Schweiz
Luftfahrt

Rote Zahlen: Verabschiedet sich die Swiss aus Genf?

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DIE SWISS DEN FLUGBETRIEB IN GENF BIS ENDE FEBRUAR AUF EIN MINIMUM REDUZIERT, AM MONTAG, 1. FEBRUAR 2021 - Le logo de Geneve Aeroport photographie ce lundi 24 fevrier 2020 ...
Der internationale Flughafen Genf, allgemein als Flughafen Genf-Cointrin bekannt, feierte 2020 sein 100-jähriges Bestehen.Bild: keystone

Rote Zahlen: Verabschiedet sich die Swiss aus Genf?

Die Fluggesellschaft versucht den Turnaround in Genf. Derweil werden im Sommerflugplan zwei Destinationen gestrichen.
30.03.2026, 15:0530.03.2026, 15:05
Maurizio Minetti
Maurizio Minetti

Zürich ist für die Swiss der Heimathub. Der zweite Schweizer Standort in Genf-Cointrin spielt für die Airline eine viel kleinere Rolle – hier häuft die Lufthansa-Tochter Verluste an. Nun mehren sich Hinweise, dass die Schweizer Airline der Calvin-Stadt den Rücken kehren könnte, nachdem sie sich bereits vor elf Jahren vom Euro-Airport in Basel-Mülhausen zurückgezogen hat.

Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, wollen die Lufthansa-Verantwortlichen Genf bis Ende Jahr in den schwarzen Zahlen sehen. Gelingt dies nicht, werde über «drastische Abbaumassnahmen nachgedacht», heisst es in dem Bericht. Ein kompletter Rückzug aus Genf soll eine Option sein.

Un avion en approche de l'aeroport international de Geneve (Cointrin), passe au-dessus de la ville de Versoix et de ses maisons qui pourraient occasionner des nuisances sonores, photographier ce  ...
Ein Flugzeug im Anflug auf den internationalen Flughafen Genf.Bild: KEYSTONE

«Grosse strategische Bedeutung»

Auf Anfrage von CH Media sagt dazu ein Swiss-Sprecher, Genf sei und bleibe ein wichtiger Bestandteil des Streckennetzes. «Genf hat für uns eine grosse strategische Bedeutung. Die Region ist ein wichtiges internationales Drehkreuz – politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Unser Anspruch als führende Airline der Schweiz ist es, langfristig in Genf präsent zu bleiben und die Westschweiz weiterhin an unser Streckennetz anzubinden.»

Gleichzeitig, sagt der Sprecher, brauche es ein Modell, das wirtschaftlich auf lange Sicht funktioniere. «Wir bewegen uns in Genf in einem der härtesten Märkte Europas: hohe Kosten, schwankende Nachfrage und ein Low-Cost-Carrier mit einem rund viermal so hohen Marktanteil wie wir. Das ist wirtschaftlich eine sehr anspruchsvolle Ausgangslage, und wir sind uns bewusst, dass die Entwicklungen in der Region aufmerksam beobachtet werden.» Mit Low-Cost-Carrier meint die Swiss Easy Jet.

Einen festen Zeitpunkt für das Erreichen der Ziele habe man nicht gesetzt. «Klar ist aber, dass wir rasch Wirkung sehen möchten. Ebenso klar ist, dass sich die Rahmenbedingungen in der Luftfahrt aktuell sehr schnell verändern. Die geopolitischen Entwicklungen im Mittleren Osten zeigen dies besonders eindrücklich.»

«Die Rahmenbedingungen für die Luftfahrt verändern sich aktuell sehr schnell. Die geopolitischen Entwicklungen im Mittleren Osten zeigen dies besonders eindrücklich.»
Sprecher der Swiss gegenüber CH Media

Mykonos und Catania gestrichen

Die Swiss wolle eine wichtige Rolle am Standort Genf spielen und den Kundinnen und Kunden ein attraktives Streckenangebot bieten. «Dieses Angebot muss aber langfristig und nachhaltig profitabel sein. Das gilt für Genf genauso wie für Zürich.» Ziel sei, den Standort Genf wirtschaftlich stabil und zukunftsfähig zu machen. «Daran arbeiten wir mit konkreten und gezielten Massnahmen: Wir passen unser Angebot an, vereinfachen Abläufe und senken Kosten», so der Sprecher.

Derweil zeigt sich, dass bereits im Sommerflugplan, der seit Sonntag gilt, Kapazitäten in Genf reduziert wurden: Ein derzeit für die Swiss eingesetztes Air-Baltic-Flugzeug wird konzernintern ausgeliehen und vorübergehend im Flugbetrieb von Austrian eingesetzt. «Für uns bedeutet dies, dass ein Flugzeug weniger für den eigenen Betrieb zur Verfügung steht», erklärt der Sprecher. Die Konsequenz: In der Sommersaison werden ausgewählte Frequenzen ab Genf reduziert; zwei saisonale Feriendestinationen werden nicht bedient. Es sind dies die Destinationen Mykonos in Griechenland und die sizilianische Stadt Catania. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Leute im Flugzeug, die du kennst – und ein bisschen hasst
1 / 14
Leute im Flugzeug, die du kennst – und ein bisschen hasst
Bald ist es wieder so weit, und du begegnest diesen Typen im Flugzeug. bild: instagram/passengershaming
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Possum versteckt sich bei Plüschtieren in Flughafen in Australien
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
1
Die drei Neuen in der Berner Regierung
Neue Gesichter im Berner Regierungsrat: Mit Raphael Lanz (SVP), Reto Müller (SP) und Aline Trede (Grüne) ziehen gleich drei Neue in die Kantonsregierung ein.
Zur Story