Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nur bedingte Strafe für Vergewaltigung und Missbrauch – SG-Staatsanwalt fordert Haft



Weil er eine 16-Jährige vergewaltigt und mehrere minderjährige Mädchen missbraucht haben soll, wurde ein 30-jähriger Mann mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft. Er hatte seine Opfer im Internet gesucht. Am Kantonsgericht St.Gallen verlangt die Staatsanwaltschaft mindestens 3.5 Jahre Gefängnis.

Laut Anklage missbrauchte der in der Schweiz aufgewachsene, türkische Staatsangehörige zwischen Herbst 2013 und Winter 2014 zehn minderjährige Mädchen. Wegen Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher Pornografie und weiterer Delikte hatte das Kreisgericht See-Gaster ihn im September 2016 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 350 Tagessätzen zu je 100 Franken und einer Busse verurteilt. Zwei seiner Opfer sollte er Genugtuungssummen von 15'000 bzw. 3000 Franken bezahlen.

Kindliche Naivität ausgenutzt

Gegen dieses Urteil appellierte die St.Galler Staatsanwaltschaft. Das Strafmass der Vorinstanz werde der Schwere der Taten nicht gerecht, erklärte der zuständige Staatsanwalt am Montag vor dem Kantonsgericht.

Der beschuldigte habe seine Opfer systematisch im Internet gesucht, um ihr Vertrauen und ihre kindliche Naivität für seine sexuellen Bedürfnisse auszunutzen. Er habe versucht, das Vergewaltigungsopfer zum Alkohol trinken zu überreden, damit eine enthemmende Wirkung eintrete. Das Mädchen war knapp 16 Jahre alt.

Sie habe den Mann über ihre Cousine im Internet kennengelernt, erzählte die junge Frau in der Befragung des vorsitzenden Richters. Über ein Jahr lang hätten sie sporadisch miteinander gechattet. Schliesslich habe sie eingewilligt, sich mit ihm zu treffen. Sie hätten sich geküsst. Als er mehr gewollt habe, habe sie Nein gesagt. Dann sei er plötzlich ein anderer Mensch geworden und habe sie bedrängt. Sie habe sich gewehrt und geschrien, doch habe es nichts genützt.

Gemäss der Anklage nötigte er zahlreiche weitere Mädchen sexuell. Das jüngste Opfer war 13 Jahre alt, als sich der damals 26-Jährige an ihm verging. Einzelne Sex-Treffen filmte der Beschuldigte und schickte die Videos an andere Chat-Bekannte oder er drängte die Mädchen, ihm Nackt-Selfies zu schicken. Später drohte er den leichtgläubigen Opfern, die Aufnahmen den Eltern zu zeigen oder im Internet zu veröffentlichen.

Beschuldigter bestreitet Vergewaltigung

Der Beschuldigte bestritt die sexuellen Kontakte mit den teilweise minderjährigen Mädchen zwar nicht, verneinte aber die Vergewaltigung. Als das Mädchen geschrien habe, habe er gemerkt, dass der Sex mit ihr ein Fehler sei. Sobald er in der Lage gewesen sei, habe er damit aufgehört. Er erinnere sich nicht mehr an alle Details.

Ihm tue heute die ganze Sache leid. Er wolle damit abschliessen und in die Zukunft schauen. Auf die mögliche Gefängnisstrafe angesprochen, begann der Mann zu weinen.

Der Verteidiger zweifelte aus strafrechtlicher Sicht den Tatbestand einer Vergewaltigung an. Es handle sich viel eher um sexuelle Nötigung.

