Schweiz
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ARCHIVBILD ZUR KOMMUNIKATION DES BAV UEBER DIE VERGABE DER FERNVERKEHRSKONZESSIONEN UND DIE INTERREGIO-LINIEN, AM DIENSTAG, 12. JUNI 2018 - A SBB, left, and BLS train, right, at the train station in Lucerne, Switzerland, on March 9, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler) 

Ein Zug der SBB, links, und der BLS, rechts, am 9. Maerz 2017 am Bahnhof Luzern . (KEYSTONE/Christian Beutler)

Besonders Einzelfahrten seien laut der neuen Studie im internationalen Vergleich eher teuer. Bild: KEYSTONE

Teuer, aber pünktlich: Schweizer ÖV schneidet im internationalen Vergleich gut ab



Das Fazit einer internationalen Studie lautet: «Der öffentliche Verkehr der Schweiz hat ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.» Im europäischen Vergleich punkte die Schweiz vor allem mit einer «hohen Netz- und Angebotsdichte» und einer «herausragenden Pünktlichkeit». Die Preise lägen gleichzeitig im Mittelfeld.

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«Bahn-, Bus- oder Schifffahren in der Schweiz ist teuer.» Dieser Satz ist sowohl von Schweizerinnen und Schweizern, insbesondere aber von ausländischen Touristen oft zu hören. Die dritte Preisvergleichsstudie, die am Dienstag vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr Litra und vom Verein Direkter Verkehr Schweiz ch-direct, vorgestellt wurde, widerlegt dieses Vorurteil zumindest teilweise.

Wer den öffentlichen Verkehr in der Schweiz nur gelegentlich nutzt, muss allerdings für ein Billett tief in die Tasche greifen. Doch dank neuer Sparangebote schliesst die Schweiz gemäss der internationalen Studie gut ab. Das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft.

Teure Einzelbillette

Für die Studie verglich das Forschungsinstitut Infras die Tarife in Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Grossbritannien und der Schweiz. Generell lässt sich demnach festhalten, dass die Preise im Zeitraum zwischen 2016 und 2018 fast überall leicht gestiegen sind.

ARCHIVBILD ZUR LITRA-STUDIE

Abonnemente und Sparbillette lohnen sich laut Studie für den Kunden.  Bild: KEYSTONE

Das bedeutet jedoch nicht für alle Kundengruppen dasselbe. So seien die Preise für Abonnements für Vielfahrer in der Schweiz beispielsweise sehr vorteilhaft. Auch das Fahren im innerstädtischen Verkehr und von der Stadt aufs Land sei günstig. Vergleichsweise teuer seien hingegen Einzelfahrten in der Schweiz – insbesondere bei Reisen im Metropolitanraum und zwischen zwei Städten, heisst es in der Studie.

Weitere Preisdifferenzierungen geplant

Die Branche arbeite daran, das Preisleistungsverhältnis im öffentlichen Verkehr weiter zu verbessern, sagte ch-direct-Präsidentin Jeannine Pilloud gemäss Redetext. Die Tarife für Gelegenheitsfahrer und bestimmte Kundengruppen müssten runter und die Eintrittshürden für Neukunden gesenkt werden.

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Preisspanne zwischen dem Normalpreis und dem entsprechenden Sparpreis für die Reise von der Stadt aufs Land. Bild: LITRA

Ansetzen will das ehemalige SBB-Kadermitglied insbesondere bei der Preisdifferenzierung. Die in den vergangenen Jahren eingeführten Sparbillette und Frühbucherrabatte hätten sich auffällig schnell entwickelt und auch die Preiswahrnehmungen positiv beeinflusst. Das Potenzial sei jedoch noch nicht ausgeschöpft.

Mit neuen Angeboten und Treuerabatten soll der ÖV-Anteil im Freizeitverkehr gesteigert werden, wie Pilloud ausführte. Zudem sollen Sortimente und Leistungen weiter standardisiert werden. (leo/sda)

33 SBB-Bahnhöfe: So sahen sie im letzten Jahrhundert aus

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Video: srf/SDA SRF

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Kommentiert
14.08.2018 11:57registriert October 2015
Schade das es zwar für Studenten gute Angebote gibt für Lehrlinge aber kaum.
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Ramy
14.08.2018 12:48registriert May 2016
Die Preise mögen zwar hoch sein, die Qualität ist es jedoch auch. Jedesmal wenn ich im Ausland bin (Deutschland, Niederlande, England etc.) merke ich erst wie gut wir es mit der SBB doch haben. 10 Minuten Verspätung? Ach das ist normal. Toiletten an Bahnhöfen? Reicht doch an Grösseren. Sauberkeit an Bahnhöfen und im Zug? Ach das wird schon gehen. Personal zur Anweisung bei Zugausfällen? Brauchen wir nicht, haben ja Durchsagen. Verbindungen aufs Land? Wer muss da noch hin?
Es sind oftmals die kleinen Dinge die uns kaum auffallen aber insgesamt doch teuer sind.
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Triumvir
14.08.2018 12:31registriert December 2014
Ohne massive Subventionen wären unsere ÖV's wohl nicht überlebensfähig und die Preise noch um einiges höher. Es ist aber zweifellos richtig und wichtig den ÖV mit unseren Steuergeldern angemessen zu fördern. Denn ohne diese Förderung ware der Kollaps auf unserem Strassennetz def. vorprogrammiert und viele Menschen und Pendler wären komplett aufgeschmissen.
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