Schweiz
Italien

Meloni will Botschafter nur unter Bedingung in Schweiz zurückschicken

epa12675253 Italian Prime Minister Giorgia Meloni attends a press conference with German Chancellor Friedrich Merz (not pictured) on the sidelines of an intergovernmental summit between Italy and Germ ...
Bild: keystone

Meloni will Botschafter nur unter einer Bedingung in die Schweiz zurückschicken

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am Montag in Rom den italienischen Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, empfangen. Dessen Rückkehr nach Bern wird von Italien von der Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe zur Brandkatastrophe von Crans-Montana abhängig gemacht.
26.01.2026, 20:2426.01.2026, 20:24

Cornado war am Samstag von Aussenminister Antonio Tajani nach Rom zurückgerufen worden, nachdem das Zwangsmassnahmengericht in Sitten die Freilassung von Jacques Moretti, des Betreibers der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS, angeordnet hatte. Bei der Brandkatastrophe starben 40 Menschen darunter sechs Italiener.

An dem Treffen vom Montag in Rom, an dem auch Staatssekretär Alfredo Mantovano und Generalstaatsanwältin Gabriella Palmieri Sandulli teilnahmen, wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Adnkronos beschlossen, die Rückkehr des Botschafters in die Schweiz von der Aufnahme einer effektiven Zusammenarbeit zwischen den Justizbehörden beider Staaten und der sofortigen Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe abhängig zu machen.

Es gehe darum, dass ohne weitere Verzögerungen die Verantwortlichkeiten für die Brandkatastrophe von Crans-Montana am 1. Januar geklärt werden können, wurde im Anschluss an das Treffen mitgeteilt. Die italienische Regierung hatte der Schweiz eine solche Zusammenarbeit bereits unmittelbar nach der Tragödie vorgeschlagen, das Angebot wurde jedoch abgelehnt.

Kritik an Ermittlungen im Wallis

Hintergrund des italienischen Vorstosses sind anhaltende Kontroversen über den bisherigen Verlauf der Ermittlungen in der Schweiz. Kritisiert wird insbesondere, dass keine Obduktionen oder weitergehenden forensischen Untersuchungen der Todesopfer angeordnet wurden. Die ausgestellten Sterbeurkunden enthalten demnach keine konkreten Angaben zur Todesursache. Nach der Überführung der Leichname nach Italien liess die Staatsanwaltschaft in Rom eigene Obduktionen durchführen.

Der Entscheid des Walliser Gerichtes vom Freitag, den Barinhaber freizulassen, stelle eine schwere Beleidigung und einen weiteren Schmerz für die Familien der Opfer dar, hiess es in einer Mitteilung der italienischen Regierung vom Samstag. (sda/adnkronos/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana
1 / 11
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana

Am 9. Januar 2026 fand der nationale Gedenkanlass und Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Sechs Jahre keine Kontrollen – der Gemeindepräsident von Crans-Montana nimmt nach dem Drama Stellung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
156 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
fritzfisch
26.01.2026 20:41registriert Januar 2018
Na dann bleibt der Botschafter halt in Italien.
15639
Melden
Zum Kommentar
avatar
Mentos
26.01.2026 21:17registriert Mai 2020
USA-Druck auf französische Richter, Trumps erneuter Grönland-Wahn und Melonis Einmischung in Crans-Montana – geht’s eigentlich noch? Die Weltpolitik wirkt momentan wie ein schlechter Film.
11926
Melden
Zum Kommentar
avatar
Walser
26.01.2026 21:27registriert Februar 2018
Soweit kommts noch, dass Italien bei den Untersuchungen in Montana beteiligt ist. Die Meloni ist am überbeissen. Lachhaft!
8333
Melden
Zum Kommentar
156
Polizeimeldungen sollen Nationalitäten nicht nennen müssen
Strafverfolgungsbehörden sollen in Polizeimeldungen nicht zwingend Alter, Geschlecht und Nationalität von Täterinnen, Tätern, Verdächtigen und Opfern nennen müssen. Die zuständige Ständeratskommission will keine entsprechende landesweite Vorschrift.
Zur Story