Sein Mandant sei durch das erstinstanzliche Urteil bereits genügend hart bestraft worden. Er müsse Verfahrenskosten und Genugtuungssummen von insgesamt 70'000 Franken zahlen. Als Ausländer drohe ihm zudem die Landesverweisung durch das Migrationsamt. Das Urteil des Kantonsgerichts St.Gallen wird in den nächsten Tagen erwartet. (sda)

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

Link zum Artikel

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

Link zum Artikel

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

Link zum Artikel

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

Link zum Artikel

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

Link zum Artikel

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

98
Link zum Artikel

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

5
Link zum Artikel

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

4
Link zum Artikel

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

8
Link zum Artikel

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

5
Link zum Artikel

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

5
Link zum Artikel

Im Namen des Rechts: Diese Justizfälle haben die Schweiz bewegt

«Er ist unschuldig?» – wie Luanas Traum von der Freiheit vor dem Aargauer Obergericht jäh platzte

98
Link zum Artikel

Kondome, Viagra, Medienstelle: Der «Rollstuhl-Bomber» erzählt vor Gericht krude Romane

5
Link zum Artikel

«Wir sind durch die Hölle gegangen» – Das sagt der Schlieremer Polizist zum Bundesgerichtsentscheid

4
Link zum Artikel

«Fall Walker»: Das Obergericht übt sich in Schadensbegrenzung

8
Link zum Artikel

Eine lesbische Liebe, Kokain-Sucht und Salmiakgeist, 12 Prozent: Der Mordprozess Hochweid

5
Link zum Artikel

Carlos vor Gericht: Ein schweigender Trötzler

5
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

0
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

23
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

11
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

80
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

67
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

106
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

72
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

0
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

23
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

11
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

80
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

67
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

106
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

72
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • trio 15.01.2018 18:48
    Highlight Highlight Durch eine härtere Bestrafung werden weder die Taten ungeschehen gemacht, noch zukünftige Täter abgeschreckt.
    Wenn jemand bei klarem Kopf ist, ist ihm das doch niemals 70'000.- wert. Besser wäre es doch, Mittel in Prävention und bessere Betreuung zu investieren, anstatt einfach nur härtere Strafen zu fordern!
  • Eskimo 15.01.2018 16:15
    Highlight Highlight Und genau deshalb ist es dringend nötig den Richtern den Spielraum zu verringern!
    • Gar Manarnar 15.01.2018 17:52
      Highlight Highlight Genau! Bin sogar dafür gar keinen Spielraum zu setzen. Einheitsstrafe für alle!
  • l'aglia 15.01.2018 16:03
    Highlight Highlight In den USA hätte das wohl an die 20 Jahre Gefängnis gegeben. Ich sage nicht, dass das Justizsystem in den USA als Vorbild gelten soll, aber unser Justizsystem ist ein Witz. Wäre der Täter nach der Vergewaltigung durch eine Ortschaft gerast, wäre die Haftstrafe wohl bedeutend länger ausgefallen...
  • Klangtherapie 15.01.2018 15:37
    Highlight Highlight Er wolle abschliessen und in die Zukunft schauen...
    Und was ist mit der Zukunft der Opfer die wahrscheinlich ein Leben lang damit zu kämpfen haben?
    Aus meiner Sicht sind auch 3.5 Jahre noch zu wenig.
  • Wakuli* hasnümm vergässe 15.01.2018 14:31
    Highlight Highlight Genügend bestraft mit 70'000?
    und einer evtl. Abschiebung?

«Spuhler hat einen Scherbenhaufen angerichtet» – Wut bei Stadler-Personal nach Börsengang

Dank Aktienbeteiligungen profitierte nicht nur Patron Peter Spuhler vom Börsengang des Zugbauers, auch 170 Kadermitglieder wurden über Nacht um Millionen reicher. Keine Aktien gab's für die Mitarbeitenden – was schlecht ankam. Jetzt plant Stadler Rail, auch sie zu beteiligen.

Der 12. April 2019 war ein Freudentag für Peter Spuhler, den Verwaltungsratspräsidenten und Patron von Stadler Rail. Seine Firma ging an die Schweizer Börse . Eine finanziell höchst profitable Angelegenheit: Mit seinem Aktienpaket verdiente Spuhler gemäss Berechnungen am ersten Börsentag 1.5 Milliarden Franken.

Der Börsengang machte auch 170 Mitglieder des Kaders, der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats reicher. Der Wert ihrer Aktienpakete, die sie vor dem Börsengang im Rahmen eines …

Artikel lesen
Link zum Artikel