Schweiz
Gesellschaft & Politik

Nationalratskommission will den Bau neuer AKW wieder zulassen

Nationalratskommission will den Bau neuer AKW wieder zulassen

21.04.2026, 16:3821.04.2026, 16:56

In der Schweiz soll das Verbot neuer Atomkraftwerke fallen. Dieser Ansicht ist die zuständige Kommission des Nationalrates. Eine knappe Mehrheit will das Kernenergiegesetz entsprechend anpassen.

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (Urek-N) beschloss mit 13 zu 12 Stimmen, den Bau neuer AKW grundsätzlich wieder zuzulassen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Sie stellte sich hinter den indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative.

Mit ihrem Entscheid will die Mehrheit auf Technologie-Offenheit setzen. Die Schweiz sei auf eine zuverlässige, CO2-arme und kostenbewusste Energieversorgung angewiesen und müsse sich deshalb alle Optionen offenhalten, befand sie.

Wie der Ständerat ist die Mehrheit aber der Meinung, dass eine Rahmenbewilligung für ein neues AKW nur erteilt werden darf, wenn die Finanzierung für Bau und Betrieb gesichert ist. Mit 13 zu 10 Stimmen lehnte die Urek-N eine staatliche Förderung für neue AKW ab.

Die starke Minderheit stellt sich gegen die Vorlage. Sie macht geltend, dass die Planungssicherheit beim Ausbau der erneuerbaren Energien unter der Aufhebung des Verbots leiden würde. Auch befürchtet sie «beträchtliche finanzielle Risiken», wie es in der Mitteilung heisst.

Nach Auffassung der Urek-N hat zudem das Standortgebiet Nördlich Lägern technisch gesehen genügend Kapazitäten für die Abfälle neuer AKW. Eine Minderheit konnte sich mit dem Antrag nicht durchsetzen, einen Kapazitätsnachweis zur Bedingung zur Bedingung zu machen für die Rahmenbewilligung für ein neues AKW.

Zur Blackout-Initiative selbst beantragt die Kommission mit 15 zu 9 Stimmen ein Nein. Sie hält die Anpassungen im Kernenergiegesetz für den besseren Weg, um das AKW-Bauverbot aufzuheben. (sda)

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156 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Geo1
21.04.2026 16:56registriert August 2016
Okay... Dann läuft es eben auf eine weitere unnötige Volksabstimmung hinaus. Wenn Rösti und die Bürgerlichen unbedingt nochmals öffentlich auf die Schnauze fliegen wollen, können sie das haben.
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Burrito-72
21.04.2026 16:45registriert Januar 2015
Bitte alle Namen von den Befürwortern veröffentlichen, damit man sich bei den nächsten Wahlen an diese erinnern kann - danke 👍
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Diaro56
21.04.2026 16:42registriert Januar 2021
Soviel zur direkten Dekokratie in der Schweiz. Wenn Volksentscheide bestimmten Wirtschaftsgruppen nicht passt, wird halt so lang lobbyiert, bis die Poltik wieder einen grossen Topf aufmacht, an dem sie sich dann bedienen können! Warum zum Teufel gehen wir abstimmen, wenn dann sowieso gemacht wird, was 'Andere' wollen?
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