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Daten-Krake SwissPass: Datenschützer fordert Löschung der gesammelten Informationen



ZUR MELDUNG, DASS „SWISSPASS“-KUNDEN AUF AUTOMATISCHE VERLAENGERUNG VERZICHTEN KOENNEN, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 23. APRIL 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Der SwissPass ist zu sehen an einer Medienkonferenz in Bern am Dienstag, 10. Maerz 2015. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Sammelt Daten der Zugreisenden: Der Swisspass steht in der Kritik.
Bild: KEYSTONE

Der Eidgenössische Datenschützer greift beim SwissPass ein: Er fordert die SBB und den Branchenverband VöV dazu auf, die Daten zu löschen, die bei Billettkontrollen gesammelt werden. Bis Ende Februar erwartet er eine Antwort von den beiden Akteuren.

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) stört sich an der sogenannten Kontrolldatenbank. In dieser werden bei jeder Kontrolle die Uhrzeit, die Zug-/Kursnummer und die Ausweisnummer des SwissPass eingetragen. Die Daten werden während neunzig Tagen aufbewahrt.

Das sei nicht verhältnismässig und beruhe auch nicht auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage, teilte der Datenschützer am Mittwoch mit. Er fordert die SBB und den Verband öffentlicher Verkehr (VöV) in einer Empfehlung deshalb auf, diese Kontrolldaten unverzüglich zu löschen. Die Kontrolldatenbank soll ganz eingestellt werden.

Gemäss Angaben des VöV und der SBB dient die Kontrolldatenbank dazu, «allfällige Kundenanliegen im Nachgang zu einer Reise zu beantworten», wie es im Bericht des Datenschützers heisst. Dieser kommt jedoch zu einem anderen Schluss: Die Aufbewahrung der Kontrolldaten in der Kontrolldatenbank seien weder nötig noch geeignet.

Unter die Lupe nahm der Datenschützer auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum Halbtax- und zum Generalabonnement. Er schlägt einen neuen Passus in den AGB vor, der die Kunden transparenter über die Verwendung der Kundendaten und über ihr Recht auf Widerspruch informieren soll.

Der Datenschützer hat seinen Schlussbericht zum SwissPass bereits Anfang Januar dem VöV und dem SBB zugestellt, wie er am Mittwoch bekanntgab. Bis Ende Februar müssen diese dem Datenschützer mitteilen, ob sie die Empfehlung und die Verbesserungsvorschläge annehmen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • boh 18.02.2016 13:15
    Highlight Highlight Das "stikt" mir jetzt aber langsam: "Rauchen im Zug... das waren noch Zeiten?!" Seid ihr wie der Blick, der Raucher immer als ideale Menschen bezeichnen?! Denkt niemanden an Nicht- oder Ex-Raucher? Wenn ihr das Rauchen als "schöne, entspannte und coole" Sache darstellt, werde ich Ihre Artikeln gar nicht mehr lesen. Das tönt vielleicht hart, aber Sie, Blick und Arbeitgeber sollten Rauchen schon akzeptieren, aber nicht daran unterstützen!
  • Brummbaer76 18.02.2016 07:52
    Highlight Highlight Jetzt wärs noch interessant zu wissen wie es bei den Projekten von SOB und BLS mit dem Datenschutz steht. Da wird beim ein und Aussteigen geloggt und das ganze via GPS überprüft. Die Rechnung folgt danach.
    Ich hoffe der Datenschützer nimmt sich auch diese Apps vor. Da werden wirkliche Bewegungsprofile erstellt.
  • atomschlaf 17.02.2016 13:57
    Highlight Highlight So ein Schwachsinn. Bisher konnte die SBB "Kundenanliegen im Nachgang zu einer Reise" jeweils auch ohne SwissPass beantworten.
    Ausserdem glaube ich der SBB nicht, dass die Daten nicht zu Marketingzwecken verwendet werden. Vielleicht jetzt noch nicht, weil die entsprechende Informatiklösung (noch) nicht zur Verfügung steht oder man vorsichtshalber mal abwartet, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Marketingabteilung diese Daten längerfristig entgehen lassen würde.
    • Brummbaer76 18.02.2016 07:54
      Highlight Highlight Ja konnte sie. Nur verlangte sie zum Teil nachweise die Schwierig zu erbringen war. Jetzt können sie nachvollziehen das jemand zB von einer Störung betroffen war erc.
  • Chaose 17.02.2016 13:10
    Highlight Highlight Wenn die SBB ihre Kontrolldatenbank einstellen müsste, hätte das sicher noch einen weiteren Vorteil: die Swisspass-Lesegeräte würden endlich schneller. Die unnötige Datenbankverbindung frisst nämlich Zeit. Darum sind die Lesegeräte einzelner Regionalbahnen auch deutlich schneller.
    • Meitlibei 17.02.2016 13:35
      Highlight Highlight Stört es dich echt, dass du 2-3 Sekunden länger warten musst bist du deine Karte wieder zurück erhältst? Du sitzt ja und musst nichts tun. First World Problems ;-)
    • Chaose 17.02.2016 14:19
      Highlight Highlight Und jetzt rechne das mal auf 1000 Passagiere in einem Zug hoch und versetz dich in die Lage des Kondukteurs. Auch "First world problems" darf man lösen :-)
    • Meitlibei 17.02.2016 14:58
      Highlight Highlight Ja dann hat die SBB doch weniger Daten gesammelt und (fast) alle sind glücklich ;-). Der Kondukteur steigt ja dann eh am Ende seiner Strecke/Schicht aus, egal wie viel er "gesammelt" hat.
  • Fuchsseb 17.02.2016 12:48
    Highlight Highlight Ernsthaft... Wir leben im absoluten Überwachungsstaat. Zalando, Facebook, Google, Swisscom, Apple und alle anderen sonst noch erfassen Daten und verkaufen diese dann sogar noch. Man kann sich merken, jede Website die sich gratis gibt und Daten von einem will, verkauft diese an Agenturen weiter. Das der VöV mit dem Swisspass die Daten für 90 Tage behält ist da noch das geringste Übel. Ausserdem kann die SBB diese Daten ja nicht nutzen. Der Swisspass ist ein Produkt vom VöV nicht von der SBB alleine.
    • atomschlaf 17.02.2016 13:58
      Highlight Highlight Offensichtlich kann die SBB Zugriff diese Daten nutzen, sonst könnte sie diese ja nicht zur "Beantwortung von Kundenanliegen" verwenden.
  • Charlie Brown 17.02.2016 12:08
    Highlight Highlight Ernsthaft jetzt? Dass z.B. die watson-app standardmässig auch eure GPS-Daten mitschneidet (oder zumindest mitschneiden kann) stört euch nicht? Das war mir z.B. bis letzte Woche gar nicht bewusst, ich habe das zufällig in den Einstellungen meines Phones gesehen. Vielleicht hat mich die App damals bei der Installation danach gefragt. Und ja, klar, ich kann das manuell ausschalten. Aber ernsthaft; Google und Apple wissen über jeden Schritt Beschied, den ihr tut. Und die löschen die Daten sicher nicht nach 90 Tagen.
    • Slant 17.02.2016 12:20
      Highlight Highlight Kann ich unter iOS v9.0.2 und Watson v2.0.2 NICHT bestätigen.

