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Invasive Quaggamuschel erstmals im Rotsee nachgewiesen

Felchensterben im Bodensee. Eine Reportage mit Berufsfischer Gallus Baumgartner, 31. August 2023
Im Rotsee sind erstmals Spuren der invasiven Quaggamuschel gefunden worden (Symbolbild).Bild: watson

Quaggamuschel erstmals im Rotsee nachgewiesen

17.03.2026, 08:5917.03.2026, 08:59

Im Rotsee sind erstmals Spuren der invasiven Quaggamuschel gefunden worden. Noch ist unklar, ob sie sich dort bereits angesiedelt hat, wie es in einem Communiqué von Umwelt Zentralschweiz am Dienstag hiess.

Der Nachweis im Rotsee basiere auf der sogenannten eDNA-Methodik, hiess es im Communiqué. Diese weist DNA-Spuren im Wasser nach, sagt aber noch nicht sicher, ob sich die Muschel bereits fest angesiedelt hat. Klarheit gebe erst der Fund von «ausgewachsenen Quaggamuscheln», teilte Umwelt Zentralschweiz mit.

Spuren der gebietsfremden Muschelart wurden bereits im Zugersee, Zürichsee und Vierwaldstättersee nachgewiesen. Weil Wasser aus dem Vierwaldstättersee via Reuss und Reuss-Rotsee-Kanal in den Rotsee fliesst, habe eine Ausbreitung der Muschel in den Rotsee befürchtet werden müssen, hiess es weiter.

Kein Nachweis der Quaggamuschel liegt gemäss Mitteilung für den Ägerisee, Lauerzersee, Sihlsee, Wägitalersee, Hirschlen-See, Lungerersee und Sarnersee vor. Auch im Baldeggersee und im Sempachersee wurde keine Quaggamuschel-DNA gefunden, dies trotz grösserer Wasserproben und einer besonders «sensitiven» Nachweismethode, wie es hiess.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, bleiben Schutzmassnahmen zentral, teilte Umwelt Zentralschweiz weiter mit. Dazu gehöre vor allem die Pflicht, Boote und Ausrüstung vor dem Wechsel in andere Gewässer gründlich zu reinigen, zu entleeren und zu trocknen.

Die Quaggamuschel, die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammt, wurde 2014 in der Schweiz zum ersten Mal nachgewiesen. Sie breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme stark verändern. Sie beeinflusst sowohl die Lichtverhältnisse im Wasser als auch das Nahrungsnetz, was unter anderem dazu führt, dass Fische weniger Nahrung finden. Zudem kann sie technische Probleme verursachen, etwa durch Verstopfungen in Leitungen und Anlagen. (sda)

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