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Diese Änderungen treten ab Dezember in der Schweiz in Kraft

Ein Zug "Friedrich Duerrenmatt" der SBB steht beim Bahnhof Biel, bei der Einweihung des neuen Bahnangebots in der Nordwestschweiz, am Freitag, 28. November 2025 in Biel. Per Fahrplanwechsel  ...
Die SBB bauen ihr Angebot per Fahrplanwechsel Mitte Dezember aus. (Archivbild)Bild: keystone

Diese Änderungen treten ab Dezember in der Schweiz in Kraft

Einfachere Arbeitssuche für Personen mit Schutzstatus S, ein SBB-Zug von Brig VS nach Deutschland und neue Datenschutzvorgaben für Bundesorgane: Diese und weitere Gesetzesänderungen sowie Neuerungen treten heute in der Schweiz in Kraft.
01.12.2025, 06:4401.12.2025, 06:44

Arbeitsmarkt

Personen mit Schutzstatus S sollen künftig einfacher an einen Job kommen. Ab heute wird die Bewilligungspflicht für die Aufnahme einer Arbeit in eine Meldepflicht umgewandelt. Die Meldung kann über ein Onlinetool oder die kantonalen Behörden erfolgen. Ausserdem können Schutzbedürftige mit Sozialhilfe neu zur Teilnahme an beruflichen Eingliederungsmassnahmen verpflichtet werden. Nehmen sie nicht teil, werden die Sozialleistungen gekürzt. Die zwei dafür vorgesehenen Verordnungen treten beide heute in Kraft.

Zugverkehr

Der Fahrplanwechsel am 14. Dezember bringt der Nordwestschweiz laut den SBB den grössten Angebotsausbau seit zwanzig Jahren. So führen die SBB den S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal ein, zwischen Basel und Biel fährt neu jede halbe Stunde ein Zug, und Basel wird direkt an Lausanne angebunden. Für Pendlerinnen nach Bern wird am Nachmittag ein zusätzlicher IC-Zug in Bern Wankdorf halten. Der Interregio Basel-Frick-Zürich HB hält neu halbstündlich in Stein-Säckingen AG, der Interregio Basel-Liestal-Zürich HB neu auch in Gelterkinden BL und der Interregio Bern-Zürich-Chur zusätzlich in Flums SG. Für Freizeitaktivitäten gibt es jede Stunde einen Zug zwischen der Deutschschweiz und Chiasso TI und auch unter der Woche jede halbe Stunde zwischen Graubünden und Zürich. International werden zwei zusätzliche Züge zwischen Zürich und Milano Centrale (I) eingeführt, und es verkehren umsteigefrei erstmals Züge von Brig VS nach Deutschland.

Betreuung

Ab heute gelten neue Regeln für Live-in-Betreuende, die über einen Personalverleih in Privathaushalten arbeiten. Live-in-Betreuende leben im Haushalt der zu betreuenden Person und leisten dort Betreuungsdienst – oftmals über einen längeren Zeitraum hinweg. Sie erbringen einfache Hilfsleistungen, die keine spezielle Ausbildung erfordern. Die Betreuenden erhalten nun Sonderbestimmungen. Diese regeln Arbeits- und Ruhezeiten und stellen klar, dass eine Einzelperson keine 24-Stunden-Betreuung leisten kann. Unter anderem gibt es nun auch klare Regeln zum Bereitschaftsdienst sowie zur Ruhezeit.

Personendaten

Bundesorgane, die besonders sensible Personendaten automatisiert bearbeiten, müssen dies ab heute protokollieren. Die Protokollierung hat zum Ziel, die Bearbeitung von Daten nachvollziehbar und transparent zu machen. Sie trägt zur Datensicherheit bei und hilft, den Missbrauch von Personendaten zu verhindern. Bei weniger sensiblen Personendaten entscheidet künftig eine Risikoanalyse, ob und wie detailliert protokolliert werden muss.

Pestizide

Ab heute unterliegen in Nachbarländern zugelassene Pflanzenschutzmittel in der Schweiz nur noch einem vereinfachten Bewilligungsverfahren. Mit der vom Bundesrat verabschiedeten Verordnungsrevision können sich die Schweizer Behörden auf die Bewertungen der Nachbarländer stützen, was das Verfahren beschleunigt und den Produzenten den schnelleren Zugang zu modernen Produkten ermöglicht. Damit gab die Landesregierung einer Forderung aus dem Parlament Folge. (sda)

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3 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Squawk 7700
01.12.2025 07:00registriert Mai 2025
Bei den Pestiziden kann man sich auf die Nachbarländer stützen und sie beschleunigt zulassen, aber bei den für die Bevölkerung wichtigen Medikamenten kann man sich nicht auf die Zulassungsbehörde der EU verlassen, weshalb wir in der Schweiz neue Medikamente entweder später erhalten oder sogar gar nicht. Das Parlament sollte da mal vorwärts machen, das würde auch Geld sparen, wenn wir beim Heilmittelinstitut ein paar Stellen streichen könnten.
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