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Bildungschancen für Kinder hängen stark vom Einkommen der Eltern ab

Primarschueler der Klasse 6a der Schule Laubegg strecken nach einer Frage, am ersten Tag des neuen Schuljahres, am Monatg, 11. Augsut 2025, in Bern. (KEYSTONE/Til Buergy).
Primarschulen in der Schweiz – Nicht alle haben die gleichen ChancenBild: keystone

Chancen von Kindern – grosse Ungleichheit zwischen Arm und Reich

Finanzielle Ungleichheit hat einen negativen Einfluss auf das Wohl von Kindern, wie ein neuer UNICEF-Bericht zeigt. Gerade die Chancengleichheit in Bildung und Gesundheit leidet stark unter dem ökonomischen Druck – auch in der Schweiz.
12.05.2026, 18:3612.05.2026, 18:36

Die reichsten Nationen der Welt werden immer reicher. Doch aktuell wird dieser Reichtum nicht mit der gesamten Gesellschaft gleichsam geteilt. In einem neu erschienenen Bericht der UNICEF werden drei Aspekte von Kinderwohl in 44 als einkommenstark eingestuften Ländern analysiert: physische Gesundheit, mentale Gesundheit und ihre Fähigkeiten.

Die Ungleichheit

Der Bericht hält fest, dass Nationen mit tieferer Einkommensungleichheit bessere Voraussetzungen für die Entwicklung, Bildung und Gesundheit von Kindern bieten als Staaten, die ähnlich reich sind, aber die ökonomische Ungleichheit grösser ist.

Aber trotz des Anstiegs des Reichtums bleibt eine Schere zwischen dem ärmsten und dem reichsten Fünftel. Selbst in den Nationen mit den kleinsten Einkommensunterschieden ist der Lohn der obersten Einkommensklasse rund 3,5 Mal so hoch wie derjenige der untersten. In den ungleichsten Ländern ist es gar sieben Mal so viel. Diese Ungleichheit schlägt sich in verschiedensten Formen auch auf das Leben von Kindern nieder.

Während 73 Prozent der Kinder in reichen Familien in sehr guter körperlicher Verfassung sind, berichten lediglich 58 Prozent des ärmsten Fünftels, körperlich sehr gesund zu sein. Dem Bericht zufolge haben Kinder in schwächeren sozioökonomischen Schichten ein höheres Risiko für Übergewicht. Familien mit einem tieferen Einkommen haben grössere Schwierigkeiten, gesunde und diverse Nahrungsmittel zu kaufen, da diese oft teuer sind.

Gleichzeitig haben die fünf Länder mit der höchsten Einkommenungleichheit auch die höchsten Kindersterblichkeitsraten von allen ausgewerteten Nationen.

Ähnlich sieht es bei der Lebenszufriedenheit aus. 67 Prozent der Kinder, die in stark benachteiligten Familien leben, berichten von hoher Lebenszufriedenheit. Deutlich weniger als die 77 Prozent im obersten Fünftel der Einkommensklassen.

Die Bildung

Besonders deutlich wird der Einfluss der sozioökonomischen Ungleichheit bei der Bildung. Während 83 Prozent der Jugendlichen aus privilegierten Haushalten, sprich in den obersten 20 Prozent der Einkommensklasse, grundlegende Kompetenzen in Mathematik und Lesen erreichen, sind es bei Jugendlichen aus benachteiligten Familien lediglich 42 Prozent.

Am stärksten ausgeprägt ist diese Differenz in Rumänien mit 61 Prozent. Aber nicht weit dahinter – auf Platz 11 – liegt auch bereits die Schweiz.

Die Schweiz

Das Bildungsniveau in der Schweiz ist über alle Einkommensklassen gesehen im internationalen Vergleich relativ hoch. Doch ist auch die Schere zwischen der Bildung der Ärmsten und den Reichsten mit 45 Prozent gross. Damit gehört die Schweiz zu den Ländern mit den grössten schulischen Leistungsunterschieden.

«Die Daten zeigen klar, dass die soziale Herkunft in der Schweiz nach wie vor entscheidend für die Chancen von Kindern ist», sagt Désirée Zaugg, Kinderrechts- und Politikexpertin bei UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

Die Analyse zeige ein zentrales Spannungsfeld, heisst es im Bericht weiter. Der Schweizer Sozialstaat schütze zwar vor extremer materieller Not, gleiche aber ungleiche Startbedingungen nur begrenzt aus. Die soziale Herkunft bleibe damit ein entscheidender Faktor für Bildungserfolg und Lebensbedingungen von Kindern.

Gleichzeitig hat sich gemäss der Studie die Situation in den letzten Jahren verschärft: Sowohl die Kinderarmut als auch die Einkommensungleichheit sind in der Schweiz in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 10 Prozent gestiegen. Damit gehört die Schweiz zu den OECD-Ländern mit der stärksten Zunahme.

Aus Sicht der UNICEF zeigt die Analyse, dass zusätzliche Anstrengungen notwendig sind, um allen Kindern gleiche Chancen zu ermöglichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.

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56 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zürcheroberländer
12.05.2026 19:00registriert Februar 2026
Warum soll das anders sein? Bei einem Kind aus einem Bildungsnahen Haushalt achten die die Eltern auf den schulischen Fortschritt. Wenn Defizite sichtbar werden, hat man entweder die Kompetenz das auszugleichen oder man bezahlt Nachhilfeunterricht. Im Prinzip können so Defizite in der Schule ausgeglichen werden. Kinder aus bildungsfernen Haushalten müssen das Glück haben während ihrer gesamten Schulzeit von guten Lehrern unterrichtet zu werden.
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Madison Pierce
12.05.2026 20:40registriert September 2015
Das Fördern der natürlichen Neugierde fängt schon vor der Schule an. Man kann mit Kindern am Wochenende ins Technorama oder ins Verkehrshaus gehen. Oder man kann sie morgens vor dem Fernseher parkieren und am Nachmittag gemeinsam durch das Shopping Center schlendern.

Das ist einerseits eine Frage der Einstellung, andererseits aber auch eine finanzielle Frage. Ausflüge muss man sich leisten können. Es wäre schön, wenn Museen für Geringverdiener kostenlos zugänglich wären.
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stronghelga
12.05.2026 20:46registriert März 2021
Ungleiche Gesellschaften können eine Zeit lang stark wirken, aber sie werden innerlich immer fragiler.
Die Entwicklung konzentriert sich dabei ausschliesslich auf kleine „Eliten“, während breite Teile der Bevölkerung nur noch funktionieren.

Wenn Kinder ihr Potenzial nicht entfalten können, verliert ein Land:
- Talente,
- Innovation,
- Unternehmergeist,
- soziale Stabilität,
- Vertrauen.
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