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Mit YouTube-Clips auf Mitgliederfang

Sekten entdecken Social Media für sich

1754 Mal klingelte im letzten Jahr das Telefon bei der Fachstelle für Sektenanfragen, Infosekta. 52 Mal mehr als im letzten Jahr. Alarmierend ist diese Zunahme nicht. Dafür bereitet der Infosekta ein anderes Phänomen Kopfzerbrechen: Sekten gehen per Internet auf Anhängersuche. 

Einen Anstieg der Anfragen um 3 Prozent auf 814 Erstkontakte und insgesamt 1754 Beratungskontakte im Jahr 2013 stellte die Zürcher Fachstelle für Sektenfragen Infosekta in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht fest. 

Dabei suchten die meisten Anrufer Rat zur Scientology, die als eine der zweifelhaftesten ideologischen Gruppierungen weltweit gilt und den Anspruch erhebt, eine wissenschaftliche Religion zu sein. An zweiter und dritter Stelle folgen die Endzeitgemeinschaft Zeugen Jehovas und die christlich-evangelische Gemeinde ICF. Elf Anfragen betrafen zudem die christlich-fundamentalistische Organische Christus-Generation. 

Die meisten der Gespräche drehten sich jedoch um eine grosse Anzahl kleiner Gruppierungen, über die sich eine kleine Anzahl Anrufer informierte.

infosekta

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Die meisten Anfragen bezogen sich auf Gruppierungen mit einem christlichen Hintergrund. 37 Prozent der Gespräche drehten sich um esoterische Bewegungen. Über islamische Ideologien wird nur in zwei Prozent der Fälle Rat gesucht. 

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Per Skype ins frühere Leben

Ein neues Phänomen sind Gruppierungen, die ihre Anhänger über Social Media erreichen. «Wir beobachten das erst seit kurzer Zeit», sagt Regina Spiess, Projektleiterin bei Infosekta. Sei es ein Guru, der Gläubige per Skype ins vorherige Leben zurückführt oder eine amerikanische Star-Predigerin, die ihre Lehrstücke per YouTube verbreitet. «Gerade Menschen in einer psychischen Krise suchen bisweilen Halt in Youtube-Clips von religiösen Anbietern oder ähnlichem», sagt Spiess. Das könne teilweise suchthafte Ausmasse annehmen. 

Auch Facebook werde instrumentalisiert. «Es gibt Gruppierungen, die per Facebook Anhänger rekrutieren, um Kurse zu besuchen oder Produkte zu verkaufen», sagt Spiess. Über komplexe schneeballartige Marketingsysteme kämen immer mehr Leute in Kontakt mit den Gruppierungen. 



Homosexualität: Eine Krankheit

Ein weiteres Problem, auf das Infosekta in ihrem Jahresbericht aufmerksam macht, ist der dogmatische Umgang evangelikaler Gruppen mit Homosexualität. «Sie gilt in weiten evangelikalen Kreisen als therapierbare Krankheit und als nicht von Gott gewollt», sagt Regina Spiess. Das bringe Betroffene und deren Eltern – bei denen meistens der Grund für die «Störung» gesucht werde – in enorm schwierige Situationen. 

«In den USA sind Ansätze eines liberaleren Umgangs mit Homosexualität in evangelikalen Gemeinschaften zu erkennen», sagt Spiess. 2013 sei zudem eine grosse internationale «Umpolungs»-Institution Exodus geschlossen worden. Die sexuelle Ausrichtung sei nicht veränderbar, stellte die Organisation fest. 

«Damit sich innerhalb der evangelikalen Community etwas verändert, bräuchte es eine Auseinandersetzung mit dem Thema, die auf Fakten basiert und nicht auf ideologischen Annahmen, wie das heute der Fall ist», so Spiess. Innerhalb der Freikirchen werde das Thema Homosexualität jedoch heute kontroverser diskutiert, als dies noch vor 10 Jahren der Fall war. Viele Gläubige würden sich eine undogmatischere Diskussion wünschen, meint sie.  

Anfragen nehmen seit 2008 kontinuierlich zu

Die Anfragen bei der Fachstelle nehmen seit Jahren zu. Über die Gründe kann auch Regina Spiess nur spekulieren: «Sie könnte einerseits an der höheren Bekanntheit der Beratungsstelle liegen, daran, dass eine Sektenberatungsstelle in Luzern geschlossen wurde oder daran, dass auch vermehrt esoterische Phänomene als sektenhaft angeschaut werden.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Celestibus 27.05.2014 08:24
    Highlight Highlight Der Text schreibt weder dass ICF noch Scientology Sekten sind. Es rufen bloss Menschen bei der Sektenberatungsstellr an und erkundigen sich über diese Gruppieren.
    Meiner Meinung nach sind diese Gruppierungen jedoch definitiv Sekten. Da reicht es für mich, wenn Mitglieder dieser Organisationen aufgrund der eingeimpften Ideologie nicht fähig sind, sich mit anderen Weltansichten auseinanderzusetzen.
  • aalchemist 27.05.2014 08:05
    Highlight Highlight Der Begriff Sekte ist vorsichtig zu verwenden: http://www.relinfo.ch/sekten/definitiontxt.html
    Eine der hier erwähnten Gruppen ist eine anerkannte Religionsgemeinschaft in Deutschland, und somit auf gleicher Stufe wie christliche Freikirchen...
  • dave1771 26.05.2014 18:55
    Highlight Highlight ICF ist keine Sekte! Ich bin zwar kein ICF-Fan oder Mitglied, aber kenne Personen von dort und habe es auch schon besucht! Definitiv keine Sekte, da sind einige Landeskirchen seltenähnlicher!
    • Tobymac 26.05.2014 23:50
      Highlight Highlight Ja das kann ich bestätigen.
    • Nope 27.05.2014 07:47
      Highlight Highlight *hust*
      Wer an Veranstaltungen Gruppenumarmungen durchführt und mehr als einen halben Monatslohn für ihre Dienste verlangt, gilt klar als Sekte.
    • Wastel 27.05.2014 08:09
      Highlight Highlight Da in erster Linie Sekte für eine von einer Mutterreligion abgespaltene religiöse Gemeinschaft steht, ist ICF eigentlich schon eine Sekte? Genauer betrachtet ist doch selbst das Christentum eine Sekte des Judentums? :)
      Und aus was hat sich das Judentum eigentlich gebildet?
      Es wäre auch interessant zu wissen was Infosekta für Kriterien hat.
      Ich muss auch sagen, dass eine Sekte nicht zwingend etwas Negatives sein muss.

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