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ESC 2025: Wer soll ihn moderieren? Nur zwei haben das Zeugs dazu

Kommentar

Wer soll den ESC moderieren? Eigentlich kommen nur zwei infrage ...

Wer soll 2025 den Schweizer Eurovision moderieren? Jemand mit internationalem Format wäre von Vorteil. Davon gibt's nicht viele. Ein Kommentar.
15.05.2024, 15:0115.05.2024, 16:08
Oliver Baroni
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Der ESC-Buzz hält an. Nebst der Begeisterung über Nemos Sieg sind spannende Fragen zur Austragung 2025 dazugekommen: Wo die Sause stattfinden könnte etwa (setz dich wieder hin, St.Gallen). Oder: Wer finanziert das Ganze? Und: Wer könnte so einen Mega-Event überhaupt moderieren?

Die letzte Frage stellte watson der Userschaft – und eine Favoritin war schnell ermittelt: Für Mona Vetsch wäre es «eine grosse Ehre, den ESC zu moderieren».

Gleichzeitig hat sie aber «Zweifel daran, dass es so weit kommen wird» – womit sie sich einiges kritischer zeigt als grosse Teile der einheimischen Presse oder des Publikums.

Inmitten des Siegestaumels sieht man sich in der Medienlandschaft um und kommt zum vorschnellen Schluss, dass die beliebtesten Moderatorinnen und Moderatoren des Landes logischerweise die beste Wahl für den Job wären.

Swiss Singer Nemo, winner .of the 68th edition of the Eurovision Song Contest (ESC), arrives at Zurich airport in Kloten,Switzerland, Sunday, May 12, 2024.(KEYSTONE/Walter Bieri )
Ach, erst mal sich noch ein Weilchen länger über den Sieg freuen!Bild: keystone

Dies ist ein Trugschluss. Inländische Bekanntheit ist unwichtig. Die Kriterien für eine Eurovision-Moderation sind komplett anders als für «SRF bi de Lüt». Ein Moderator, der in der Schweiz vielleicht aufgrund seiner Bodenständigkeit beliebt ist, könnte just aus diesem Grund bei Resteuropa als holziger Langweiler durchfallen.

Hier sind Fähigkeiten gefragt, die ausserhalb des Anforderungskatalogs einer SRF-Sendung liegen. Perfekte Englischkenntnisse, natürlich. Aber solche, die über das blosse Beherrschen der Sprache gehen. Blitzschnell einen Witz erkennen und diesen kontern müsste man können etwa. Ach, das mit dem Tempo ist ohnehin so'ne Sache. Wer regelmässig ausländisches TV schaut, merkt erst, wie langsam und bedächtig die eidgenössische Unterhaltungskultur unterwegs ist.

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Hannah Waddingham anno 2023: legendär.Bild: youtube

Hey, habt ihr gesehen, wie lustig die schwedischen Pausenshows waren heuer? Habt ihr gesehen, wie souverän «Game of Thrones»-Star Hannah Waddingham letztes Jahr den Laden geschmissen hat? Die Latte ist nun mal hoch angesetzt.

Hier braucht es jemanden mit internationalem Format. Noch besser, jemanden, von dem der eine oder andere Zuschauer im Ausland auch schon mal gehört hat. Infrage kommen deshalb eigentlich nur:

Michelle Hunziker und Trevor Noah.

epa06503645 Swiss-Italian TV presenter Michelle Hunziker on stage at the 68th Sanremo Italian Song Festival, in Sanremo, Italy, 07 February 2018. The festival will run from 06 to 10 February. EPA/ETTO ...
Bild: EPA ANSA
Los Angeles, CA - February 04: Host Trevor Noah at the 66th Grammy Awards held at the Crypto.com Arena in Los Angeles, CA, Sunday, Feb. 4, 2024. (Robert Gauthier / Los Angeles Times via Getty Images)
Bild: Los Angeles Times via Getty Images

Jaja – Halbschweizer Trevor Noah hat noch nie in der Schweiz gelebt, und auch Michelle Hunziker ist kulturell mehr italienisch als helvetisch, doch dies ist absolut egal. Beide haben jahrzehntelange Erfahrung mit Shows vor einem internationalen Millionenpublikum; beide sind charmant, witzig, schnell und wissen, wie man sich auf einer grossen Bühne bewegt. Hey, Trevor Noah kann sowohl einen US-Präsidenten interviewen als auch eine Stand-up-Show schmeissen.

Ja, die beiden könnten einen Schweizer Eurovision Song Contest moderieren.

Und unsere Monas und Hazels und Svens und Christas bekämen die zahlreichen witzigen Nebenrollen (da gibt's ja einiges – Backstage-, Aussenmoderation usw.). Das gäbe eine Hammer-ESC-Show.

Roger Federer in der Daily Show im Gespräch mit Trevor Noah
Ja, der dort links müsste auch einen Gastauftritt haben. Den Trevor kennt er bereits.Bild: screenshot: youtube

Ansonsten bleibt der Schweiz, die ewige alte Leier auszupacken: Heidi-Berge-Käse-Kühe-Schoggi. Vorhersehbarkeit hat auch ihre Vorzüge.

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Nemo aus der Schweiz mit «The Code».
quelle: keystone / jessica gow
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Wegen dieser Szene wird Nemo nun von der ganzen Welt gefeiert
Video: watson
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127 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rannen
15.05.2024 15:31registriert Januar 2018
Ja die Hunziker hätte tatsächlich das Format und wäre das Tüpflein auf dem i!
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boexu
15.05.2024 15:20registriert August 2015
Melanie Winiger hat Erfahrung im moderieren internationaler Shows auf Englisch. Und Französisch und Italienisch spricht sie auch. Und schlagfertig wär sie auch.
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paquito
15.05.2024 15:12registriert Juli 2023
peach weber würde noch passen - ich weiss gar nicht, ob ernst gemeint oder ironisch
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Eine subjektive Auswahl vergnüglicher Tweets, die uns diese Woche ein Schmunzeln oder Lachen entlockt haben. Viel Spass!

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