DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Urteil im Mordfall von Onex vom Bundesgericht bestätigt



Das Bundesgericht hat sich mit den Voraussetzungen für einen Anspruch auf Kinderrenten bei anerkannten Flüchtlingen auseinander gesetzt. (Archivbild)

Bild: KEYSTONE

Das Bundesgericht hat den Rekurs eines Portugiesen abgewiesen, der von der Genfer Justiz wegen des Mordes an seiner betagten Nachbarin im Februar 2015 in Onex GE verurteilt worden war. Das Strafmass, eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren mit Verwahrung, ist damit definitiv.

Der inzwischen 54-jährige Mann hatte seine 73-jährige Nachbarin am 5. Februar 2015 in seine Wohnung gelockt. Er wusste, dass sie am Mittag 40'000 Euro von ihrem Bankkonto abheben wollte. Die Staatsanwaltschaft war von seiner Schuld überzeugt. Doch sie fand kein Blut am Tatort, und auch die Leiche blieb unauffindbar.

Um den Täter zu überführen, schleuste die Staatsanwaltschaft einen Polizisten als Mithäftling ins Gefängnis ein. Der verdeckte Ermittler konnte dem Verdächtigen Details entlocken, die schliesslich dazu führten, dass Überreste der Leiche im März 2017 in Frankreich gefunden werden konnten. Das Genfer Strafgericht verurteilte den Mann im April 2019 zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren mit Verwahrung.

Bundesgericht weist Rekurs ab

Der Portugiese begründete seinen Rekurs damit, dass die Aussagen des verdeckten Ermittlers nicht verwertbar seien und daher seine Verurteilung für Mord annulliert werden müsse und er lediglich für Totschlag verurteilt werden könne. Er verlangte zudem, dass die Verwahrung ausgesetzt werde.

In seinem am Freitag publizierten Urteil wies das Bundesgericht den Rekurs ab. Die Richter stellten fest, dass auch ohne den Einsatz des verdeckten Ermittlers die vorliegenden Informationen ausreichend gewesen seien, um eine Verurteilung wegen Mordes zu begründen.

Die Angaben, die man durch den verdeckten Ermittler und das Auffinden der Leiche erhalten habe, hätten es lediglich ermöglicht festzustellen, dass das Opfer erwürgt und nicht erstickt sei. Alle anderen Tathergänge seien bereits durch die wissenschaftliche Arbeit der Polizei ausgeschlossen worden.

Wie die Genfer Justiz hoben auch die Lausanner Richter das abscheuliche Motiv des Mörders hervor. Der Angriff auf eine befreundete ältere Frau sei niederträchtig und sein Vorgehen grausam gewesen. Laut dem Bundesgericht ist eine Verwahrung aufgrund der gravierenden Persönlichkeitsstörungen beim Täter gerechtfertigt. (Urteil vom 26. Mai, 6B_247/2020) (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Neun Klima-Aktivisten müssen heute im Zürcher Volkshaus vor Gericht

In Zürich stehen heute Mittwoch neun Klima-Aktivisten vor Gericht, die im Juli 2019 den Eingang zur Credit Suisse am Paradeplatz blockiert hatten. Weil das Bezirksgericht keinen genügend grossen Saal hat, findet der Prozess im Volkshaus statt.

Neun Klima-Aktivisten mit ihren Anwälten, dazu Übersetzer, da die Aktivisten grösstenteils aus der Romandie stammen, das Gerichtspersonal sowie mehrere Medienschaffende werden diesen Massen-Prozess verfolgen.

Weil sie alle pandemiebedingt auch noch genügend …

Artikel lesen
Link zum Artikel