Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mathias Reynard, SP-VS, verteidigt seinen Vorstoss gegen die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 5. Juni 2019 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

SP-Nationalrat Mathias Reynard. Bild: KEYSTONE

Geringere Beweislast bei sexueller Belästigung – Vorstoss von SP-Nationalrat gescheitert



Der Nationalrat will die Hürde für den Nachweis von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz nicht senken. Er lehnte am Mittwoch eine parlamentarische Initiative von Mathias Reynard (SP/VS) mit 133 zu 51 ab.

Gegenüber watson hatte Reynards seinen Vorstoss damit begründet, dass heute viele Opfer schweigen würden, weil diejenigen, die vor Gericht gehen, fast keine Chance haben. «Das sollte uns schockieren», so der Walliser Politiker.

Im Gleichstellungsgesetz ist in einem Artikel über die Beweislasterleichterung festgehalten, dass eine Diskriminierung am Arbeitsplatz als vermutet gilt, wenn die betroffene Person dies glaubhaft machen kann. Der Artikel gilt heute etwa, wenn jemand bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen, der Entlöhnung oder der Beförderung diskriminiert wird. Mit der parlamentarischen Initiative sollte dies neu auch für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gelten.

Demnach sollte der oder die Betroffene glaubhaft machen, dass er oder sie am Arbeitsplatz sexuell belästigt wurde. Kann sie den Sachverhalt glaubhaft darlegen, müsste der Arbeitgeber beweisen, dass der Vorwurf nicht stimmt oder dass er geeignete Massnahmen getroffen hatte, um sexuelle Belästigung zu vermeiden.

Die Gegner der Idee argumentierten damit, dass diese Erleichterung der Beweislast bereits seit Jahren gefordert und in den Räten jeweils abgelehnt wurde. Der Rat lehnte den Vorstoss ab. Dieser ist damit erledigt. (cbe/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Sexismus in den Medien

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Gasosio
05.06.2019 15:21registriert October 2015
Kein Wunder verliert die SP laufend Leute an die GLP...
492
Melden
Zum Kommentar
Hierundjetzt
05.06.2019 16:55registriert May 2015
131:51 totaler Schiffbruch.
Aber eben, wer sich grossgekotzt (sorry) über die Rechtskommission des NR hinwegsetzt, hat es nicht andres verdient
243
Melden
Zum Kommentar
5

Facebook sperrt Petition gegen Homo-Ehe – zum Ärger der EDU

Eine Petition, die sich gegen die «Ehe für alle» in der Schweiz ausspricht, wurde von Facebook gesperrt. Die Petition verstosse gegen die Gemeinschaftsstandards der Plattform, so die Begründung. Das stösst der EDU sauer auf.

Vergangenen Freitagabend sperrt Facebook einen Unterschriften-Aufruf der Schweizer Petition «Samenspende und Kinder-Adoption für Homosexuelle verhindern – Nein zur Homo-Pseudo-Ehe!». Der Grund: Der Beitrag habe gegen die Gemeinschaftsstandards zu Hassrede verstossen.

Das stösst einer Partei besonders schwer auf: Die EDU, bekannt für christliche und national-konservative Werte, sei zutiefst beunruhigt über diese «gesellschaftliche Entwicklung», schreibt die Partei in einer Mitteilung.

Parteipräsident …

Artikel lesen
Link zum Artikel