Schweiz
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Der SwissPass soll bald alle Abo-Karten ersetzen. Der Konsumentenschutz warnt vor der Datensammelwut der SBB.  Bild: sbb

Ab August ersetzt der «SwissPass» GA und Halbtax: Wird jetzt die SBB zum Daten-Kraken? 

Die SBB macht den nächsten Schritt in Richtung E-Ticketing und beginnt in Kürze mit dem Verkauf von SwissPass, das haben der Verband öffentlicher Verkehr und die SBB am Dienstag bekanntgegeben. Wir sagen euch, was sich mit dem «SwissPass» ändert und ob die SBB mit der neuen Karte bloss Daten sammeln will.



Das kann der «SwissPass»:

Neben Zug, Bus und Schiff ermöglicht die rote Karte auch die Nutzung von Partnerdiensten wie Mobility Carsharing, PubliBike und Skitickets. Sieben Skigebiete und Bergbahnen sind laut Communiqué bereits definitiv dabei. Die Angebote sollen laufend ausgebaut und erweitert werden. (sda)

Sie heisst SwissPass, ist knallrot und der erste Schritt der Schweizer Bundesbahnen in Richtung E-Ticketing: Jetzt will die SBB mit dem Verkauf der neuen Karte beginnen. Ab August kommt sie für jedes neue General- oder Halbtax-Abonnement. 

Die Grundidee von SwissPass ist, möglichst viele Mobilitätsdienstleistungen auf einer Karte zu vereinen. Auf einem integrierten Chip sind die gekauften Abos und Dienstleistungen gespeichert. Auf der Karte sind Name, Vorname und eine Kundennummer aufgedruckt. Zudem soll eine unpersönliche Identifikationsnummer darauf gespeichert werden. 

Konsumentenschutz warnt vor Datensammler-SBB

Die Stiftung für Konsumentenschutz ist schon seit der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) die Karte vor einem Jahr angekündigt hat, in Alarmstimmung. Vor rund sechs Wochen forderte Geschäftsleiterin Sara Stalder eine Unterredung mit dem VöV. Ganz zufrieden ging sie nicht aus dem Gespräch: «Obwohl die jetzt angekündigte Karte keine Speicherfunktion besitzt, gehe ich stark davon aus, dass die SBB in Zukunft Reisebewegungen von Fahrgästen speichern und analysieren will», sagt sie. 

«Wir wollen aber keinen Basar beim ÖV.»

Geschäftsleiterin Konsumentenschutz Sara Stalder

Der Konsumentenschutz befürchtet, dass die SBB anhand der Daten Preis- und Angebotsanpassungen vornehmen könnte. «Die SBB hätte die Möglichkeit stark befahrene Strecken sehr genau auszuwerten und passgenau die Preise zu erhöhen», sagt Stalder: «Wir wollen aber keinen Basar beim ÖV.» Zudem müssten sich Fahrgäste dann wahrscheinlich auf ihre Reisebewegungen passende Angebotswerbung gefasst machen.

«Mit dem neuen SwissPass wird der Kontrollprozess für Kunden und Kontrolleure mühsamer.»

Abos sollen automatisch verlängert werden

Damit reisst Stalders Kritik allerdings noch nicht ab: «Mit dem neuen SwissPass wird der Kontrollprozess für Kunden und Kontrolleure mühsamer», sagt sie. Jede Karte muss einzeln eingelesen werden. Nach Erfahrungen mit dem e-Ticket sei zudem unsicher, ob bei technischen Schwierigkeiten die Konsequenzen nicht auf die Fahrgäste abgewälzt würden. 

Der Konsumentenschutz will auch das angedachte Opt-out-Verfahren nicht: Mit dem neuen SwissPass würde das GA oder Halbtax-Abo automatisch verlängert, wenn der Kunde nicht in Aktion tritt. «Die VöV haben uns aber versprochen, dass der Abonnementshalter frühzeitig angefragt würde, ob er mit der Verlängerung einverstanden ist», sagt Stalder. Wenn die Kunden zudem beim Abschluss des Abonnements zwischen der automatischen Verlängerung und einer befristeten Laufzeit wählen könnten, würde sich der Konsumentenschutz zufrieden geben. 

VöV-Sprecher Roger Baumann beteuert derweil, dass die Karte, wie kommuniziert, keine weiteren Daten speichern soll. «Eine GPS-Ortung ist nicht vorgesehen», sagt er. Details will der VöV an einer für morgen Dienstag angekündigten Pressekonferenz kommunizieren.

Ein Chip im SBB-Abo. Wie findest du das?

Die schwersten Bahnunglücke der vergangenen Jahre

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