Schweiz
Bundesrat

Zuwanderungsinitiative: Blocher präsentiert Kanada-Modell

Blocher schielt nach Kanada: Wie die Zuwanderungsinitiative sonst noch umgesetzt werden könnte 

22.11.2015, 03:4722.11.2015, 10:40

Schutzklausel: Dieses Wort geistert seit einiger Zeit herum, wenn von der Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative die Rede ist. Parteistratege Christoph Blocher formuliert nun ein weiteres mögliches Modell aus.

«Wichtig ist, dass – wie beschlossen – die Zuwanderung massiv reduziert wird», sagte Blocher in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Der neue Verfassungsartikel fordert Höchstzahlen oder Kontingente für die Zuwanderung sowie einen Inländervorrang. Zwar werde von Schutzklauseln geredet, etwas Präzises mit konkreten Auswirkungen liege aber nicht auf dem Tisch.

«Es gibt auch Modelle, die eingewanderte Arbeitskräfte mit höheren Sozialabgaben belasten. Kanada kennt das», führt Blocher aus. Soviel er wisse, funktioniere es. Wenn dieses Vorgehen zu einer spürbaren Reduktion der Zuwanderung führen würde, könnte man darüber reden. Doch: «Wenn der Absatz mit den technischen Regelungen angepasst werden soll, braucht es wohl eine neue Verfassungsabstimmung», so Blocher.

Der Bundesrat müsse die Initiative jetzt autonom umsetzen, fordert er weiter. Die EU würde die bilateralen Verträge nicht kündigen, er habe sich diesbezüglich in den EU-Ländern umgehört. «Ihre Interessen sind zu gross.» (kad)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Ein Schweizer Diplomat in Stalins Kerker
Harald Feller wurde 1945 von den Sowjets in Budapest entführt. Er verbrachte ein Jahr in Stalins Gefängnissen, gleichzeitig wurde in der Schweiz gegen ihn ermittelt. Nach seiner Rückkehr wurde der Berner von allen Vorwürfen entlastet. Interessiert hat das allerdings niemanden.
Budapest, 12. Februar 1945: Die ungarische Hauptstadt wird nach wochenlangen brutalen Kämpfen, die rund 160'000 Todesopfer forderten, von der Roten Armee befreit. Mitten in den Trümmern des Palais Esterhazy in Buda (westlich der Donau) werden die schweizerische und die schwedische Fahne gehisst. Ein erstaunliches Bild am Ende der deutschen Besatzung: Die Schweizer Botschaft hatte dort eine Kanzlei eröffnet, während sich die Räumlichkeiten der schwedischen Botschaft weiter südlich befinden.
Zur Story