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59-Jähriger Pädophiler nach mehrfacher Buben-Vergewaltigung nicht lebenslänglich verwahrt



Blick in einen Spazierhof des Basler Gefaengnis Waaghof in Basel am Samstag, 5. November 2005. (KEYSTONE/Markus Stuecklin)

Bild: KEYSTONE

Ein wegen sexuellen Handlungen an Kindern verurteilter Mann wird nicht lebenslänglich verwahrt. Das Strafgericht Basel-Stadt hat am Dienstag einen entsprechenden Antrag der Vollzugsbehörde Basel-Stadt abgelehnt.

Das Gericht sprach sich stattdessen für eine Neuanordnung der stationär psychiatrischen Behandlung mit «kleineren Lockerungsschritten» aus. Der inzwischen 59-jährige Mann war 2007 vom Strafgericht Basel-Stadt der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der mehrfach versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Pornographie zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren schuldig gesprochen worden.

Der damals bereits vorbestrafte Mann hatte sich nur kurze Zeit nach der Entlassung aus dem Vollzug einer Strafe in Deutschland in Basel erneut an Buben herangemacht. Es ist zu verschiedenen sexuellen Handlungen bis hin zum Analverkehr gekommen. Das Appellationsgericht hatte bereits 2008 eine stationäre therapeutische Massnahme für den Mann angeordnet, die 2012 um fünf und 2017 um drei weitere Jahre verlängert worden war.

Die Vollzugsbehörde Basel-Stadt hat diese Massnahme «wegen Aussichtslosigkeit» letzten Februar aufgehoben und vor Gericht eine lebenslängliche Verwahrung beantragt. Der Vertreter der Vollzugsbehörde begründete diesen Antrag damit, dass die Fortführung der therapeutischen Massnahmen nicht zielführend sei und es sich beim Verurteilten um eine «Hochrisiko-Person» handle, die Defizite im Bereich des «Risikomanagments» aufweise.

Immer noch motiviert für Therapie

Die Verteidigung bezeichnete den Vorwurf des «fehlenden Risikomanagements» als «unerhört». Es sei unfair, eine lebenslange Verwahrung auszusprechen, zumal der Mann für seine Taten gebüsst und er sich auf die Therapie eingelassen habe. Zudem nehme der Verurteilte die antiandrogene Medikation Salvacyl ein, die zu einer Reduktion des Testosteronspiegels auf Kastrationsniveau führe.

Der Strafgerichtspräsident begründete den Entscheid für eine Neuanordnung der stationär psychiatrischen Behandlung damit, dass die Chance auf therapeutischen Erfolg noch nicht ausgeschöpft sei. Die Störung Pädophilie sei zwar nicht therapierbar, wohl aber der Umgang damit.

Der Mann bleibe bis zum Lebensende kernpädophil, doch solle er mit den «Lockerungschritten» unter Beweis stellen können, dass er in den letzten zwölf Jahren therapeutische Fortschritte gemacht habe, sagte der Gerichtspräsident.

Darüber hinaus zeige sich der Verurteilte auch nach all den Jahren immer noch «sehr motiviert» für eine Therapie, was er unter anderem mit der Einnahme der Medikation beweise. Das sei nicht selbstverständlich, sagte der Gerichtspräsident weiter. Nach dessen Angaben hatte das Gericht bereits 2017 Lockerungsmassnahmen für den Verurteilten angeordnet. Die Vollzugsbehörde sei dieser Forderung aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht nachgekommen.

