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Rhythmische Sportgymnastik: Russlands Gymnastin löst Skandal aus

Die Sportgymnastin Sofia Ilterjakowa bei den Russischen Meisterschaften im März 2026
Die Sportgymnastin Sofia Ilterjakowa bei den Russischen Meisterschaften im März 2026.Bild: Imago

Rhythmische Sportgymnastik: Russlands Gymnastin löst Skandal auf Podium aus

Beim Weltcup in Sofia gewinnt eine russische Gymnastin Silber. Eine ukrainische Sportlerin holt Gold. Auf dem Podium kommt es zum Eklat.
03.04.2026, 17:2403.04.2026, 17:24
Ellen Ivits / t-online
Ein Artikel von
t-online

Nach vier Jahren sind russische Gymnastinnen auf die internationale Bühne zurückgekehrt – unter neutraler Flagge. Und ein Skandal liess nicht lange auf sich warten. Die Russin Sofia Ilterjakowa holte beim Weltcup im bulgarischen Sofia Silber in der Reifenübung. Die 15-jährige Athletin verlor das Gold an Taisija Onofrijtschuk aus der Ukraine. Das Podium komplettierte die Italienerin Sofia Raffaeli.

Während der Siegerehrung, als die ukrainische Nationalhymne erklang, drehten sich die Sportlerinnen aus Italien und der Ukraine mit dem Gesicht zu den Staatsflaggen, die auf dem Bildschirm hinter ihnen erschienen. So sieht es das ungeschriebene Protokoll vor. Die russische Gymnastin blieb hingegen regungslos auf dem Podest stehen und drehte sich nicht um.

Ukraine fordert die Aberkennung der Silbermedaille

Die Ukraine legte beim Internationalen Dachverband für Rhythmische Sportgymnastik (FIG) Protest ein. Der ukrainische Verband erklärte, die russische Gymnastin habe sich bei der Siegerehrung absichtlich nicht der Flagge zugewandt und warf der Russin «Respektlosigkeit gegenüber dem Staatssymbol» vor. Die Vertreter des Landes forderten, Ilterjakowa die Silbermedaille und den neutralen Status abzuerkennen.

Die Trainerin der russischen Mannschaft, Tatjana Sergajewa, sah sich inzwischen genötigt, das Verhalten ihrer Athletin zu erklären. Die 15-Jährige nehme zum ersten Mal an so einem grossen Wettbewerb teil und sei gerade erst aus der Juniorenkategorie in den Erwachsenensport gewechselt. In einer solchen Situation ist Nervosität ganz normal, behauptete die Trainerin. Ausserdem könnte Ilterjakowa schlicht nicht alle Einzelheiten der Siegerehrung gekannt haben.

Verband für Rhythmische Sportgymnastik prüft Fall

Der ukrainische Verband ist dennoch überzeugt, dass Ilterjakowas Geste politisch motiviert war. Ihr Verhalten bestätige erneut, dass «neutrale» russische Sportler in Wirklichkeit die aggressive Ideologie des heutigen Russlands vertreten. Ein wirklich neutraler Sportler müsse sich jeglicher politischer Gesten enthalten, hiess es.

Der Internationale Verband (FIG) liess die Situation nicht unbeachtet. Die Organisation erklärte, man werde den Fall prüfen. (fwa)

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