Schweiz
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Nach tödlichem Unfall: Züge fahren nur noch mit durchgängig geschlossenen Türen



An 69 Türen des Einheitswagens IV haben die SBB im Rahmen einer Sonderkontrolle sicherheitsrelevante Mängel an der Funktionsweise des Einklemmschutzes gefunden. (Archivbild)

Bild: KEYSTONE

SBB-Züge mit Türen wie im Einheitswagen IV fahren ab Ende September erst ab, wenn alle Türen geschlossen sind und das Begleitpersonal an Bord ist. Die Bahn hat die Anweisungen nach dem tödlichen Unfalls eines Zugbegleiters geändert.

Die Änderung erfolgte in Absprache mit den Sozialpartnern, wie die SBB am Montag mitteilten. Der Entscheid sei unabhängig von der laufenden Untersuchung des tödlichen Unfalls des Zugbegleiters anfangs August gefallen. Der 54-jährige Zugchef wurde bei der Abfahrt aus dem Bahnhof Baden AG von der Türe eingeklemmt, mitgeschleift und tödlich verletzt.

Die Sicherheit der Türen bei den Einheitswagen IV und anderen Fahrzeugen wird nun auf das Niveau moderner Züge erhöht. Das erfordert gemäss SBB «in den kommenden Jahren umfangreiche Arbeiten».

Bis diese abgeschlossen sind, gilt das neue Abfahrtsregime. Bei Zügen, die mit den fraglichen oder ähnlichen Türen ausgerüstet sind, betätigen die Zugbegleiterinnen und-begleiter demnach die zentrale Türschliessung wenn der Minutenzeiger auf die Abfahrtszeit springt.

Von ausserhalb des Zuges beobachten sie die Türschliessung. Das Zeichen zur Abfahrt geben sie in der Folge erst, nachdem auch sie eingestiegen sind und ihre Einstiegstüre geschlossen haben.

Die neue Anweisung gilt für alle Re460-Pendelzüge und von Lokomotiven gezogenen Kompositionen. Modernere Züge haben zusätzliche Sicherungen wie etwa Lichtschranken an den Türen. Bei ihnen kommt weiterhin das bisherige Vorgehen zur Anwendung.

Wegen des Unfalls prüfen die SBB den gesamten Einklemmschutz. Dabei traten Mängel zutage. Die Einheitswagen IV verkehren nun weiter, nachdem die SBB sie einer Sonderkontrolle unterzog.

Die Einheitswagen IV werden noch bis in die 2030er Jahre hinein auf dem Schweizer Schienennetz unterwegs sein. Ab den 2020er Jahren sollen sie nur noch als Verstärkung bei IC2000-Zügen eingesetzt werden.

Das SBB-Werk in Olten renoviert die Wagen derzeit. Die Angestellten beseitigen Rost und andere Schäden, flicken Komponenten und lackieren die Wagenkasten neu. Die Arbeit an 93 weiteren Wagen verlagern die SBB aus Kapazitätsgründen ab 2020 voraussichtlich nach Deutschland. Eingeführt wurden die Einheitswagen IV (römisch vier) ab 1981. (dfr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • bruder klaus 24.09.2019 00:20
    Highlight Highlight . . . "Der Entscheid sei unabhängig von der laufenden Untersuchung des tödlichen Unfalls des Zugbegleiters anfangs August gefallen". . .

    Schlussfolgerung: Also wusste die SBB bereits, dass etwas nicht stimmt?

    > Warum wurde es dann nicht sofort geändert?

    > Warum muss es immer zuerst ein Menschenleben fordern, bis sich etwas ändert?

    Wenn ich jemanden umfahre, wohlbewusst, dass emin Fahrzeug Mängel aufweist, und der stirbt, werde ich zur vollen Verantwortung gezogen.

    > Warum wird die SBB nicht auch zur vollen Verantwortung gezogen?

    > Die fetten vollen Gehälter beziehen sie ja auch!

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