena» diskutierten die Gäste, welche energiepolitischen Schlüsse die Schweiz aus dem Iran-Krieg ziehen soll. Die grossen Emotionen speiste nicht Benzin, sondern Atomkraft. Und der SVP-Vertreter zeigte sich ausnahmsweise mit der EU-Kommissionspräsidentin einverstanden.
Der Iran-Krieg ist nun exakt einen Monat alt. Die Bilanz ist traurig. Er hat laut Zahlen des Roten Kreuzes bisher 1900 Menschen im Iran das Leben gekostet. Mindestens 20'000 weitere wurden verletzt. Zu Hunderten sind Krankenwagen, Gesundheitseinrichtungen und Schulen zerstört worden.
Zur Story