Noch ist unklar, ob die Vollzugsbehörde Basel-Stadt den Entscheid weiterziehen wird. (aeg/sda)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fritz N 27.11.2019 13:07
    Highlight Highlight Wow, geht es um Pädophilie, zeigt der Pöbel seine totalitären Fantasien... *facepalm*
    • Mügäli 27.11.2019 17:59
      Highlight Highlight @Fritz N - nein, sie Verkennen die Haltung des, wie Sie sagen, ‚Pöbels‘. Es geht nicht Grundsätzlich darum die Krankheit Pädophilie als solches hart zu Bestrafen/Verurteilen. Vielmehr sind es die Taten inkl. den damit verbundenen unwiderkehrbaren Folgen für die Opfer welche den Kommentierenden dazu bringen, unsere Kinder vor solchen Menschen zu schützen. Es ist eines seine Krankheit Pädopholie zu erkennen, daran zu arbeiten und sich damit auseinander zusetzen, ein anderes ist es, diese in die Tat umzusetzen, ohne Gewissen x- Leben zu zerstören .. denken Sie mal darüber nach!
  • MarGo 27.11.2019 09:11
    Highlight Highlight Kinderschänder sollten nicht für eine einzige Sekunde auch nur die Hoffnung darauf haben, dass sie jemals wieder frei sein werden!! Zudem wäre ich für radikale Verhinderungsmassnahmen (Schnipp Schnapp mein ich!)
    Wieviele Übergriffe es dann wohl noch gäbe...
    • Fritz N 27.11.2019 13:04
      Highlight Highlight Oh, wie zivilisiert... Wie wäre es zusätzlich mit Peitschenhieben gegen Ehebrecher oder Handabschneiden von Dieben?
    • MarGo 27.11.2019 14:00
      Highlight Highlight Ich weiss, dass mich bei solchen Geschichten meine Wut leitet beim Schreiben, lieber Fritz.
      Und ja, es würde sicherlich etwas humanere Möglichkeiten geben, von denen in einer funktionierenden Gesellschaft sogar solche Individueen profitieren dürften...
      Dennoch vergleiche bitte Ehe- und Einbrecher nicht mit Kinderschändern... Was letztere zerstören ist fern jeglichen Schadens, der ein Ein- oder Ehebrecher verursacht...
  • Scott 26.11.2019 23:05
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu diesem unverbesserlichen Mehrfachtäter hat der Schachtdeckelwerfer 7 Jahre bekommen...
  • Paedu87 26.11.2019 22:00
    Highlight Highlight Wahnsinn. 12 Jahre Therapie und der einzige Erfolg ist, dass der Mann sich temporär Kastrieren lässt. Ich kann die Behörden da verstehen, das Steuergeld kann man wahrlich besser investieren.

    Ich glaube nicht daran, dass man Pädophälie therapieren kann. Man kann das meiner Ansicht auch nie zu 100% kontrollieren auch wenn der Betroffene das möchte. Jeder hat mal einen schwachen Moment... Es bleibt also eine Wahrscheinlichkeitsrechnung und bei dem im Artikel beschriebenen Fall sehe ich anhand der Infos im Artikel keine Hoffnung für eine vernünftige Chance.
  • Schlaf 26.11.2019 20:20
    Highlight Highlight Mir kommt die Galle hoch ab solchen Zeilen.
    Zumal so eine Tat durch nichts wieder gut gemacht werden kann.
    Die „Strafe“ absolut lächerlich ist und man so einem Monster wieder die Hoffnung für Neues gibt.
    Würde einem meiner Kinder so was zustossen und es gäbe ein solchen Richterspruch, ich möchte es mir gar nicht ausmalen
    So etwas, in einem zivilisierten Land ist fast schon ein Versagen eines Systems.

