Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schlepper-Mafia treibt in der Schweiz Geld für Mittelmeer-Fahrten ein



epa04729936 A handout picture made available on 02 May 2015 of 105 refugees on a rubber raft waiting to board the 'Phoenix', a ship belonging to the Migrant Offshore Aid Station (MOAS), off the island of Lampedusa, Italy, 04 October 2014. MOAS was founded by Regina Catrambone and her husband Christopher, from Italy and the USA respectively, as the first privately funded offshore refugee aid station. The couple have rescued around 3,000 refugees from drowning in the Mediterranean in the past year. MOAS emphasizes that the organization does not personally transport refugees, but instead tracks down their boats when they are in distress and provides first aid in consultation with the Italian and Maltese navies.  EPA/DARRIN ZAMMIT LUPI/MOAS.EU / HANDOUT MALTA OUT , MANDATORY CREDIT  EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Flüchtlinge vor Lampedusa. Bild: EPA/MOAS.EU/DPA

Das Geschäft mit Flüchtlingen ist gigantisch. Jedes Jahr werden damit rund sieben Milliarden Franken umgesetzt. Ein Teil davon offenbar in der Schweiz. Der «SonntagsBlick» zeigt, wie die Schlepper-Mafia mitten in Zürich Geld eintreibt – für Überfahrten von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Die Zeitung schildert die Geschichte eines Eritreers, der Ende Oktober 2013 von der Küste in Libyen seinen Bruder in Winterthur ZH anruft – und um 1800 Franken für die Überfahrt bittet. Der Eritreer in Winterthur erhält eine Schweizer Telefonnummer und übergibt das Geld im November in Zürich. Wenige Tage später kann sein Bruder in Libyen ein Schiff nach Italien besteigen. 

Der Fall zeigt: Flüchtlinge buchen und bezahlen Reisen über das Mittelmeer in der Schweiz. Und es ist kein Einzelfall. «Geldübermittler wie Western Union sind out», zitiert der «SonntagsBlick» den Eritreer aus Winterthur. «Viele Schmuggler treiben ihr Geld von Eritreern auf der Strasse in der Schweiz ein – in bar.» Ein Bekannter von ihm lieferte letztes Jahr in St.Gallen 2200 Franken ab, plus 300 Franken für den Geldboten. Aktuell würde man 2500 Franken zahlen müssen, plus 15 Prozent Provision. 

Schweizer Ermittler zeigen sich verblüfft. Das Staatssekretariat für Migration weiss von nichts, ebenso wenig die Bundespolizei. «Das Fedpol hat keine Kenntnisse über solche Vorgänge in der Schweiz», sagt ein Sprecher. «Fedpol ermittelt nicht direkt in solchen Fällen.» Angewiesen wäre es auf Informationen aus den Kantonen. Die Kantonspolizei Zürich tappt ebenfalls im Dunkeln: «Uns ist die Praxis unbekannt.» (rey)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

16-Jähriger stirbt bei Unfall bei Schwarzsee FR

In der Nähe von Schwarzsee FR ist am Mittwochmittag ein Automobilist von der Strasse abgekommen und mit voller Wucht in Bäume geprallt, welche sich einige Meter unterhalb der Strasse befinden. Der 16-jährige Beifahrer starb.

Wie die Freiburger Kantonspolizei am Donnerstag mitteilte, wurde der Jugendliche zuerst schwer verletzt per Helikopter in ein Spital geflogen. Dort erlag er aber seinen Verletzungen. Der 20-jährige Autolenker wurde nicht verletzt, stand aber unter Schock und wurde von …

Artikel lesen
Link zum Artikel