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KinoX und Co.: Illegale Streaming-Plattformen werden wieder beliebter

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Hallo, alter Freund. Schön, dich wiederzusehen!Bild: imago stock&people

Illegale Streaming-Plattformen werden wieder beliebter

Illegales Streaming war zwischenzeitlich kaum ein Thema, Netflix und seine Konkurrenten dominierten die Bildschirme. Das ändert sich.
16.08.2025, 19:2316.08.2025, 19:23
Lena Breuer / watson.de
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Früher waren Dates billiger: Statt zu Netflix & Chill trafen sich junge Verliebte zu Kinox.to & Chill. Die Bedeutung war ähnlich, im Laufe des Filmes wurde die Handlung vergessen und am Ende waren zwei Personen nackt.

Irgendwann änderte sich das. Legale Streaminganbieter wurden auch hierzulande populärer, jede und jeder hatte Netflix, Amazon Prime gesellte sich wie selbstverständlich dazu. Wer sich Passwörter und Accounts teilte, konnte das problemlos bezahlen.

Auch wenn Netflix Geld kostet, ist die Gefahr, sich dort einen Virus herunterzuladen, deutlich geringer. Und wer einen Film sehen möchte, kann einfach auf Play drücken, ohne vorher 20 nackte Frauen wegzuklicken.

In der Schweiz ist das Streaming von Filmen oder Musik auf solchen Seiten nicht illegal – lediglich der Upload oder Download.

Diese Streaminganbieter wurden einfach vergessen. Bis jetzt.

Illegales Streaming wird wieder beliebter

Die Nachfrage nach kostenfreien Streamingangeboten steigt. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf Filme und Serien, sondern auch auf Musik.

In einer Studie von Muso kam heraus, dass im Jahr 2023 229,4 Milliarden Besuche auf Piraterie-Webseiten registriert wurden. Eine deutliche Steigerung, 2020 waren es nur 130 Milliarden.

Vor allem bei jungen Menschen ist illegales Streaming beliebt. In Deutschland sind die 24- bis 33-Jährigen die Gruppe, die für die meisten Piraterie-Webseiten-Besuche zuständig ist.

Doch auch in älteren Generationen lässt der Trend nicht nach, auf Platz zwei sind Menschen zwischen 44 und 53 Jahren.

Auch legales Streaming hat sich verändert

«Piraterie ist kein Preisproblem, es ist ein Serviceproblem», betonte Gabe Newell, Mitgründer von Valve, dem Unternehmen hinter der weltweit grössten PC-Gaming-Plattform Steam, schon 2011.

Videothek
Früher gab es noch die Videothek.Bild: Shutterstock

Dabei sah Streaming 2011 noch deutlich besser aus. Anbieter lockten mit vielen beliebten Filmen auf einem Haufen, es gab insgesamt weniger Anbieter und wenn ein Film mal nicht vorrätig war, konnte man auf einen noch älteren Bekannten zurückgreifen: die Videothek. Jeder Film kostete einen Euro, ein tolles Angebot.

Streaming wird teurer, Alternativen fehlen

Die Videotheken sind mittlerweile zu. Vereinzelt gibt es sie noch, allerdings so selten, dass sie ohne dreitägigen Fussmarsch kaum erreichbar sind.

«Love is sharing a password», ein X-Post (damals noch Twitter) von Netflix ist schlecht gealtert, den Account mit Personen ausserhalb des Haushaltes zu teilen ist fast unmöglich. Zusätzlich werden die Filme auf immer mehr Anbieter verteilt, die trotz Kosten Werbung einspielen. Da kommt man schnell wieder beim Anfangsproblem an, nämlich dass auf den illegalen Seiten immer so viel Werbung läuft.

Gründe, die heute noch für die kostenpflichtigen Anbieter sprechen, sind Moral (die Leute, die die Filme produzieren, sollen für ihren Job bezahlt werden) und die Angst vor dem Gesetz. Für viele Menschen reichen diese Gründe offenbar nicht aus.

Zuletzt hab es immerhin einen kleinen Rückgang. 2024 wurden von Muso «nur» 216,3 Milliarden Besuche auf Piraterie-Websites registriert, ein Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Dieser Ex-Obdachlose aus New York hat schon in über 150 Filmen mitgespielt
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220 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Maurmer
16.08.2025 19:34registriert Juni 2021
«Piraterie ist kein Preisproblem, es ist ein Serviceproblem»

Das ist grundsätzlich richtig. Wenn ich aber nicht mehr alles was mich interessiert bei einem Anbieter bekomme und wieder zig verschiedene Abos haben soll, dann wird aus dem Serviceproblem ganz schnell ein Kostenproblem.

Napster, Torrent und inzwischen die illegalen Streaminganbieter hatten immer einen Vorteil: es war alles an einem Ort zu haben. Das gilt für Netflix & co längst nicht mehr.
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Stefanix19
16.08.2025 19:47registriert Juni 2019
Ergänzung zur Box: Nach meinem Wissen ist der Download ebenfalls erlaubt für den Privaten Gebrauch. Nur der Upload ist verboten.
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T13
16.08.2025 19:44registriert April 2018
Kein Wunder.
Mit Netflix bzw. Streaming hatte man eigentlich ne gute Lösung gefunden.
Dann kam aber die Gier der Studios.
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