    Sorry, es ist ein totales versagen des Systems!
  • Dr no 26.11.2019 20:12
    Highlight Highlight Lasst uns mal raten was der Richter für eine Parteizugehörigkeit hat? .... vollzugslockerungen? Wieso genau? Womit hat er das verdient? Wieviele chancen will man so einem noch geben? Ich verstehe das nicht.
  • Olifant 26.11.2019 20:07
    Highlight Highlight @Watson: was muss man sich in so einem Fall unter "Lockerungsmassnahmen" vorstellen?
  • Mügäli 26.11.2019 19:45
    Highlight Highlight Wieviele Chancen hat dieser Mann schon gehabt? Wieviele Buben hat er schon geschändet und damit das Leben dieser zerstört? Ist das wirklich im Sinne unseres Rechtssystems, solchen Menschen Chance um Chance zu gewähren mit dem Wissen, dass dieser weitere Taten begehen wird. Klar ist unser System aufgebaut auf Resozialisierung aber kann dieser Gedanke über den Schutz zukünftiger Opfer gestellt werden? Ich finde ganz klar, nein. Dieser Mann wollte man gemäss der Vollzugsbehörde Basel «wegen Aussichtslosigkeit» weg sperren und das ist richtig. Der Schutz der Kinder muss Priorität haben ...
  • Nando333 26.11.2019 18:32
    Highlight Highlight Unbegreiflich! Auch wenn er das Medikament einnimmt und dadurch der Testosteron Spiegel markant abnimmt, die Fantasien hat er ja immer noch!
    Die kann er als 'Kernpädophiler' vermutlich auch mit Therapie nicht in den Griff bekommen!
    • Fritz N 27.11.2019 13:05
      Highlight Highlight Und fürs Denken kann man niemand henken! Alles andere wäre totalitär!
    • Nando333 27.11.2019 14:13
      Highlight Highlight Das stimmt, nur fürs Denken kann man niemanden hängen, jedoch hat er mehr als einmal bewiesen, dass er trotz Strafen sich mehrmals an Kindern vergriffen hat.
  • Zyniker haben es leichter 26.11.2019 17:49
    Highlight Highlight Ist das nicht schön, die Rechte von Wiederholungstätern, einem Kinderschänder, wiegen schwerer als das Recht auf Sicherheit Aller... Lustig besonders, weil das so überhaupt nicht konsequent gehandhabt wird. Solche Storys sind Wasser auf die Mühlen der Rechten, Danke!
    • Pafeld 26.11.2019 21:19
      Highlight Highlight Inwiefern ist durch das Urteil mittelfristig jemand gefährdet?
  • Ribosom 26.11.2019 17:36
    Highlight Highlight Für mehrfach sexuelle Handlungen mit Kindern und mehrfach versuchte sexuelle Handlungen mit diesen bekam dieser Mann eine Gefängnisstrafe von 3.5 Jahren?
    Ist das dür die Opfer gerecht? Hat hier jemand mal an die betroffenen und zukünftig betroffenen Kinder gedacht?
    Ich finde es, so wie der Verteidiger meint, auch "unfair", dass dieser Mann wieser auf die Kinder losgeschickt werden soll.
    Eine Vergewaltigung passiert nicht einfach so ausversehen. Dieser Mann hat sich nicht im Griff und sollte deshalb verwahrt werden.
    • Hierundjetzt 26.11.2019 19:20
      Highlight Highlight Nein. Lies den Artikel nochmals. Er bleibt solange in der geschlossenen der Psychiatrie ("stationär") bis sich ein Therapieerfolg anzeigen WÜRDE, danach müsste er noch 3,5 Jahre ins Gefängnis.

      Das kann nächstes Jahr sein aber auch erst 2050 oder gar nie. Und bis dahin bleibt er in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie.
    • Olifant 26.11.2019 20:05
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: und wie misst man denn, ob die Therapie erfolgreich war?
    • Yolo 26.11.2019 20:19
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass die Definition für eine lebenslange Verwahrung nicht umsetzbar formuliert wurde. So traurig wie dies ist, da haben die Initianten damals nicht daran gedacht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rundumeli 26.11.2019 17:26
    Highlight Highlight mir ist nicht klar, wieso den basler behörden ein weiterzug unklar ist !
    • stef1885 27.11.2019 10:47
      Highlight Highlight Weil die Prozessrisiken erst bewertet werden müssen.
  • w'ever 26.11.2019 17:22
    Highlight Highlight wtf
  • Super8 26.11.2019 17:05
    Highlight Highlight "Zudem nehme der Verurteilte die antiandrogene Medikation Salvacyl ein, die zu einer Reduktion des Testosteronspiegels auf Kastrationsniveau führe."

    Wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Dann kann man sich ja die ganze teure Therapiererei sparen. Bringt ja nichts wie die Therapeuten selber gemerkt haben mit dem Befund "Kernpädophil". Täglich im Spital vorbei für die Medis oder Kastration. Wenn ich Diktator wäre wäre alles so viel einfacher, tja...
  • holzapfelin 26.11.2019 16:52
    Highlight Highlight da kommt mir direkt mein mageninhalt hoch...
  • Grain2 26.11.2019 16:42
    Highlight Highlight 🤮🤮🤮

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