Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bild: KEYSTONE

Jetzt auch noch in Frankreich abgeblitzt

Kein Käse für Kim: Der Diktator liebt Emmentaler, doch die Schweiz verweigert den Know-how-Transfer nach Nordkorea

Kim Jong-un und der Emmentaler: Es ist eine Liebe, die während der Schulzeit des Diktators in der Schweiz entfacht wurde. Und eine Liebe, die keine Grenzen kennt.

In this Sept. 9, 2013 image taken from video, North Korean leader Kim Jong Un, right, waves to spectators and participants of a military parade celebrating the 65th anniversary of the country's founding in Pyongyang, North Korea as then Vice Chairman of the National Defense Commission Jang Song Thaek, third from right, claps hands. North Korea on Friday, Dec. 13, 2013 announced the execution of Kim Jong Un's uncle, calling the leader's former mentor a traitor who tried to overthrow the state. The announcement came only days after Pyongyang announced through state media that Jang Song Thaek - long considered the country's No. 2 power - had been removed from all his posts because of allegations of corruption, drug use, gambling, womanizing and leading a

Kim Jong-un: Während ein Grossteil der Nordkoreaner hungert, sorgt er sich um Emmentaler. Bild: KRT via AP Video

Denn der Despot hat ein Problem: Der Käse in Nordkorea entspricht nicht seinen Vorstellungen. Kim Jong-un wäre aber nicht Kim Jong-un, wenn er nicht alles daran setzen würde, seine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. 

Der Machthaber will seine Käser in die Lehre schicken: Wie der französische Newsletter La Lettre A jüngst berichtete, hat Kim Jong-un bei der Ecole Nationale d’Industrie Latière in Frankreich eine entsprechende Anfrage platziert. Schwerpunktfach Emmentaler. 

Doch wie der Direktor der Schule gegenüber The Independent sagt, ist der Machthaber mit seinem Anliegen abgeblitzt. Man habe die Nordkoreaner nicht ausbilden können. Aus Zeit- und Platzgründen. 

Auch in der Schweiz gab es eine Absage

Doch warum fragte Kim Jong-un überhaupt in Frankreich nach und nicht in der Schweiz, wo das Original hergestellt wird? War er etwa immer noch wütend, weil der Bund sich vergangenen Sommer weigerte, für ein «Propaganda-Projekt» Skilifte nach Nordkorea zu liefern

Falsch. Der Wunsch nach echtem Emmentaler war offenbar gross genug, um die Skilifte zu vergessen: «Die Anfrage aus Nordkorea kam vor etwa vier Monaten», erklärt Jürg Kriech von Emmentaler Switzerland gegenüber watson. Das Anliegen sei durchaus ernst gemeint gewesen. «Sogar Dolmetscher wurden angeboten.» Doch das nützte nichts. «Keine Käserei hatte Zeit, die Nordkoreaner auszubilden», sagt Kriech. 

Er fügt an: «Ehrlich gesagt hätten wir das auch nur ungern gesehen.» Schliesslich wolle man die Kunst der Emmentaler-Herstellung nicht einfach ins Ausland weitergeben. Kommt hinzu: «Auch wenn wir das Know-how weitergeben würden, um echten Schweizer Emmentaler zu produzieren, braucht es bestimmte Milchsäurebakterien. Diese dürfen nicht exportiert werden», sagt Kriech. 

Weder in der Schweiz, noch in Frankreich wird Kim Jong-uns Wunsch also erfüllt. Doch das kümmert den Diktator nicht. Er sucht weiter nach Käsereien, die seinen Nahrungsexperten beibringen, wie man «Emmentaler» produziert. So ein Käse.



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Angriff auf den Rechtsstaat!» – «Lügenkampagne!»: Das grosse Streitgespräch zur SBI

Am 25. November stimmen wir über die Selbstbestimmungs-Initiative (SBI) der SVP ab. Auf der watson-Redaktion trafen sich Initiativ-Gegnerin Laura Zimmermann von der Operation Libero und Jung-SVP-Präsident Benjamin Fischer zum hitzigen Schlagabtausch – und schenkten sich nichts.

«Direkte Demokratie vor gierigen Grosskonzernen!» Mit dieser Parole trat die Junge SVP auf dem Bundesplatz auf, als die Economiesuisse gegen die SBI warb. Herr Fischer, sind Sie im Herzen ein Jungsozialist?Benjamin Fischer: Nein, natürlich nicht. Wir wollten aufzeigen, wessen Interessen die Economiesuisse hier wirklich vertritt. Es sind jene der internationalen Grosskonzerne, deren Spitzen eigentlich nichts mehr mit der Schweiz zu tun haben und demzufolge auch kein Verständnis für die …

Artikel lesen
Link to Article