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«Migusto» vs. «Fooby» – Migros und Coop lancieren das Battle der Kochportale

Wo sich die beiden Grossen künftig messen – und warum der Supermarkt der Zukunft Mundart spricht.
15.02.2017, 03:2115.02.2017, 08:38
FABIAN HOCK / Aargauer Zeitung

Das ewige Duell zwischen Coop und Migros geht in die nächste Runde. Diesmal wird gekocht. Innert weniger Tage präsentierten beide grossen Schweizer Detailhändler ihre eigene Kochplattform.

Die Migros machte mit Migusto letzte Woche den Anfang, gestern zog Coop mit Fooby nach. Es wirkt, als hätten sie sich abgesprochen: Auf den Websites finden sich Einsteigertipps, Rezepte und Hintergrundgeschichten rund ums Essen.

Food können wir bei watson imfall schon lange:

Trendig statt regional

Alles hip und durchgestylt, bei Migusto hat die Essiggurke ein Gesicht, auf Fooby heisst Essen Food. Coop duzt konsequent (die Migros ist höflicher) und Erklärvideos heissen nicht Erklärvideos, sondern «How-To-Videos». Dass sich das ein wenig mit dem omnipräsenten Mantra des Regionalen beisst – geschenkt.

Denn sowohl die Migros als auch Coop schaffen es mit ihren Portalen, Lust aufs Kochen zu machen. Fooby, erklärte Philipp Wyss aus der Coop-Geschäftsleitung gestern anlässlich der Präsentation des Jahresergebnisses in Muttenz BL, erscheine auch in gedruckter Form: Ein Magazin mit einer Auflage von vier Millionen Exemplaren. Damit wäre es das grösste publizierte Magazin der Schweiz.

Das Besondere online ist indes, dass sowohl Coop als auch Migros den hungrigen Nutzer komplett einfangen. Von der Inspiration über die notwendigen Handgriffe und das Rezept bis hin zur direkten Bestellung der Zutaten – alles passiert innerhalb des Migros- respektive Coop-Universums.

Jetzt auf

Was die Basler den Zürchern allerdings voraushaben: Coop gibt dem Hobbykoch gleich die passende Weinempfehlung aus dem Mondovino-Shop an die Hand.

Migusto vs. Fooby: Was gefällt dir besser?

Wachstumstreiber Internet

Dass beide ihre Online-Auftritte pushen, verwundert angesichts der gestern vorgelegten Coop-Bilanz nicht. Um mehr als 14 Prozent wuchs der Online Umsatz der Coop-Gruppe. 1.4 Milliarden Franken betrug der Nettoerlös 2016.

Ein wichtiger Treiber im Online-Handel ist der Internet-Marktplatz Siroop, den Coop im Mai zusammen mit Swisscom lancierte. 300 Händler sind bereits vertreten, sagte Coop-Chef Joos Sutter gestern.

Das Interesse sei enorm: «Wir haben eine lange Warteliste.» Rund 2000 Händler stehen laut Sutter bereits an, um auf die Plattform zu kommen. Zu Kennzahlen bei Siroop wollte sich Sutter nicht äussern.

Das Wachstum im Online-Bereich trug neben einem satten Plus im Grosshandel von über 15 Prozent im Vorjahresvergleich zum Rekordumsatz von 28.3 Milliarden Franken bei: Coop hat im vergangenen Jahr mehr verkauft als je zuvor.

2016 sei gut gewesen, sagte Sutter. Vorsichtig positiv sei er mit Blick auf 2017 gestimmt – auch wenn der Schweizer Markt nach wie vor anspruchsvoll sei.

Beliebtes neues Ladenkonzept

Während sich Teile der Gruppe positiv entwickelten, harzt es bei den «eigentlichen Coops» – nämlich im Detailhandel. Preisreduktionen führten zu einem leichten Umsatzrückgang von 0,2 Prozent auf 10.3 Milliarden Franken.

Erfreulich sei jedoch, dass das neue Ladenkonzept der Supermärkte gut ankomme, sagte Sutter. In den Märkten verkauften sich vor allem die Bio- und die Regionalprodukte immer besser. «Regionalität hat eine enorme Bedeutung», so der Coop-Chef. Das zeige das 20-Prozent-Wachstum beim Label «Miini Region».

Und da das so gut ankommt, lernen nun auch die Supermärkte Mundart: In den einzelnen Regionen sollen Kunden künftig von Schildern und Plakaten in den Läden im regionalen Dialekt angesprochen werden.

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Raembe
15.02.2017 06:49registriert April 2014
Lasst den Baroni bitte mal beides bewerten.
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Zum Kommentar
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Marie-Isabelle Bill
15.02.2017 08:17registriert Juli 2016
Unsäglich, das Pseudo-Saisonalgetue und Regio-Mantra der beiden Grossverteiler. Denn so ganz nebenbei werdenzu absoluten Horror-Discount-Super-Tiefpreisen Erdbeeren aus Marokko, Spargeln aus Peru und Tomaten aus Spanien angeboten. Die Rezepte dazu werden auch gleich geliefert. Denn dann kann man ja auch behaupten, dass die schlimmen Konsumenten das so wollen und man sich nur marktgerecht verhält...
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