Schweiz
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Teure Schweizer Schienen: Zugbillette werden teurer



Der Bundesrat erhöht per Anfang 2017 den Trassenpreis für Züge auf den Schweizer Schienen. Dies werden auch die Bahnkunden zu spüren bekommen – in Form von teureren Billetten und Abonnementen.

Die Regierung verabschiedete am Mittwoch eine Verordnungsänderung, die eine Erhöhung der Trassenpreise vorsieht. Dies hatte der Bundesrat bereits in seiner Botschaft zur FABI-Vorlage, die vom Volk im Februar 2014 angenommen worden war, angekündigt.

Der ÖV wird wieder teurer – was hältst du davon?

100 Millionen Franken Mehrkosten

Nutzer der Bahninfrastruktur werden ab 1. Januar 2017 pro Jahr 100 Millionen Franken zusätzlich zu deren Finanzierung beitragen müssen. Mit spürbaren Konsequenzen für Bahnkundinnen und -kunden: Die Bahnen würden die Mehrkosten mit höheren Billett- und Abonnementpreisen teilweise auf die Kunden abwälzen, teilte der Bundesrat mit.

In einem ersten Schritt waren die Trassenpreise auf Anfang 2013 um 200 Millionen Franken jährlich erhöht worden. Damals stiegen die Preise für Billette und Abonnemente des öffentlichen Verkehrs durchschnittlich um 5,2 Prozent. Wie hoch der künftige Preisaufschlag sein wird, ist unklar.

Sorgen des ÖV bleiben unerhört

Die Bahnunternehmen fürchten, dass sie wegen der unsicheren Wirtschaftslage und des tiefen Ölpreises Kunden im Privat- und Güterverkehr an die Strasse verlieren. Eine Tariferhöhung sei «im aktuellen Umfeld aus Sicht der Kundenakzeptanz sehr kritisch», schrieb der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) in seiner Anhörungsantwort zur neuen Eisenbahn-Netzzugangsverordnung (NZV).

In einem Brief hatten die VöV-Mitglieder den Bundesrat gebeten, die per 2017 geplante Erhöhung um ein oder zwei Jahre zu verschieben. Auf dieses Anliegen ging die Regierung aber nicht ein.

Verschleissfaktor wird eingerechnet

Neben der Erhöhung der Trassenpreise zielt die Verordnungsänderung darauf ab, dass in Zukunft mehr gleisschonende Züge auf den Schweizer Schienen unterwegs sind. Dazu hat der Bundesrat bei der Berechnung der Trassenpreise ein Verschleissfaktor beschlossen.

Die Trassenpreise müssen Eisenbahnunternehmen für die Benutzung von Gleisen und Bahnanlagen entrichten. Heute wird der Preis mit einem gewichtsabhängigen Faktor berechnet. Ab Anfang 2017 gilt ein neuer Verschleissfaktor.

Der neue Verschleissfaktor stützt sich auf Schäden an der Fahrbahn und die damit verbundenen Unterhaltsarbeiten. Zudem fliessen die Ursachen für die Schädigung und die gefahrenen Geschwindigkeiten in die Berechnung ein.

Bald trägt das SBB-Personal freche rote Kragen, aber was war davor? Die Uniformgeschichte in Bildern 

Rabatte in Ausnahmefällen möglich

Damit werde das System verursachergerechter, schreibt der Bundesrat. Künftig wird der Trassenpreis für gleisschonende Züge günstiger. Fahrzeuge mit hohem Verschleiss an der Fahrbahn zahlen mehr.

Die Einführung eines Verschleissfaktors ist in der Anhörung grösstenteils auf Zustimmung gestossen. Verschiedene Akteure sprachen sich aber dafür aus, für lange und schwere Güterzüge Rabatte zu gewähren.

Der Bundesrat hat in der Eisenbahn-Netzzugangsverordnung (NZV) nun eine Formulierung aufgenommen, die dafür sorgt, dass für besonders effiziente Produktionsformen ein Rabatt gewährt werden kann. Gegenüber der Anhörungsvorlage will der Bund zudem neu den Deckungsbeitrag, den der Fernverkehr an die Fixkosten der Bahninfrastruktur leistet, um einen halben Prozentpunkt erhöhen. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 26.06.2015 06:51
    Highlight Highlight Die Infrastrukturkosten werden ganz allgemein übermässig steigen, weil wir überall an der Kapazitätsgrenze agieren. Wen wundert's bei der masslosen Zuwanderung. Zahlen dafür werden hauptsächlich die Ansässigen.
  • Paraflüger 25.06.2015 05:18
    Highlight Highlight dafür führen sie den swisspass ein, der genau kein vorteil zum heutigen system bringt. ich möchte gar nicht wissen wie viele millionen der kostet.
  • recto 24.06.2015 23:20
    Highlight Highlight Mein Abo kostet heute ca CHF 150.00 pro Monat. Habe mir jetzt ein E-Bike gemietet, inkl. Ökostrom viel billiger und macht mächtig Spass. Wie es dann im Winter mit meiner Motivation steht, ist ein anderes Thema ...
  • Señor Ding Dong 24.06.2015 18:20
    Highlight Highlight Von wo soll denn das Geld sonst kommen. Sollen die Lokführer mit dem Spendenbeutel rumgehen? Dafür, dass hier bei jedem Thema, das nicht die SBB betrifft, jeder einen Dr. oec. zu haben scheint, scheinen mir die bisherigen Kommentare relativ naiv und kurzsichtig.


