Schweiz
Schaffhausen

Quaggamuscheln: Muscheln bleiben bis Herbst 2026 in Stein am Rhein

Quaggamuscheln bei Stein am Rhein SH bleiben sicher bis Herbst 2026

20.02.2026, 10:5620.02.2026, 10:56

Die abgestorbenen Quaggamuscheln bleiben mindestens bis Herbst 2026 in der Schifffahrtsrinne bei Stein am Rhein SH und Diessenhofen TG. Die Kantone Schaffhausen und Thurgau haben bis dahin allenfalls Notmassnahmen in Aussicht gestellt.

Forscher und Forscherinnen der Eawag packen die Quaggamuscheln, die sie mit dem Sedimentgreifer auf dem Forschungsschiff des Instituts fuer Limnologie der Universitaet Konstanz gesammelt haben, in ein ...
Bis Juni 2026 soll eine Arbeitsgruppe klären, ob eine nachhaltige Ausbaggerung der Muscheln überhaupt möglich wäre. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Seit 2024 behindern grosse Ablagerungen von abgestorbenen Muscheln die Schifffahrt zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein. Vorerst werden diesen nicht ausgebaggert, wie die Kantone Thurgau und Schaffhausen am Freitag mitteilten.

Ausbaggerungen seien aufwendig, teuer und nicht nachhaltig, heisst es in der Mitteilung. Im Sommer 2025 schätzten sie die Kosten auf rund 1,5 Millionen Franken und verzichteten. Bis Juni 2026 soll eine Arbeitsgruppe klären, ob eine nachhaltige Ausbaggerung überhaupt möglich wäre. Erst danach entscheiden die Kantone über weitere Massnahmen.

Der Zeitraum für eine Ausbaggerung ist begrenzt. Da der betroffene Abschnitt des Rheins in einem Wasser- und Zugvogelreservat von internationaler Bedeutung liegt, ist diese bis März nicht möglich, heisst es weiter. Bis Mai gelten zudem Schonzeiten für Fische, im Sommer sei es wegen der vielen Freizeitaktivitäten aus Sicherheitsgründen schwierig, die Rinne auszubaggern.

Auswirkungen auf Schifffahrt

Negative Auswirkungen könnte der Verzicht erneut auf die Rheinschifffahrt haben. «Die Schifffahrtsgesellschaft muss sich auf ein Betriebsjahr mit erhöhtem Ausfallrisiko einstellen» heisst es in der Mitteilung. Im Sommer und Herbst 2025 musste die Kursschifffahrt teilweise eingestellt werden. Die Kantone verweisen auch auf den niedrigen Wasserabfluss aufgrund des fortschreitenden Klimawandels.

Ein Schiff der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh).
Auch an Transport und Freizeitbooten heften sich die Muscheln an. (Symbolbild)Bild: URh

Die invasive Quaggamuschel ist zwar nur wenige Zentimeter gross, sie kann aber sehr grosse Schäden an Infrastruktur und Ökologie anrichten. Quaggamuscheln werden hauptsächlich durch den Transport von Freizeitbooten verbreitet.

In der Schweiz wiesen Forschende das Erbgut von Quaggamuscheln erstmals im Jahr 2014 nach. Zwei Jahre später wurden erste Exemplare der Muscheln im Bodensee gefunden. Innert kürzester Zeit breiteten sich die invasiven Muscheln in diversen Schweizer Seen aus. Betroffen sind zum Beispiel auch der Genfersee und der Neuenburgersee. (sda)

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