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Hochwassersituation entspannt sich weiter – Pegel sinken, wenn auch teilweise nur langsam



Die Hochwassersituation in der Schweiz entspannt sich weiter. Auch am Dienstag sanken die Pegel überall, wenn auch teilweise nur langsam. Und auch wenn das Wetter dazu einlädt - die Behörden warnen vor dem Baden im trüben, aufgewühlten und mit Ästen vermengten Wasser.

Der Pegel des Vierwaldstättersees sank bis zum späteren Dienstagnachmittag auf 434.64 Meter. Damit lag er 30 Zentimeter tiefer als in der Nacht auf Samstag, als das Hochwasser sein Maximum erreicht hatte.

Aber auch wenn sich die Situation entspannt hat, gilt für den Vierwaldstättersee mit der Gefahrenstufe 4 noch immer die zweithöchste von fünf. Da nächste Woche wieder Gewitter möglich seien, würden die mit Sandsäcken aufgebauten Schutzbauten entlang der Reuss vorerst nicht entfernt, teilte die Stadt am Dienstag mit.

The first water overflows on the Reuss River in Lucerne have occurred, on Friday, July 16, 2021, in Lucerne. The water level of Lake Vierwaldstaettersee has risen ominously high and flooding must be expected in the next few days. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Zwischenzeitlich gesperrt, ist die Kapellbrücke mittlerweile wieder offen. Bild: keystone

Trotzdem kehrt in der Stadt sichtbar die Normalität zurück. Es fliesst nun kein Wasser mehr aus der Reuss auf den Rathausquai, so dass die Kapellbrücke am Dienstag wieder geöffnet werden konnte. Die drei anderen Fussgängerbrücken waren bereits am Montag freigegeben worden.

Obwalden kann aufatmen

Eine Entspannung zeigte sich auch im Kanton Obwalden. Nachdem der Pegel des Sarnersees bis Freitag um 1.3 Meter angestiegen war, fiel er wieder um über 50 Zentimeter und erreichte am späteren Dienstagnachmittag 470, 50 Meter. Dies ist am Sarnersee die für Schäden kritische Höhe, wie der Kanton Obwalden mitteilte.

Die Uferpromenade ist ueberschwemmt, am Donnerstag, 14. Juli 2021, in Neuhaus bei Interlaken. Nach den intensiven Regenfaellen der letzten Tagen werden die Ufer zum Teil ueberschwemmt. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Vor Wochenfrist sah es so aus, doch auch beim Thunersee bessert sich die Lage. Bild: keystone

Und auch die Lage am Thunersee normalisierte sich weiter. Der Seepegel sank am Dienstagvormittag unter die Hochwassergrenze. Allerdings liegt er noch immer weit über dem Normalstand, und das Bundesamt für Umwelt (Bafu) gibt für den See die Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr) an. Die Motorschifffahrt ist ab Mittwoch wieder erlaubt. Der Regierungsstatthalter mahnte die Bootsführer allerdings zur Vorsicht.

Wasserplausch noch zu gefährlich

Die Wiedereröffnung des Thuner Strandbades ist für Freitagmittag geplant. Weiterhin verboten ist das Baden in der Aare. Jegliche Aktivitäten auf der Aare sind weiterhin verboten, wie der Statthalter betonte.

In der Stadt Bern sind die Bademöglichkeiten ebenfalls noch eingeschränkt. Das Freibad Marzili ist zwar wieder offen. Die Stadt empfiehlt aber, einstweilen auf das Schwimmen in der Aare zu verzichten. Wegen des hohen Wasserstandes und des trüben Wassers sei das zu gefährlich.

Sicht auf die Hochwasser fuehrende Aare im Schwellenmaetteli, am Sonntag, 18. Juli 2021, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Stadt Bern empfiehlt, den Aare-Badespass vorerst noch nicht abzuhalten. Bild: keystone

Der Pegel des Zürichsees sank ebenfalls langsam: Bei der Messstelle im Zürcher Seefeld fiel er am Dienstagnachmittag unter die Marke von 406.6 Metern über Meer und damit von Alarmstufe 4 auf 3. Die Zürichsee-Schifffahrt bleibt aber vorerst weiterhin nur eingeschränkt möglich.

Die Situation am Neuenburgersee, dessen Pegel am längsten angestiegen war, beruhigte sich erst am Montagmorgen, nachdem er auf ein Rekordniveau angestiegen war: 430.73 Meter über Meer - 29 Zentimeter mehr als beim Rekord im Mai 2015. Seit Montag sinkt der Wasserpegel am Neuenburgersee ebenfalls leicht. Weiterhin gilt aber die zweithöchste Gefahrenstufe 4. Als weniger gefährlich wird mit Stufe 3 der Murtensee eingeschätzt.

Höchste Gefahrenstufe für Bielersee

Nach wie vor extrem viel Wasser hat der Bielersee. Die Experten des Kantons gehen davon aus, dass der Pegel erst gegen Ende der Woche unter die Hochwassergrenze fallen wird. Bis das Normalniveau erreicht ist, dürften noch zwei bis drei Wochen vergehen – vorausgesetzt, dass es in dieser Zeit keine starken Niederschläge gibt. Auch am Dienstag galt für den Bielersee die höchste Gefahrenstufe 5.

Une vue aerienne montre l'eau du lac de Bienne (Bielersee) qui entoure le port et le parc Pres-de-la-Rive (Strandboden) lors de la montee de l'eau du lac de Bienne suite aux fortes precipitations des derniers jours le vendredi 16 juillet 2021 a Bienne. La crue du lac de Bienne a atteint vendredi un niveau historique de 430,89 metres. Le lac a depasse le record enregistre en 2007 et se situait en fin d'apres-midi a 54 centimetres au-dessus du niveau de crue. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Beim Bielersee dauert es noch, bis die Pegel unter die Hochwassergrenze sinken werden. Bild: keystone

In Genf sinkt der Pegel des Sees nach Angaben des Kantons vom Montagabend etwa zwei Zentimeter pro Tag. Der Wasserstand dürfte am Samstag 372.5 Meter über Meer erreichen. Das sind noch 20 Zentimeter über dem üblichen Pegel im Sommer.

Vor heftigen Gewittern und lokalem Hagelschlag warnt der private Wetterdienst Meteonews für das kommende Wochenende. Ab Samstagnachmittag oder in der Nacht auf Sonntag müsse mit teils heftigen Gewittern gerechnet werden, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. (sda)

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Historische Hochwasser in der Schweiz

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Historische Hochwasser in der Schweiz
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