    • mrgoku 25.06.2015 08:30
      Highlight Highlight die saugen ja schon das geld aus dem strassenverkehr...anstatt diesen auszubauen und zu verbessern fliesst ein grossteil in die schienen... ich bezahle x hundert im jahr dass ich überhaupt auto fahren kann und vom geld profitieren die ÖV-pendler... applaus
  • Okabe Rintarou 24.06.2015 13:44
    Highlight Highlight Alle sagen man soll ÖV benutzen aber so wird das wohl nix...
  • m.kohlhaas 24.06.2015 13:08
    Highlight Highlight schon noch doof, wenn man bedenkt, dass die züge jeweils ettliche leere erste-klasse-wagen durchs land ziehen und sich otto normalverbraucher weiterhin die beine in den bauch steht
  • maxi #sovielfürdieregiongetan 24.06.2015 12:29
    Highlight Highlight In zwei Jahren werden dann die Stosszeiten noch teurer. Bezahlen darf die untere/ Mittelschicht welche auf den Zug angewisen ist. Schade, man sollte den ÖV fördern nicht unattraktiver machen.
  • Execave 24.06.2015 12:14
    Highlight Highlight höhere preise und was ist die gegenleistung? gratis gipfeli am morge? oder wie bissher nichts?
    • the Rabbit 24.06.2015 15:18
      Highlight Highlight Was hat das bitte sehr mit der SVP zu tun? der Bundesrat hat bsstummen und im Bundesrat sitzen 2 Linke (SP), 1 mitte Link (CVP) 1 Mitte (FDP) 1 Partei die sich nicht entscheiden kann was sie ist (BDP) und 1 rechte Partei (SVP) also die SVP hat mit diesem Bescheid gsr nichtd zu tun. Auch die Steuern nicht. Zudem zahlen reiche immer mehr Steuern sowohl Prozentual wie auch in tatsächlichen Zahlen, das nennt man progressiven Steuersatz.
    • Gantii 24.06.2015 16:16
      Highlight Highlight die Reichen zahlen in absoluten Zahlen mehr Steuern, nicht aber in Prozent!
    • Señor Ding Dong 24.06.2015 18:08
      Highlight Highlight @the Rabbit: Informier' dich mal über Pauschalbesteuerung. Oder anders gesagt: Wer progressiv besteuert wird, ist nicht reich ;-).
  • Raembe 24.06.2015 12:04
    Highlight Highlight nehmt doch denen in bern das 1.klass GA weg. sie sollen die bilette selbst berappen wie jede/r andere/r auch.
  • mrgoku 24.06.2015 11:50
    Highlight Highlight lohnt sich bald ein helikopter zu kaufen?
  • JoSchtz 24.06.2015 11:46
    Highlight Highlight Nehmt den ÖV! Das ist umweltschonend! Autofahren ist Umweltverschmutzung!
    Aber die Preise werden jährlich höher und höher! Die Ticketpreise sind lächerlich hoch in der Schweiz! Ich fahre im Sommer mit dem Zug von Bern nach Nizza. Das Ticket von Bern nach Genf (2. Klasse, MIT Halbtax) kostet mich gleichviel, wie das Ticket von Genf nach Nizza. Das ist nicht mehr normal! Die Zugfahrt nach Genf dauert 2 Stunden, die Zugfahrt von Genf nach Nizza mit dem TGV dauert 6.5 Stunden!
  • Ghorbani 24.06.2015 11:44
    Highlight Highlight Frechheit!! Irgendwann können sich das Zug fahren nur noch die reichen Leute leisten...
  • Angelo Hediger 24.06.2015 11:39
    Highlight Highlight Ich glaub ich kauf mir bald nen kleinen Zug. Kommt vielleicht billiger als Bahn und Auto. (war nur ein bisschen ironisch ;D)
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 24.06.2015 12:11
      Highlight Highlight Top Gear hatte doch mal was. Vielleicht steht das nun zum Verkauf?
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