Schweiz
International

Provokation auf See: Messer-Drohung zwischen China und Philippinen

Video: watson/Michael Shepherd

Provokation auf See: Messer-Drohung zwischen China und Philippinen

20.06.2024, 16:22
Mehr «Schweiz»

Zwischen der chinesischen Küstenwache und der philippinischen Marine ist es erneut zu einem Zusammenstoss im Südchinesischen Meer gekommen – dieses Mal mit gezückten Messern. Die philippinischen Streitkräfte veröffentlichten am Mittwochabend ein Video eines Vorfalls am Montag und warfen den Chinesen einen «brutalen Angriff» vor.

Hier erfährst du alles zu Vorfall:

Video: watson/Michael Shepherd

Die Aufnahme zeigte ein chaotisches Aufeinandertreffen, bei dem kleinere Schiffe sowie motorisierte Schlauchboote beider Seiten eng ineinander verkeilt sind. Mitglieder einer chinesischen Crew strecken Messer in Richtung der Gegenseite aus. Von der philippinischen Seite fliegt ein Gegenstand in Richtung eines der chinesischen Schiffe.

epa11424311 A handout photo made available by the Armed Forces of the Philippines (AFP) shows AFP Chief-of-Staff Gen. Romeo Brawner Jr. pinning a medal on a Navy personnel at a facility in Palawan pro ...
AFP-Stabschef General Romeo Brawner Jr. bei der Verleihung einer Medaille an einen Angehörigen der Marine in einer Einrichtung in der Provinz Palawan, Philippinen, am 19. Juni 2024. Der Mann wurde am 17. Juni 2024 in den umstrittenen Gewässern des Südchinesischen Meeres verwundet. Bild: keystone

Die Chinesen hätten den philippinischen Besatzungsmitgliedern Gewalt angedroht, hiess es vom philippinischen Militär. Auch habe die chinesische Seite laute Sirenen eingesetzt, um die Kommunikation zu stören und die philippinischen Soldaten abzulenken. Die Crew der chinesischen Küstenwache wollte demnach verhindern, dass die Marinesoldaten Lebensmittel und andere Vorräte zu einem philippinischen Aussenposten in der Second-Thomas-Untiefe, die auch von Peking beansprucht wird, bringen.

Immer wieder gefährliche Manöver

Das Pekinger Aussenministerium teilte am Donnerstag mit, dass China «notwendige Massnahmen» ergriffen habe, die «in Übereinstimmung mit dem Gesetz» seien. Die chinesische Besatzung habe «professionell und zurückhaltend» agiert.

Peking und Manila werfen sich gegenseitig immer wieder gefährliche Manöver in der Region vor. Insbesondere um die Second-Thomas-Untiefe streiten sich die beiden Länder schon länger. An dem Riff, etwa 200 Kilometer westlich der philippinischen Insel Palawan, hatte Manila 1999 ein Schiff auf Grund gesetzt und damit seinen Anspruch auf das Atoll markiert. Auf dem verrotteten Kriegsschiff harren Soldaten aus, die regelmässig auf Nachschub und Vorräte angewiesen sind.

In dem Gebiet aus weit verstreuten Riffen und Inseln westlich der Philippinen und weit südlich von China werden wichtige Ressourcen vermutet. China reklamiert praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Aber auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei beanspruchen dort Gebiete. Chinesische Gebietsansprüche wurden 2016 vom Internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag zurückgewiesen. Peking ignoriert das Urteil jedoch. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
21 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hadock50
20.06.2024 17:23registriert Juli 2020
China ist eben wie Russland ein Aggressor.
Der ganz nach dem Motto handelt;
Ich will es, ich nehme es mir.

..... und die Welt schaut zu.
896
Melden
Zum Kommentar
avatar
Demetria
20.06.2024 16:33registriert März 2020
Na ich glaube es ist klar wer hier schuld ist. China beansprucht ja das ganze Meer für sich bis direkt zu den Küsten der Südostasiatischen Länder.
Es wäre schön, die chinesische Anspruchskarte dazu zu haben, einfach damit die Leute sehen, wie absurd das Ganze ist.
Das Merkwürdige ist, dass China nicht mal zu schnallen scheint, wie viel Softpower es sich mit der Strategie vergeigt. Die Philippinen z. B. waren ja erst sowohl eine US als auch eine Japanische Kolonie mit allen Konsequenzen. Das hätte China problemlos nutzen und die anti-koloniale Karte spiel können statt wie Deppen reinzupoltern.
589
Melden
Zum Kommentar
avatar
tops
20.06.2024 18:22registriert Juni 2018
China hat bewusst irgendwelche Linien gezogen und behauptet das seien Chinesische Gewässer. Ist galt absolut lächerlich würde man überall die Geschichte bemühen wäre wohl jedes Land mal irgendwann von einem anderen Land beherrscht worden. So gesehen wäre die Mongolen in einer recht starken Position auch gegenüber irgendwelche Wladimir.
243
Melden
Zum Kommentar
21
Microsoft: IT-Panne betraf 8,5 Millionen Windows-Geräte

Von dem fehlerhaften Software-Update, das weltweit weitreichende Störungen ausgelöst hat, sind nach Angaben von Microsoft schätzungsweise 8,5 Millionen Windows-Geräte betroffen gewesen. Dies seien weniger als ein Prozent aller Windows-Rechner, teilte Microsoft auf dem Blog des Unternehmens mit. Dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen dennoch so weitreichend waren, zeige, wie viele Unternehmen, die viele wichtige Dienste betreiben, den Softwareanbieter Crowdstrike benutzten.

Zur Story