    • Sir Jonathan Ive 17.02.2016 12:39
      Highlight Highlight Diese Anschuldigungen den Konzernen gegenüber beruhen einzig auf Spekulation und haben keine Beweislage.
      Man kann einstellen, dass es diese Daten lokal auf dem Gerät sichern soll, diese werden aber nirgends mit einem Server synchronisiert.
    • Charlie Brown 17.02.2016 13:33
      Highlight Highlight @Slant: Bei mir iOS v9.2.1 (13D15) und Watson v2.0.2 schon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Meitlibei 17.02.2016 11:50
    Highlight Highlight Toll, dass es diese Instanz gibt und dass sie reagiert. Aber mal ehrlich: Wir geben sonst viel mehr von uns preis, was ich als bedenklicher ansehe und niemand interessiert es.
    • User01 17.02.2016 13:18
      Highlight Highlight Man findet immer ein Beispiel, das noch schlimmer ist.
  • mbr72 17.02.2016 11:37
    Highlight Highlight Sollte das bis nächstes Jahr nicht erledigt sein, kann mich der ÖV kr***weise und ich verzichte auf die Aboverlängerung (da wird einem der Pass ja quasi aufgezwungen)! Dann lieber im Stau stehen...
    • Slant 17.02.2016 12:16
      Highlight Highlight Das Nummernschild des Fahrezuges kann auf den Strassen technisch erfasst werden. Daraus ergeben sich auch schöne Auswertungen und Profile.
    • Charlie Brown 17.02.2016 17:31
      Highlight Highlight @Christian Grey: Bist du dir da sicher? *Aluhutüberautonummerstülp*
    • Charlie Brown 04.04.2016 19:42
      Highlight Highlight @geshitstormt: Warum denn? Der soll ja gerade vor der Überwachung schützen...
  • paulyD 17.02.2016 11:36
    Highlight Highlight Frechheit

«Masken dringend empfohlen»: So sieht das Schutzkonzept für den ÖV aus

Wie viele Pendler dürfen in einem Abteil sitzen? Gilt jetzt Maskenpflicht im ÖV? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Nein. Aber Kundinnen und Kunden des ÖV wird dringend das Tragen von Masken empfohlen, falls der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Dies ist der Fall, wenn die Züge oder Trams gut frequentiert sind.

Pendlerzeiten morgens und abends sollen laut SBB wenn möglich umgangen und schwächer frequentierte Verbindungen genutzt werden.

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